Boxen ohne Handschuhe

Bare knuckle Boxing-Boxen ohne Handschuhe

Das Bare Knuckle Boxen ist ein alter Sport, der in jüngster Vergangenheit wieder ein Revival erfährt. Neu gegründete Verbände haben das Ziel den Sport aus der Schmuddelecke zu holen und als seriösen, Kampfsport unter den Vollkontaktsportarten zu etablieren.

Das Bare Knuckle Boxen, Boxen ohne Handschuhe, hat seine Ursprünge in der Geschichte des Boxsports, als noch mit bloßen Fäusten gekämpft wurde. Die Queensberry Regeln, des modernen Boxen waren noch nicht geboren. Die Kämpfe sind oft äußerst blutig, aufgrund der häufigen Cut – Verletzungen.

Die Geschichte des Bare Knuckle Boxens

Bare Knuckle Boxen in der Antike

Antike Vorläufer des Bare Knuckle Boxens finden wir im Pankration, dem Allkampf, der Griechen. Fixer Bestandteil der olympischen Spiele. Die Kämpfe endeten nicht selten mit schwersten Verletzungen oder dem Tod eines Kämpfers und waren so gut wie regellos. Es war erlaubt Finger zu brechen und sogar Augäpfel herauszudrücken.

Auch die Römer betrieben olympische Boxkämpfe in der Antike. Pyx genannt. Sie benutzten allerdings um die Hand gewickelte Lederriemen oder gar metallene Handschuhe dabei. Auch hier kam es häufig zu Todesfällen.

Die Anfänge des Bare Knuckle Boxens in der Moderne

Ein Teil der Faszination des Boxens ohne Handschuhe ist wohl, dass es dem puren, ungeregelten Kampf zwischen zwei Kontrahenten, gefühlt sehr nahe kommt. In den Ursprüngen des Bare Knuckle Boxen Sports war es auch ein fast regelloser Kampf, der wohl dem modernen MMA Sport ähnlicher war, als dem modernen Boxen. Zumindest was die Wahl der Methoden anbelangte.

So waren früher greifen, ringen und werfen durchaus im Rahmen der „Regeln“ oder sagen wir, nicht ausdrücklich verboten. Bare Knuckle Boxen war die europäische Version des brasilianischen Vale Tudo (übersetzt – alles geht), mit dem Schwerpunkt zu schlagen.

Kämpfe wurden damals ohne Zeitlimit durchgeführt. Dabei gab es keine fix festgelegten Rundenzeiten oder Runden. Die Kämpfe streckten sich oft über mehrere Stunden hin, sofern es nicht zu einem Knock Out, oder einer Aufgabe kam.

Der längste Bare Knuckle Boxkampf

Als der längste dokumentierte Boxkampf ohne Handschuhe gilt der Fight zwischen James Kelly und Jonathan Smith. Der Kampf fand im Jahr 1855 in Victoria (Australien) statt und ging über 17 Runden. Kelly gewann durch Aufgabe seines Gegners nach 6 Stunden und 15 Minuten.

Es gab zwei Arten zu gewinnen:

  • Sieg durch Aufgabe des Gegners.
  • Sieg durch K.O.

James Figg, (1684 – 1734) ursprünglich Fechtlehrer, war der erste allgemein anerkannte Boxmeister Englands, im Schwergewicht. Figg hat nicht nur, Boxkämpfe ohne Handschuhe bestritten, sondern nahm auch an Schwertkämpfen teil. Die Ursprünge des modernen westlichen Boxsports liegen im Fechten. Er wurde von arbeitslos gewordenen Fechtlehrern, wie Figg entwickelt, betrieben und gelehrt.

John Sullivan (1858 – 1918) war der erste anerkannte Schwergewichtsweltmeister im Boxen. Er absolvierte sowohl Kämpfe mit, als auch ohne Boxhandschuhe.

Bare Knuckle Boxen und der moderne Boxsport

Aus dem Bare Knuckle Boxen entwickelte sich der moderne Boxsport. Der zeichnet sich durch ein detailliertes Regelwerk aus, das die Kämpfe sicherer und für die Zuschauer attraktiv gestalten soll.

Die Queensberry-Regeln von 1892 gelten, mit Modifikationen, noch heute:

Die Queensberry-Regeln schreiben vor:

  • Boxhandschuhe zu tragen
  • Rundenzeiten von 3 Minuten
  • Das Anzählen bis 10

Die Queensberry Regeln wurden dann im Regelwerk der jeweiligen Boxverbände ergänzt, aber unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Mitte der 80-er Jahre einigten sich alle großen Boxverbände, wie die WBC, WBO und WBA darauf die maximale Rundenzahl in WM-Kämpfen von 12 auf 15 zu reduzieren.

