Boxen der Jab

Boxen Basics – der Jab 10 Varianten ihn zu schlagen

Boxen wird nicht umsonst umgangssprachlich auch als Fechten mit der Faust beschrieben. Dieses Gefecht wird in erster Linie mit der vorderen Hand der Führhand geführt, daher auch der Name. Unterschiedliche Arten sie einzusetzen entscheiden viele Kämpfe.

Unter dem Jab, wird im Boxen ein ansatzloser Schlag verstanden. Der Jab wird fast ausschließlich mit der Führhand geschlagen und ist der wichtigste Schlag im Boxsport. Neben der Grundtechnik werden bis zu 15 unterschiedliche Arten den Jab zu schlagen gezählt.

Deshalb solltest du über ein gutes Repertoire an Jabs verfügen. Das wird dir enorm weiterhelfen, dich als Boxer zu entwickeln und dich zu einem schwer abschätzbaren, variantenreichen Kämpfer machen.

Fast alle guten Boxer haben mit der technischen Grundschule angefangen. Allerdings ist selbst die Grundschule im Boxen nicht überall einheitlich definiert, aber in der Regel doch sehr ähnlich.

Der Basic Jab

Der Jab im Boxen

Der Jab ist der häufigste und wichtigste Schlag im Boxen. Der Jab wird nahezu immer mit der vorderen Hand, der Führhand geschlagen, wird auf unterschiedlichste Arten benutzt und mit verschiedenen Zielsetzungen eingesetzt. Bevor wir ins Detail gehen sehen wir uns die Grund-schulmäßige Ausführung des Jabs an.

Coach Anthony erklärt den Basic Jab

Diese Version solltest du als Boxsportler oder Hobby – Boxer als Erstes lernen. Sobald du deine Schläge Grund-schulmäßig sauber gelernt und verinnerlicht hast, kannst du beginnen dich mit Variationen der Schläge zu beschäftigen.

Die Variationsmöglichkeiten einen Jab mit der Führhand zu schlagen sind nahezu unendlich.

Fangen wir also an!

In der Box – Grundschule wird der Jab, wie Coach Anthony im obigen Video demonstriert, folgendermaßen geschlagen:

Die technische Ausführung

  • Du startest aus deiner Kampfstellung und führst die Faust deiner vorderen Hand am direkten Weg zum Ziel.
  • In diesem Fall schlägst du in Kopfhöhe deines Gegners.
  • Der Ellenbogen bleibt innen und geht bei der Schlagausführung nicht nach außen.
  • Stell dir vor, dein Arm schlägt durch ein Rohr.

Das erfüllt zwei Zielsetzungen:

Zum einen kannst du so deine Schlagkraft leichter übertragen und zum zweiten ist der Schlag viel schwerer zu sehen. Das liegt daran, dass die Faust, wenn sie näher kommt, sich visuell kaum in der Größe ändert.

Kippst du den Ellenbogen beim Schlagen aber seitlich raus, wird der Angriff für deinen Gegner schon früh sichtbar und er kann eher darauf reagieren.

So schützt du deinen Kopf beim Schlagen:

Jeder Schlag erzeugt Öffnungen in deiner Deckung. Um bestmöglichen Eigenschutz zu gewährleisten, solltest du auf drei Dinge besonders achten:

