Boxen Grundlagen

Boxen Grundlagen – das solltest du wissen

Der Boxsport ist nicht nur körperlich und mental sehr anspruchsvoll, sondern auch technisch äußerst ausgereift. Er wird nicht umsonst die Sweet Science genannt. Was jeder Boxer aber benötigt sind solide Grundlagen, die Voraussetzung dafür sind den eigenen persönlichen Stil zu finden.

Zu den Grundlagen im Boxen zählen: Ein korrekter Stand, die Grundstellung mit guter Deckung und Beinarbeit. Grundschläge, wie der Jab, gerade Schläge und Haken und deren technische saubere Ausführung. Die Fähigkeit Schläge zu parieren, blocken und zu meiden, sowie ein spezifisches Fitnesstraining.

Es gibt nicht die eine Grundschule im Boxsport, sondern von den jeweiligen Trainern abhängig, teilweise beträchtliche Unterschiede in der technischen Ausführung und der Lehrmethodik. Trotzdem gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Der Boxsport folgt wie jeder andere Sport auch den Gesetzen der Biomechanik. Du kannst zwar auf unterschiedliche Arten Techniken ausführen und es dabei richtig machen, aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten es falsch zu machen.

Sehen wir uns die Grundlagen der Reihe nach an.

Der richtige Stand im Boxen – die Grundstellung

Bevor du zu laufen anfängst, musst du erst einmal in der Lage sein zu gehen und zu stehen. Es ist ein schwerer Fehler, so entscheidende aber auch unspektakuläre Dinge wie den Stand als Basis für Schläge, Meidbewegungen und die Beinarbeit zu vernachlässigen. Jedes Haus benötigt ein Fundament, so benötigst du auch im Boxsport die richtigen Grundlagen.

Stimmt der Stand nicht, stimmt der Rest auch nicht und weil Boxen ein harter Sport ist, bezahlst du teuer. Du wirst häufiger getroffen, triffst selbst weniger.

Der korrekte Stand hilft dir dich effektiv in alle Richtungen zu bewegen, Meidbewegungen mit dem Oberkörper auszuführen, stabil zu stehen und hart zu schlagen.

Über den richtigen Stand im Boxen kannst du hier detailliert nachlesen.

Hier eine der gängigsten Empfehlungen wie ein korrekter Stand in der Grundschule auszusehen hat:

  • Die hintere Ferse befindet sich auf einer Linie mit der großen Zehe des vorderen Fußes.
  • Die Füße sind parallel, bis zu einem Winkel von 90 Grad, zueinander.
  • Du stehst mindestens schulterbreit oder etwas länger.
  • Die Beine sind leicht gebeugt und das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt.
  • Das Körpergewicht ruht schwerpunktmäßig auf den Fußballen. Die hintere Ferse ist leicht angehoben.
  • Nach jeder Aktion kehrst du in die Grundstellung zurück und behältst die Schrittlänge und Position bei.
  • Die Hände sind oben und die Ellenbogen am Körper.
  • Das Kinn gesenkt und der Oberkörper gekrümmt, wie bei einem Crunch. Wichtig ist den Schwerpunkt zwischen den Füßen zu halten und die Angriffsfläche für den Gegner zu verringern.

Die Auslage – Boxen Grundlagen

Wir unterscheiden Linksausleger und Rechtsausleger im Boxen und Kampfsport generell. Die Linksauslage ist die sogenannte Normalauslage, die natürliche Auslage der meisten Rechtshänder. Das linke Bein ist vorne und die starke rechte Hand hinten. Die hintere Hand wird auch Schlaghand genannt, weil sie mehr Schlagkraft erzeugt als die vordere Hand.

Die vordere Hand ist die sogenannte Führhand. Sie führt den Kampf und ist die häufiger eingesetzte Hand. Vor allem der Jab, ein ansatzloser Schlag ist der wichtigste und häufigste Schlag im Boxsport. Der Jab wird fast immer mit der Führhand geschlagen.

Welche Auslage du wählen solltest hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Manche Boxer wollen auch mit ihrer starken Hand als Führhand kämpfen, fühlen sich so wohler oder wählen diese Auslage aus taktischen Gründen.

Wichtig zu wissen ist, dass zwei Boxer, die sich in der gleichen Auslage gegenüberstehen mehr Möglichkeiten haben, variantenreich zu boxen, als bei der Konfrontation von Rechts- und Linksausleger.