Gerade nach Runde 12 kam es immer wieder zu schweren Verletzungen der Boxer. Sie mussten schon sehr ermüdet, schwere Treffer nehmen und konnten sich oft nicht mehr ausreichend schützen.

Besonderheiten des Bare Knuckle Boxens

Den Gegner gezielt verletzen

Eine bewährte Strategie ist es dem Gegner Cuts zu schlagen.

Cuts sind Risswunden, die stark bluten. Dadurch beeinträchtigen sie die Sicht des Verletzten. Cuts können, wenn sie nicht behandelt werden und der Kampf nicht rechtzeitig beendet wird, zu schweren Verletzungen führen, da sie immer weiter aufreißen.

Der Boxer dem es gelingt im Gesicht des Gegners große Cuts, vor allem im Augenbereich zu öffnen hat er im modernen Bare Knuckle Sport, gute Chancen auf einen Kampfabbruch durch den Ringrichter oder Aufgabe des Gegners. Das gilt natürlich im regulären Boxen auch, allerdings ist es mit Handschuhen wesentlich schwerer Cuts zu erzeugen.

Die Art zu schlagen, die Cuts besonders leicht hervorruft wird an der Boxbirne entwickelt. Es gibt die Theorie, dass dieses Trainingsgerät ursprünglich dazu entwickelt wurde. Die Boxbirne ist aber auch heute aus dem modernen Boxsport nicht wegzudenken. Sie entwickelt, ein Gefühl für Rhythmus und verbessert die Ausdauer im Schultergürtel.

Spezielle Schlagtechniken im Boxen ohne Handschuhe

Das Boxen, ohne Handschuhe verlangt von den Kämpfern äußerst gezielt und dosiert, das heißt nicht immer mit vollem Krafteinsatz zu schlagen.

Der Nasenstüber

Eine aus dem BNB entstammende Technik ist der sogenannte Nasenstüber. Ein gerader nicht zu heftiger Schlag auf die Nase, um die Sicht des Getroffenen zu beeinträchtigen.

Eine historisch überlieferte Art die Führhand als Jab zu schlagen war es mit, bei voller Streckung, nach oben gerichteter Handfläche zu schlagen. In Ausgangsposition war die Handfläche nach innen zum Gesicht des Boxers ausgerichtet. Der Vorteil dieser Art zu schlagen ist, dass es fast sicher ist, dass mit den Knöcheln der Hand getroffen wird. Unabhängig davon, ob der Arm ganz durchgestreckt wird.

Schläge mit dem Gesicht abzuwehren, ist nie eine gute Idee. Beim Boxen ohne Handschuhe, kann es aber durchaus ein gewinnbringender Austausch sein, die gegnerische Gerade mit der Stirn zu blocken. Der Stirnknochen ist äußerst stabil und ein fester Schlag wird zum Brechen der Hand führen. Diese Strategie ist also durchaus sinnvoll, wenn auch nicht besonders elegant.

Handverletzungen vermeiden

Eine typische Boxerfraktur stellt der Bruch des fünften Mittelhandknochens dar.

Wegen der beträchtlichen Gefahr von Handverletzungen wurde im klassischen Bare Knuckle Boxen vermehrt zum Körper geschlagen.

Faustschläge auf den Schädel des Gegners führen oft zu Handverletzungen  und Brüchen. Es kann auch zu Schnitten und hochinfektiösen Verletzungen kommen, wenn die Zähne oder bei einem sehr harten Schlag das gegnerische Nasenbein in die Hand schneiden. Nicht selten kommt es dann zu Blutvergiftungen. Das führt auch noch heute zu Amputationen und Todesfällen, wenn diese Verletzungen nicht rechtzeitig behandelt werden.

Aufgrund dessen wurde beim Boxen ohne Handschuhe oft zum Körper geschlagen.

Das hatte zur Folge, dass die Deckung etwas tiefer ausgerichtet wurde, als wir es vom modernen Boxsport kennen. Die hintere Hand war vor allem für den Schutz des sehr schlagempfindlichen Solar Plexus zuständig.

Die Rolle von Haken im Bare Knuckle Boxen

Weite Haken vergrößern das Verletzungsrisiko an der Schlaghand beträchtlich, wenn ohne Handschutz geboxt wird. Es kommt in diesem Zusammenhang oft zu Brüchen des Daumens, wenn nicht korrekt getroffen wird. Hier empfiehlt es sich mit vertikaler Faust zu schlagen. Das verringert das Verletzungsrisiko etwas.