  • Nimm das Kinn runter zur Brust. Die Schulter des schlagenden Armes sorgt für den Schutz, deines Kinns und deiner Schläfe, während der Schlagausführung. Ein möglicher Kontertreffer wird damit wesentlich geringere Wirkung zeigen, da die klassischen KO Punkte am Kopf gedeckt bleiben.
  • Beinarbeit: Sei keine „Sitting Duck“, nicht die Ente auf dem Präsentierteller für den Jäger. Das bedeutet bleibe in Bewegung und verharre nicht am gleichen Platz, sondern gewöhne es dir an nach einer Kombination den Ort zu wechseln.
  • Meidbewegungen: Meidbewegungen werden mit dem Oberkörper vollführt. Du kannst sie auch mit kurzen Schritten verbinden. Gewöhne es dir an deinen Kopf in Bewegung zu halten. Dazu kannst du ihn in der vertikalen und horizontalen Ebene bewegen. Lehne dich, wenn möglich weg von der gegnerischen Schlaghand.
  • Die Schlaghand bleibt vor deinem Kopf in Deckungsposition. Ein häufiger Fehler ist es, ähnlich der Bewegung eines Bogenschützen, die Schlaghand während des Jabs nach hinten zu reißen.

Was die Schrittarbeit angeht, so schlägst du diesen Jab direkt aus dem Stand, oder indem du mit dem vorderen Fuß einen kleinen Schritt Richtung Gegner machst, um die Distanz zu schließen. Du stehst dann kurzfristig etwas länger, als in deiner Grundstellung bewegst dich nach dem Schlag aber wieder mit dem vorderen Fuß zurück. Dieser „Half Step“ ist weniger riskant als der sogenannte „Full Step„, wie ich ihn unten beim Power Jab noch einmal beschreibe.

Fortgeschrittene Boxer brechen immer wieder die Regeln der Boxgrundschule, trotzdem macht es Sinn, sich gerade als Anfänger an sie zu halten.

Beginne immer mit den Grundlagen deines Sports.

(Abgesehen davon gibt aber auch Stile, wie das Pinoy Boxen, das ich in der ETF trainiere, die völlig anders konzipiert sind und wo vieles anders gemacht wird als im Boxsport. Wir nutzen das beispielsweise, um sogenannte Slides einzusetzen und nicht zwangsläufig deshalb, weil wir irgendwas machen und das auch noch schlecht. ;-))

Der Up Jab

Diese Bezeichnung wird häufig verwendet. Ich kann aber nicht ausschließen, dass auch andere Bezeichnungen dafür existieren. Falls du mehr weißt, schreib dazu gern in die Kommentare. Der Up Jab wird von unten nach oben geschlagen. Die Führhand hängt in der Ausgangsposition tief herunter und schützt deinen Körper.

Du kannst diese Position beispielsweise bei Boxern wie Floyd Mayweather sehen. Sie nutzen eine Art zu kämpfen oder auch einen Stil zu boxen, der Philly Shell genannt wird. Ein entscheidender Vorteil des Up Jabs ist, dass der abgesehen davon, dass er zu bestimmten Stilen sehr gut passt, sehr schlecht zu erkennen ist. Oft wird der Gegner von ihm überrascht, da er unterhalb des Blickfelds hochgezogen wird.

Der Power Jab/Pawn Jab

Wie der Name schon sagt, erzeugt dieser Schlag sehr viel Wucht. Das Körpergewicht wird hinter den Jab gebracht, indem du dich mit beiden Füßen auf den Gegner zubewegst. So kannst du die Distanz verkürzen, die Geschwindigkeit der Hand erhöhen und dein Körpergewicht in den Schlag bringen.

Höheres Risiko beim Power Jab!

Der Nachteil dieses Jabs ist – du riskierst viel. Bewegt sich dein Gegner raus oder zur Seite bist du sehr offen für Konter.

Krafterzeugung:

  • Coach Anthony im Video oben beschreibt die dazu gehörende Beinarbeit als „Full Step“.
  • Eine weitere Variante mehr Kraft in den Jab zu legen, ist Oberkörper und Hüfte maximal einzudrehen. Stell dir vor, du hast mit der Schlaghand geschlagen und deine linke Hand ist noch vorne. Du nutzt die Rückzugsbewegung des Armes um den rechten Arm mit Hüft- und Schulterdrehen nach vorne zu katapultieren. Du hast zwar eine lange Ausholbewegung, dafür aber auch mehr Kraft im Schlag. Da der beschriebene Schlag aus der Situation entstanden ist, hast du ihn nicht künstlich vorbereiten müssen und er kommt umso überraschender für deinen Gegner.