Rechtsausleger in der Regel Linkshänder, sind viel seltener zu finden und deshalb als Gegner unbeliebt. Linksausleger treffen relativ selten auf Rechtsausleger und haben weniger Übung mit ihnen umzugehen, als umgekehrt.

Die Deckung – Boxen Grundlagen

Es gibt unterschiedlichste Arten der Deckungsarbeit. Die Philly Shell die Floyed Mayweather benutzt ist eine ganz besondere Art sich zu schützen und zu kämpfen. Sie ist allerdings nichts für Anfänger.

Jeder Boxer sollte zunächst einmal eine solide klassische Grundschule erlernt haben und auf dieser Basis dann Veränderungen vornehmen.

  • Hintere Hand am Kinn leicht seitlich oder vor dem Kinn.
  • Vordere Hand etwa in Augenhöhe. Sie kann vor dem Körper oder nahe am Kopf geführt werden. Das hängt von der Situation ab.
  • In der mittleren und nahen Distanz wirst du die Deckung enger am Körper führen und gegebenenfalls in die sogenannte Doppeldeckung übergehen. Dabei sind deine Hände in Höhe des Jochbeins oder höher, während die eng am Körper anliegenden Unterarme deinen Körper schützen.
  • Eng anliegende Unterarme schützen dich vor Körpertreffern. Du solltest vor allem darauf achten, den solar Plexus, die Leber und die kurzen Rippen zu decken. Diese Ziele sind nicht ausreichend durch Muskeln und Knochen geschützt.

Die Beinarbeit im Boxen

Die Beinarbeit ist eine essenzielle Grundlage im Boxen und jedem Kampfsport.

Wer nicht gezielt und sinnvoll manövrieren kann hat schlechte Karten.

Es erlaubt es deinem Gegner in bessere Positionen zu kommen, dich zu treffen, ohne getroffen zu werden. Er tut das über Winkelarbeit. Das Ziel ist es hier eine oder beide Hände einsetzen zu können, während der Gegner sich erst neu ausrichten muss um wieder schlagen zu können.

Wer gute Boxer beobachtet, wie sie sich in die Flanke und manchmal sogar für ihre Gegner überraschend, hinter die Gegner manövrieren, bekommt eine Vorstellung davon wie entscheiden die Beinarbeit ist.

Neben den klassischen Methoden um leichtfüßiger zu werden, wie Seil springen oder eine Koordinationsleiter zu verwenden, die in sehr vielen Sportarten Verwendung findet, ist gezielte Schrittarbeit entscheidend.

Es gibt unterschiedliche Methoden, um über die Beinarbeit Vorteile zu erzielen. Manche werden als Geheimnisse gehütet. Zu Recht, wer über entsprechendes Wissen verfügt und lernt es auch in der Praxis anzuwenden verfügt über deutliche Vorteile.

Beinarbeit für Kampfsportler.

Der Pivot Step – Side Step

Es existieren unterschiedliche Bezeichnungen für diesen Schritt. Der Schritt hilft dir in die Flanke des Gegners zu kommen. Du drehst über den Ballen des vorderen Fußes, in einem Winkel von ca. 45 Grad nach außen. Für Linksausleger also nach links.

Den vorderen Fuß kannst du der Situation entsprechend nach links, links vorne oder links hinten setzen. Stürmt der andere Boxer gerade vor, gewinnst du etwas Zeit, wenn du den Fuß nach links hinten setzt und dann erst wendest. Zum Pivotstep passt idealerweise der Jab, ein ansatzloser Schlag mit der Führhand.

Über es den Schlag mit dem Pivot Step zu verbinden, dann erzielst du mehr Schlagkraft.

Step Slide

Erklärungen für Normalausleger, der linke Fuß ist vorne. Rechtsausleger machen es spiegelverkehrt.

  • Du bewegst dich nach rechts: Zuerst bewegt sich der rechte Fuß, dann der linke Fuß, bis du wieder in der Grundstellung stehst.
  • Bewegst du dich nach links, beginnt der linke Fuß, bewegst du dich nach hinten, der hintere Fuß, nach vorne der vordere Fuß. Du endest immer in der Grundstellung unter Abstand zwischen deinen Füßen bleibt gleich.

Die Schrittarbeit im modernen Boxsport ist sehr variantenreich. Einflüsse aus anderen Sportarten, wie dem Basketball haben den modernen Boxsport sehr beeinflusst. Einer der Boxer der Schritte aus dem Basketball im Boxen genutzt hat, war Roy Jones Jr.