Haken, die fast geradlinig geschlagen werden und nur geringfügig von der Seite, zum Kinn oder der Schläfe des Gegners geschlagen werden, sind wirkungsvolle K.O Schläge und relativ sicher für die Hand.

Achtung Irrtum!

Schläge mit der offenen Hand und Kopfstöße zählen, wenn auch von so manchem selbsternannten Experten propagiert, nicht zu den erlaubten Techniken im modernen Bare Knuckle Boxing.

Im modernen Bare Knuckle Boxen sind Schläge mit der offenen Hand ausdrücklich verboten.

Selbst eine allzu entspannt gehaltene Hand, die nicht sichtbar vor dem Schlagen geschlossen wird, kann zu Verwarnungen führen. Die Gefahr unabsichtlich oder auch absichtlich, Fingerstiche einzusetzen und das damit verbundene Verletzungsrisiko für die Augen, ist einfach zu groß.

Schläge mit der offenen Hand sind allerdings im Bereich der Selbstverteidigung nicht wegzudenken, weil die Hand dann weniger verletzungsanfällig ist.

Modernes Boxen durch die Einführung von Handschuhen

Mit der Einführung der Boxhandschuhe änderte sich der Sport noch einmal grundlegend.

Die Boxhandschuhe, die in erster Linie dem Schutz der Hand vor Verletzungen dienen, erlaubten mit voller Wucht zuzuschlagen und weniger wählerischer bei der Wahl der Ziele sein zu müssen.

Während ein wuchtiger Schlag auf die Nase, der zum Abriss des Nasenknorpels führen konnte, die ungeschützte Hand schwer verletzen konnte, erlauben Boxhandschuhe wuchtige Schläge ins Gesicht.

Boxhandschuhe bieten ebenfalls eine vergleichsweise gute Deckung von Schlägen. Sie puffern die Wucht der Schläge ab und verringern die Lücken in der Deckung, allein schon aufgrund ihrer Größe. So macht eine passive Doppeldeckung mit Boxhandschuhen erst überhaupt Sinn.

Schläge zum Kopf sind mit Handschuhen wesentlich effektiver, da härter und weniger zielgenau geschlagen werden kann, als es ohne Handschuhe vernünftig wäre.

Bare Knuckle Boxen als Volkssport

Irland Mutterland des Bare Knuckle Boxens

In Irland stellt das Boxen ohne Handschuhe unter den sogenannten Traveller einen Volkssport dar. Der Name Traveller rührt von Großfamilien her, die in Wohnwägen leben und durchs Land ziehen. Sie nennen sich selbst „Gypsies“. Im modernen politisch korrekten Sprachgebrauch würde man sie als Rotationseuropäer bezeichnen. Familienfehden und Zwistigkeiten werden über das Boxen geregelt. Dabei geht es oft um sehr hohe Wetteinsätze und viel Geld.

Das Video vermittelt einen guten Eindruck, über die Lebensweise, Mentalität und Kämpfe dieser irischen Traveller.

Dambe – Boxen ohne Handschuhe in Nigeria

Dambe ist der Kampfsport der Hausa einer westafrikanischen Volksgruppe. Die Wettkämpfe wurden von der Kaste der Metzger/Fleischhauer ins Leben gerufen. Die Kämpfe werden traditionell zu Erntedankfesten abgehalten und sind nichts für Weicheier.

Beim Dambe sind auch Tritte erlaubt, sie spielen aber eine untergeordnete Rolle. Auffallen ist, die in Stoff gehüllte Schlaghand, die stärkere Hand der Boxer. Sie wird hauptsächlich zum Schlagen eingesetzt, während die Führhand selbst hauptsächlich schützt und zum Distanzhalten dient. Es wird versucht mit wuchtigen, weit ausgeholten Schwingern die, wenn sie treffen, über große Wucht verfügen den Gegner niederzuschlagen.

Treffen die „Heumacher“, wie diese weit ausholenden Schwinger in der Boxersprache genannt werden, kommt es meist zu Niederschlägen und Verletzungen. Kiefer und Rippenbrüche, aber auch Handverletzungen kommen häufig vor.

Moderne Ansätze im Bare Knuckle Boxen

Mittlerweile ist es ein Millionengeschäft in den USA. Das moderne als Sport promotete Bare Knuckle Boxen. Bare Knuckle Fighting Championship ist eine Organisation, die sich der Herausforderung stellt ihren Sport ähnlich populär, wie Boxen oder die Mixed Martial Arts zu machen.

Ist das moderne BNB besser als sein historischer Vorgänger?