Die Grundschläge im Boxen

Zu den Grundschlägen im Boxen gehören die geraden Schläge mit Führ- und Schlaghand und die Haken.

Haken werden in Aufwärtshaken, sie kommen von unten hoch und Seithaken, die seitlich um die Deckung geschlagen werden unterteilt.

Effektive Schläge werden schnell, explosiv, unter Einbeziehung des gesamten Körpers bei der Schlagausführung und entspannt, bis kurz vor dem Auftreffen geschlagen. Anfänger neigen dazu die Schläge zu schieben, ihnen fehlt oft noch die nötige Lockerheit und sie bremsen durch zu viel Spannung in der Muskulatur ihre Schläge ungewollt ab.

Ganz wichtig zu verstehen ist, dass die Faust bzw. der Arm die aus dem gesamten Körper generierte Schlagkraft überträgt. Die Armmuskulatur selbst, ist nur zu einem verhältnismäßig geringem Teil, an der Erzeugung der Schlagkraft beteiligt. Mehr zum Thema Schlagkraft – trainieren und verbessern.

Der Jab – Boxen Grundlagen

Der Jab ist ein ansatzloser Schlag.

Er kann mit beiden Händen geschlagen werden. In der Regel wird der Jab zu 95 % und mehr mit der Führhand geschlagen. Als wichtigster und häufigster Schlag im Boxen, sollte jeder Boxer ihm besondere Aufmerksamkeit widmen, denn er bestimmt und gewinnt Kämpfe. Dabei gibt es unzählige Arten einen Jab zu schlagen und einzusetzen.

Der Jab in der Box-Grundschule:

  •  Startet aus deiner Kampfstellung und führe die Faust deiner vorderen Hand auf direktem Weg zum Ziel.
  • Das Ziel kann der Kopf, aber auch der Körper des Gegners sein. Schlägst du tief schlage nicht nach unten, sondern gehe in die Knie, sodass dein Arm parallel zu Boden ist.
  • Der Ellenbogen bleibt innen und geht bei der Schlagausführung nicht nach außen. So ist der Angriff schwerer zu erkennen und von Ausnahmen abgesehen, auch härter.
  • Stell dir vor, dein Arm schlägt durch ein Rohr. Das hilft dir den Ellenbogen innen zu halten.

Du kannst den Jab einsetzen, um die richtige Distanz zu finden, Kombinationen zu eröffnen und zu beenden, die Sicht des Gegners zu stören und vieles mehr.

Mehr dazu: Alles über den Jab.

Die rechte Gerade

Für Normalausleger, die mit dem linken Bein vorne stehen ist die rechte Gerade, der gerade Schlag mit der in der Regel dominanten Hand, einer der härtesten Schläge.

Die rechte Gerade in der Box-Grundschule:

  • Die Kraft wirkt in die Richtung, in die der Fuß zeigt. Ist der vordere Fuß auf das Ziel gerichtet, spürst du ein leichtes Ziehen auf der linken Hüftseite (Linksausleger), wenn die Hüfte nicht eingedreht ist. Sobald du die Hüfte in den Schlag drehst, verschwindet diese Spannung. Diese Spannung trägt dazu bei, die Hüfte noch schneller einzudrehen.
  • Um die Hüfte in den Schlag zu bringen, musst du den hinteren Fuß eindrehen. Eine gute Übung um das zu verinnerlichen stellt der Diagonalgang dar.
  • Stell dir vor, du willst mit dem Fußballen eine Zigarette auslöschen. (Es gibt auch noch andere technische Ansätze. Dieser ist aber am meisten verbreitet.)
  • Verlagere dein Gewicht nach vorne und senke die Hüfte leicht ab. Das hilft dir mehr Kraft in den Schlag zu setzen.
  • Im Boxsport wird gelehrt die Schulter maximal einzudrehen. In diesem Fall also die rechte Schulter beim Schlagen nach vorne zu nehmen.  Für den Boxer überwiegen die Vorteile in Reichweite, Geschwindigkeit und Schlagkraft beim vollen Eindrehen der Schulter.
  • Eigenschutz: Lass die linke Hand oben und nimm dein Kinn runter. Die Schulter des schlagenden Arms schützt Kinn und Schläfe.
  • Vermeide es zu telegrafieren. Offensichtliche Ausholbewegungen verraten frühzeitig deine Angriffsabsichten.
  • Bewahre dein Gleichgewicht, lehne dich nicht zu weit mit dem Oberkörper in den Schlag.
  • Wie auch bei der linken Geraden, hilft die Vorstellung durch ein Rohr zu schlagen auch hier. Der Ellenbogen bleibt eng und dreht nicht nach außen.

Mehr Informationen zum Einsatz der Schlaghand im Boxsport.

Der Aufwärtshaken oder Upper Cut

Der Aufwärtshaken auch Uppercut, wird  im Volksmund auch Kinnhaken genannt.  Er wird im meist in der nahen und mittleren Distanz eingesetzt und führt häufig zu spektakulären Knock Outs. Der Aufwärtshaken wird in einer Aufwärtsbewegung zumeist zum Kinn, aber auch zum Körper geschlagen. Es gibt im fortgeschrittenen Boxen auch einen sogenannten – Long Range Uppercut. Er stellt eine Mischung aus Aufwärtshaken und Jab dar.

Der Aufwärtshaken in der Box-Grundschule:

  • Nutze den gesamten Körper, um Kraft für den Schlag zu erzeugen.
  • Die Kraft des Schlages kommt aus den Beinen, der Hüfte und dem Rücken und nur zu einem geringen Teil aus dem Arm.
  • Vermeide große Ausholbewegungen. Die Deckung sollte, so eng wie möglich bleiben, indem du in die Knie gehst, kannst du besser ausholen, ohne die Deckung abzusenken.
  • Die Handfläche der schlagenden Hand schaut am Ende der Bewegung zu dir.
  • Ziele sind der Körper oder der Kopf.
  • Der Aufwärtshaken ist ein harter, wirkungsvoller Schlag für sich. Du kannst ihn aber auch nutzen, um den Gegner aufzurichten und andere Schläge vorzubereiten.
  • Nutze den Aufwärtshaken gegen kleinere Gegner, die sich häufig abducken.

Der Seithaken

Der Seithaken wird um die gegnerische Deckung geführt. Der linke Haken, mit der Führhand für Normalausleger, ist ein gefürchteter Ko Schlag. Er ist richtig ausgeführt schwer zu sehen und erzeugt viel Kraft. Die Schlagkraft wird durch die Hüftdrehung und eine plötzliche Gewichtsverlagerung erzielt.

Der linke Haken:

  • Nimm einen korrekten Stand ein.
  • Hände, Unterarme und Ellenbogen schützen Kopf und Körper.
  • Jetzt verlagerst du dein Körpergewicht auf den vorderen Fuß, während du die Hüfte eindrehst. Du bist nun in derselben Position, als ob du mit der Schlaghand (der hinteren Hand), geschlagen hättest. Die Ferse deines hinteren Fußes, dem rechten – also, ist in der Luft und leicht nach außen gedreht. Das gewährleistet die volle Hüftdrehung.
  • Der linke Fuß sitzt voll am Boden auf. Der Zehenspitzen zeigen gerade nach vorne, oder leicht nach innen.
  • Nun bringst du den linken Ellenbogen in folgende Position: Du hebst den linken Ellbogen auf Schulterhöhe an und richtest den Oberarm so aus, dass er in einer geraden Linie zu deiner Brust steht. Dein Unterarm ist in einem Winkel von 90 Grad oder mehr zu deinem Oberarm ausgerichtet.
  • Aus dieser Position drehst du nun wieder die Hüfte ein. Der linke Arm bleibt zu Übungszwecken unverändert in der Ausgangsposition. Gleichzeitig zur Hüftdrehung verlagerst du dein Gewicht wieder (ruckartig) auf den hinteren Fuß. Der linke Fuß dreht am Ballen und die linke Ferse zeigt nach außen. Zeitgleich dreht der rechte Fuß ebenfalls am Fußballen.
  • Im Idealfall trifft der linke Haken gleichzeitig, oder Sekundenbruchteile bevor der Schlag landet. So bekommst du dein Körpergewicht in den Haken.
  • Der linke Haken.

Der rechte Haken:

  • Die Kraft wird hauptsächlich aus der Hüftdrehung und der Gewichtsverlagerung aufs vordere Bein erzeugt.
  • Du kannst mit vertikaler oder horizontaler Faust treffen. Beides hat Vor- und Nachteile und hängt von der Distanz und deinen persönlichen Vorlieben ab.
  • Schütze beim Schlagen deinen Kopf mit der Schulter des schlagenden Arms. Der andere Arm bleibt oben und deckt Kopf und Körper.