Deutlich zu sehen ist, dass die Kämpfer vielfach aus dem modernen Boxsport kommen. Das historische, unter dem damaligen Regelwerk bewährte Bare Knuckle Boxen, hat mit Sicherheit anders ausgesehen. Wie Vergleichskämpfe zwischen den Old School Boxern und den modernen Sportlern aussehen würden können wir nur vermuten.

Für den modernen Boxer spricht mit großer Wahrscheinlichkeit die bessere Fitness.

Ich bezweifle allerdings, dass die alten historischen Größen im Bare Knuckle Boxen zu leichten Opfern geworden wären.

Ganz entscheidend wäre vermutlich das Regelwerk unter dem gekämpft werden würde.

Wie ein Kampf zwischen modernem Bare Knuckle Boxer und Profiboxer unter den Queensberry-Regeln ausgehen wird, sollte keine Überraschung sein. Abgesehen von Fitness und Trainingszustand befindet sich der Bare Knuckle Boxer hier einfach auf der falschen Spielwiese.

Das an dieser Stelle veröffentlichte YouTube Video wurde leider offline genommen. Es zeigt, einen Bare Knuckle Boxer der in der ersten Runde untergeht, was unter diesem Regelwerk zu erwarten war.

Drei Stars des Bare Knuckle Boxen

The Guv’nor

Leonard John „Lenny“ McLean, auch unter seinem Kampfnamen The Guv’nor bekannt, war ein berühmt-berüchtigter Londoner Türsteher, Schläger, Boxer, Schauspieler und verurteilter Krimineller. Geboren 1949 und in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen entwickelte er sich zu einem berüchtigten Schläger.

Er soll über 4000 Kämpfe bestritten haben und wurde als der härteste Mann in Großbritannien bezeichnet. Was etwas heißen will, in einem Land, in dem der Boxsport eine lange Tradition hat und in manchen Regionen als Volkssport betrieben wird.

Kleiner Tipp, meide Schlägereien grundsätzlich und ganz besonders in Irland. 😉

Kneipenschlägereien haben nicht viel mit dem Boxsport zu tun, folgen anderen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Vom Beginn und der Anbahnung der Schlägerei, den vorhergehenden Provokationen, aber auch den scheinbar überfallsartigen nicht vor angekündigten Angriffen, bis hin zum Einsatz von Einrichtungsgegenständen als Waffen und Kämpfen in der Gruppe.

Wer das beherrscht und dann noch ein guter Sportboxer ist, ist extrem gefährlich. Lenny war offenbar einer dieser Kämpfer. Er nahm an Kämpfen im Bare Knuckle Boxen, sogenannten Underground Kämpfen und regulären Boxkämpfen mit großem Erfolg teil.

Jimmy ‚ The Celtic Warrior ‚ Sweeney

Jimmy ‚ The Celtic Warrior ‚ Sweeney ist Ire und setzt damit die langjährige Tradition des irischen Bare Knuckle Boxens, auch international sehr erfolgreich fort. Sweeney  konnte im Mittelgewicht zwei englische und zwei irische Titel erringen und hält einen Rekord von 24 Siegen zu nur zwei Niederlagen im BNB der WBKBC.

Was du hier siehst, ist Boxen auf sehr hohem Niveau. Es gehört einiges dazu, einen anderen Kämpfer derart hilflos und technisch unterlegen aussehen zu lassen. Das sind Szenen die an den großen Roy Jones Jr. erinnern.

Kimbo Slice

Kimbo war ein bekannter Mixed Martial Arts Kämpfer, der unter anderem von Größen des Sports wie Bas Rutten trainiert wurde.

Slice trug auch Bare Knuckle Kämpfe gegen diverse Herausforderer aus. Der Charakter dieser Kämpfe kommt dem einer unregulierten Straßenschlägerei schon sehr nahe und hat wenig, mit dem sportlichen Bare Knuckle Boxen zu tun, dessen Organisatoren sich alle Mühe geben, es als sauberen Sport zu etablieren.

Der 1974 geborene Kimbo verstarb 2016 an einem Herzversagen.

Wie gefährlich ist Bare Knuckle Boxen?

Das BNB wird oft mit Hundekämpfen verglichen, das hat es mit den Mixed Martial Arts gemeinsam. Beim BNB kommt es häufiger zu blutigen und stark blutenden Verletzungen als beim olympischen Boxen. Daraus zu schließen, dass Boxen ohne Handschuhe grundsätzlich gefährlicher oder gesundheitsschädigender wäre, ist aber nicht korrekt.

Die Arten der Verletzungen und Schäden sind andere.