Kombinationen schlagen – Schläge sinnvoll kombinieren

Jeder Schlag kann als Set Up für den nächsten gesehen werden, wenn du nach einem Jab mit der Führhand die Hüfte als Linksausleger nach links gedreht hast, ist der nächste logische Schlag, der eine volle Hüftdrehung erlaubt, die rechte Gerade oder der rechte Haken. So kannst du maximale Kraft in deinen Schlag legen.

Hast du einen linken Seithaken geschlagen, bietet sich ebenfalls ein Folgeschlag mit der hinteren Hand an.

Der vorhergehende Schlag ist zugleich die Ausholbewegung für den folgenden. Viele Kombinationen machen sich das zunutze.

Du kannst aber auch mehrere Schläge mit der Führhand abfeuern und dabei deine Fußarbeit nutzen, um immer neue Angriffswinkel zu erzeugen.

Beginne mit einfachen Kombinationen von zwei bis 3 Schlägen. Du verbesserst so deine Körpermechanik und Technik. Kombinationen von mehr als drei Schlägen sind im Kampf schwer anwendbar, aber als Trainingsmethode durchaus sinnvoll.

Greife unterschiedliche Ziele an. Wechsle zwischen Kopf und Körper, sei unberechenbar.

Beispiele für gängige grundlegende Kombinationen im Boxsport:

  • Jab-Jab
  • Jab-rechte Gerade
  • Jab-rechte Gerade – linker Haken
  • Linker Haken – rechte Gerade
  • Linker haken – rechter Uppercut
  • Linker Uppercut – rechte Gerade

Im fortgeschrittenen Pratzentraining mit einem erfahrenen Trainer werden in die Kombinationen auch Meidbewegungen und Schritte eingebaut.

Weltklasse Trainer Tom Yankello bei der Arbeit:

Eigenschutz im Boxen – erfolgreich gegen Schläge verteidigen

Zu den unterschiedlichen Möglichkeiten, dich vor Angriffen zu schützen zählen:

  • Beinarbeit: Die Beinarbeit ist ein gern übersehener Teil des Selbstschutzes im ‚Boxen. Wenn es dir gelingt die Distanz und Winkel zum Gegner zu diktieren, bist du weniger angreifbar und benötigst die anderen Methoden dich zu schützen deutlich seltener.
  • Meiden: Unter Meiden versteht man das Ausweichen von Schlägen, ohne die Beine zu benutzen. Meidbewegungen nutzen den Oberkörper, um sich den Angriffen zu entziehen. Im Englischen werden diese Bewegungen unter Bobbing and Weaving zusammengefasst. Meiden ist eine elegante, effektive Art der Verteidigung. Sie erlaubt es dir nahe am Gegner zu bleiben und effektiv zu kontern. Wichtig zu verstehen ist, dass du in Bewegung bleiben musst und die Meidbewegungen nicht erst beim Angriff einleiten kannst. Dann ist es zu spät. Bleibe in Bewegung und biete eine schwer zu treffendes Ziel.
  • Beim Ausweichen über die Beinarbeit und beim Meiden bleiben die Hände zum Kontern frei. Das ist beim Parieren und Blocken von Schlägen nicht der Fall.
  • Parieren: Schläge aus der Bahn lenken und mit geringem Kraftaufwand vom ziel ableiten ist eine weitere elegante Möglichkeit sich zu schützen.
  • Blocken: Das Blocken von Schlägen ist die erste Form des Eigenschutzes, die der Boxer am Beginn erlernt. Die einfachste Art ist die Doppeldeckung. Der Nachteil beim Blocken von Schlägen ist, dass das eigene Gleichgewicht dadurch gefährdet ist und ein oftmals Teil der Schlagwirkung genommen werden muss.

Welche Art der Verteidigung du einsetzen solltest, hängt von der Distanz, Position und nicht zuletzt von deinem Kampfstil ab. Alle Methoden habe ihren Platz im Boxsport, trotzdem sind Meid- und Ausweichbewegungen vorteilhafter, weil du deine Hände dabei zum Angreifen gebrauchen kannst.

Konter im Boxen – Boxen Grundlagen

Es gilt, je näher du dich am Gegner befindest, umso leichter und schneller kannst du wirksam kontern. Weltklasse Boxer zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie nur minimale Ausweichbewegungen vollführen. Das setzt hervorragende Reflexe, ein gutes Auge, also Erfahrung und Antizipationsfähigkeit, die Fähigkeit Schläge gedanklich vorwegzunehmen, voraus.

Du kannst deinen Gegner auch dazu provozieren bestimmte Schläge auszuführen, indem du Lücken in der Deckung bewusst öffnest. Reagiert der andere Boxer entsprechend und fällt auf den Köder hinein, kannst du ihn gezielt auskontern. Du kannst unterschiedliches Timing zum Kontern verwenden.

Oft kannst du den Gegner überraschen, wenn du direkt in seine Angriffe hineinschlägst, mit entsprechender Eigensicherung selbstverständlich. Du kannst seinem Angriff auch zuvorkommen, oder unmittelbar danach kontern.

Wichtig dabei ist es möglichst unberechenbar und variantenreich vorzugehen, damit dein Gegner sich nicht auf deine Vorgehensweise anpassen kann.

Der Jab ist als ansatzloser, schneller Schlag sehr gut zum Kontern geeignet.

Du kannst den Jab auch mit der Schlaghand einsetzen. Er ist dann zwar weniger hart, als andere Schläge, aber umso schneller und überraschender für den Gegner.

Den Jab selbst kannst du selbst mit einem Jab kontern. Variiere dabei die Ziele und greife auch zum Körper an. Mit dem Jab zum Körper kannst du die gegnerische Führhand zum Kopf gut kontern. Du kannst auch die Schlaghand einsetzen, um über den gegnerischen Jab, die sogenannte Overhand Right einzusetzen. Das ist allerdings eine fortgeschrittene Art des Konterns und setzt viel Erfahrung voraus.

Wie du deine Schlaghand einsetzen kannst, erfährst du unter:

Die Schlaghand erfolgreich im Boxen einsetzen.

Sicherheit im Boxsport

Vernünftig ausgeführt ist Boxen ein relativ sicherer Sport. Gerade im Bereich des Amateurboxens gibt es eine Vielzahl an Sicherheitsmaßnahmen, die die Gesundheit der Sportler schützen sollen.

Dazu gehören:

  • Gesundheitsuntersuchungen
  • Zwangspausen nach einem erlittenen Knock Out.
  • die Wettkampfregeln
  • Die verpflichtende Anwesenheit von Ringrichtern und Ringarzt.
  • Ein Alterslimit für Wettkämpfer.

Die Regeln im Boxsport

Die Queensberry Regeln sind die Grundlagen, an die sich alle großen Boxverbände halten. Es gibt geringfügige Unterschiede, was beispielsweise das wiederholte Anzählen in einer Runde oder das Safed by the Bell angeht. Das entscheidet darüber, wie leicht sich ein angeschlagener Boxer in die Pause retten kann, oder ob er trotz der Pause noch angezählt und möglicherweise ausgezählt wird.

Queensberry Regeln:

  1. Das Tragen von Boxhandschuhen,
  2. Das Anzählen bis Zehn nach einem erfolgten Niederschlagen.
  3. Rundenzeiten von drei Minuten.(mit einminütiger Pause)

Der Boxring

Der Boxring ist quadratisch und besteht aus vier Ecken und drei bis vier Seilen die ihn begrenzen. Der Boden sollte leicht dämpfen. Er ist ungefähr 6 mal 6 Meter groß. Das hängt vom Verband und Veranstalter ab. Ein größerer Ring erlaubt es den Boxern ihre Beinarbeit besser zu nutzen und sie sind so schwerer an den Ringseilen oder in der Ecke zu stellen.

Welche Ausrüstung benötigst du fürs Boxen?