Beim Boxen mit Handschuhen kommt es seltener zu oberflächlichen Verletzungen. Innere Verletzungen, also Gehirnerschütterungen und daraus resultierend neurologische Erkrankungen bis hin zur Demenz, kommen allerdings im Bereich der Vielkämpfer häufig vor. Es gibt zwar keine repräsentativen Studien zu Hirnverletzungen im BNB, allerdings kann davon ausgegangen werden, dass diese weniger häufig vorkommen.

Aus zwei Gründen:

  • Es kann nicht so oft hart zum Kopf geschlagen werden, da das Risiko von Handverletzungen ohne Handschuhe enorm ist.
  • Die häufig auftretenden Rissquetschungen (Cuts) führen eher zu einem frühzeitigen Kampfabbruch.

Einhergehend mit den Cutverletzungen steigt aber auch das Risiko von Verletzungen an den Augen. Besonders dann, wenn unsauber geschlagen wird und ein Finger das Auge trifft.

Wie viel verdienen Bare Knuckle Boxer?

Die Summen die Bare Knuckle Boxer verdienen sind je nach Leistungsniveau, Veranstaltern, geografischen Regionen und Level der Kämpfer höchst unterschiedlich. Vom Kampf um die Ehre, oder Familienehre, wie sie die Irischen Traveller traditionell austragen, bis hin zu professionellen Boxern und UFC Kämpfern, die an Bare Knuckle Kämpfen teilnehmen reicht das Spektrum.

Es gibt auch noch andere Organisatoren…

Welche Summen in illegalen Untergrund Kämpfen verdient werden, können wir nur vermuten. Hier sind auch extrem hohe Summen vorstellbar, in Kämpfen die kaum einem Reglement unterworfen sind, und nicht selten mit schwerst verletzten oder sogar toten Kämpfern enden. Viele dieser Kämpfe werden von mafiösen Organisationen oft auch auf Schiffen in internationalen Gewässern durchgeführt, um Kontrollen zu entgehen.

Die irischen Traveller verdienen bei ihren Kämpfen immerhin bis zu mehreren tausend Pfund, bei den wirklich großen Kämpfen. Das Wettgeschäft blüht ebenso, im Zusammenhang mit den Kämpfen.

Preisgelder professioneller Bare Knuckle Boxer

Die schlechter bezahlten Kämpfer verdienen in den USA in BKFC Kämpfen 2500 US-Dollar. Damit ist die Bezahlung oft besser als jene in vergleichbaren MMA Veranstaltungen.

Spitzenkämpfer wie Jason Knight professioneller Mixed Martial Arts Kämpfer hat sich vorgenommen mehr als in seinem letzten UFC Kampf zu verdienen. Als Verlierer erhielt er 36.000 US-Dollar
Artem Labov, Knights Gegner erhielt 50.000 US-Dollar für den Kampf.

Paulie Malignaggi lies damit aufhorchen in seinem Kampf mit Lobov mehr zu verdienen als die Spitzenkämpfer in der UFC. Er sprach in einem Tweet von einer Summe von über 350.000 US-Dollar.

Ist Bare Knuckle Boxen legal?

In Deutschland so weit meine Recherchen ergeben haben ist es legal. Jedenfalls dann, wenn die Kämpfer aus freiem Willen gegeneinander antreten, Herr ihrer Sinne sind und die Möglichkeit der Aufgabe besteht, bzw. ein Ringrichter anwesend ist, der für die Sicherheit der Kämpfer sorgt. Die grundgesetzlich festgeschriebene Menschenwürde muss in jedem Fall gewahrt bleiben.

Inwieweit ein Ringarzt rechtlich erforderlich ist, konnte ich nicht eruieren. Auf jeden Fall sollte ein Arzt aus medizinischen Gründen, zum Schutz der Kämpfer vor Ort sein. Alles andere wäre unverantwortlich.

Fazit – Bare Knuckle Boxen

Bare Knuckle Boxen ist ein blutiger Sport, der wohl deshalb nur schwer Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit finden wird. Fernsehübertragungen werden sich wohl weiter auf spezielle Sportsender und Pay-per-View beschränken. Trotzdem ist die Akzeptanz des alten, neu wiederentdeckten Sports in den vergangenen Jahren gestiegen.

Die Bestrebungen, BNB zu einem Sport wie andere auch zu machen und ihn aus der Schmuddelecke zu holen, zeigen erste Erfolge. Spitzenathleten aus den Mixed Martial Arts und dem Boxsport beweisen das, durch ihre Teilnahme an Wettkämpfen auf höchstem sportlichen Niveau, die entsprechend gut bezahlt werden.

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