  • Mundschutz: Der Mundschutz schützt nicht nur die Zähne, sondern auch Kiefer, Lippen und den Rachenraum. Ihn zu tragen ist Pflicht. Informationen zu Funktionsweise, Qualitätskriterien und Produkten findest du unter: Mundschutz Guide
  • Boxhandschuhe: Es gibt eine Vielzahl von Herstellern, die auch teilweise sehr günstig hervorragende Produkte anbieten. Informationen dazu und über die richtige Größe, Pflege und Beschaffenheit von Boxhandschuhen findest du unter: Boxhandschuh Guide
  • Bandagen: Die Bandagen dienen dazu deine Hände und Handgelenke zu stabilisieren und vor Verletzungen zu schützen. Sie haben außerdem den Nebeneffekt, Schweiß zu absorbieren und erhöhen damit die Lebensdauer deiner Handschuhe.
  • Springseil: Ein günstiges und effektives Mittel um leichtfüßiger zu werden. Aus dem Boxsport nicht wegzudenken.
  • Sportkleidung und geeignetes Schuhwerk. Es gibt spezielle Boxschuhe und Boxstiefel, die den Anforderungen des Sports besonders gut gerecht werden.
  • Kopfschutz: Der Kopfschutz absorbiert einen geringen Teil der Schlagenergie, schützt aber sehr gut vor sogenannten Cuts, oder bei unbeabsichtigten Zusammenstößen der Köpfe. Es hängt von Trainer, Verein und dir ab, ob du einen Kopfschutz verwenden willst oder musst. Manche Modelle schränken die Sicht stark ein, ein Grund warum der Kopfschutz nicht besonders beliebt ist.

Wenn du in einer Boxschule oder einem Boxverein trainierst, brauchst du dir keine Gedanken über weitere Ausrüstung zu machen. Falls du aber auch zu Hause trainieren möchtest, wirst du eventuell darüber nachdenken dir zusätzliche Boxausrüstung anzuschaffen.

Sandsack: Ohne Zugang zu einem Sandsack zu haben, wirst du dir schwertun dich boxerisch entsprechend zu entwickeln. Du kannst am Sandsack deine Schlagkraft, Kraftausdauer aber auch Beinarbeit und Meidbewegungen trainieren. Wichtig ist es, einen entsprechend schweren Sandsack auszuwählen, der nicht wild zu schwingen beginnt. Du benötigst auch genug Platz, um dich um den Sandsack herumzubewegen und eine entsprechend stabile Aufhängung oder Sandsack-Ständer.

Handpratzen: Sind ein ideales Tool um Kombinationen einzuschleifen und dann auch mit freier Beinarbeit umzusetzen. Du benötigst dazu allerdings einen Trainingspartner, der weiß was er tut, sonst richtet er mehr Schaden als Nutzen an.

Der Doppelendball: Ein Ball ungefähr von der Größe eines menschlichen Kopfs, der oben und unten an Gummibändern befestigt ist. Er ist im fortgeschrittenen Bereich ein sehr gutes Trainingsgerät, um Zielgenauigkeit, Geschwindigkeit, Hand Augen Koordination und kleine Meidbewegungen zu trainieren.

Boxen Grundlagen zu Hause lernen?

Grundsätzlich empfehle ich dir einen Boxverein oder eine Boxschule aufzusuchen. Im geeigneten Umfeld von Personen zu lernen ist um vieles leichter und motivierender als es auf eigene Faust ohne Anleitung zu versuchen.

Für Sportler die nur selten in Vereinen trainieren können, sonst alleine oder besser mit einem Trainingspartner selbst trainieren wollen, gibt es gute Videokurse. Der in englischer Sprache von Kenny Weldon erhältliche ist der, den ich absolut hervorragend finde.

Er ist nicht nur für Anfänger, sondern auch für Fortgeschrittene und Trainer interessant. Weldon war einer der Trainer von Ex Schwergewichtsweltmeister Evander Holyfield und versteht sein Handwerk.

Was deutschsprachige Kurse angeht, solltest du dir den Boxkurs von Ultimate Boxing ansehen. Er ist, wenn du am PC bist rechts oben verlinkt. Am Handy brauchst du nur nach unten zu scrollen.

Kampfsport zu Hause lernen geht das?

Krafttraining für Boxer

Ein entsprechend zielgerichtetes auf den Boxsport optimiertes Krafttraining ist für jeden der nur halbwegs ernsthaft trainiert unerlässlich. Du solltest deinen ganzen Körper trainieren nicht nur den Oberkörper. Gerade die Beine sind äußerst wichtig im Boxsport. Trainierte Beine, machen dich schneller, mobiler und erhöhen deine Schlagkraft.

Sinnvolles Krafttraining kannst du betreiben mit:

  • deinem Körpergewicht
  • Hanteln
  • Kettlebells

Dazu habe ich auf diesem Blog einige Artikel verfasst, die eine Vielzahl an Informationen und Anregungen geben können.

Mehr Informationen und weiterführende Beiträge dazu findest du unter: Krafttraining für Kampfsportler

Viel Spaß beim Training!