Der Pawing Jab

Diese Art des Jabs wird eingesetzt:

  • Um den Gegner zu täuschen.
  • Ihn zu irritieren.
  • Den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen.
  • Ihn zu Angriffen zu provozieren.
  • Seine Sicht zu stören.
  • Über die Distanz zu täuschen.

Der Pawing Jab wird auch zum „Stochern“ eingesetzt, um die Schlaghand vorzubereiten. So kannst du deinem Gegner vorübergehend die Sicht nehmen und dann auf der gleichen Bahn auf der du den Jab geschlagen hast mit der Schlaghand folgen. Die vordere Hand ziehst du so spät als möglich zurück.

Funktioniert bestens, der Gegner sieht die Schlaghand nicht kommen.

Bumm!

Der Stiff Jab

Der steife Jab. Stell dir vor, dein Gegner rammt dich mit einer Eisenstange. Dieser Jab ist eine Mischung aus Schlag und Push. Er rammt den Gegner und versetzt ihn in Rückwärtsbewegung. Von der Beinarbeit her, findet hier der Half Step, oder Full Step Anwendung. Also entweder bewegt sich nur der vordere Fuß vor oder beide Füße.

Beim Full Step ist die Gefahr ausgekontert zu werden tendenziell höher. Die Wucht des Schlags aber ebenso.

Der Body Jab

Dieser Jab wird, wie der Name schon verrät zum Körper geschlagen. Er kann, wenn er beispielsweise den Solar Plexus trifft, durchaus Ko Wirkung entfalten. Das ist aber nicht der Grund einen Jab zum Körper zu schlagen. Schläge zum Körper sind neben Finten, Variation von Geschwindigkeit, Schlaghärte, Beinarbeit, Rhythmus und Distanz, eine weitere Möglichkeit möglichst unberechenbar für den Gegner zu werden.

Mit einem „steifen“ Jab zum Körper kannst du den Gegner nach hinten pushen. Das funktioniert umso besser, je tiefer du Richtung Hüfte schlägst. Gelingt dir das erfolgreich im Rahmen der Regeln, also ohne Tiefschläge, erreichst du damit, dass der Kopf des Gegners nach vorne kommt, was ihn wiederum anfälliger für Konter macht.

Der tiefe Jab wird auch oft eingesetzt, wenn der gegnerische Boxer in der Ringecke festgenagelt ist und nicht mehr ausweichen, oder meiden kann. Um maximale Reichweite zu generieren, muss der Arm horizontal ausgerichtet sein. Das bedeutet du musst auch mit Körper und Schulter tief gehen.

 Der Flicker Jab

Ein schneller Jab, der andere Aktionen vorbereitet und zum Ablenken und Stören eingesetzt wird. Der Ellenbogen wird dabei angehoben und der Jab fast wie eine Rückhand geschlagen. Getroffen sollte dennoch mit den Knöcheln werden.

Wichtig – der Flicker Jab wird fast wie eine Rückhand geschlagen. Rückhandschläge sind im Boxen verboten! Amateurboxer, die sich heutzutage olympische Boxer nennen ;-), haben deshalb Markierungen auf ihren Handschuhen, die die Trefferfläche beschreibt. Bei den Profiboxern gilt die Regel ebenso, wenn auch die Ringrichter bei der Auslegung dieser Regel oft toleranter sind.

45 Grad Jab

Hier existieren unterschiedliche Begrifflichkeiten. Was ich unter dem 45 Degree Jab und dem Longe Range Uppercut (Aufwärtshaken) gefunden habe, sieht für mich nahezu identisch aus. (Wer anderer Meinung ist oder mehr weiß – schreibt bitte in die Kommentare. Ein Unterschied ist möglicherweise, dass beim Aufwärtshaken die Handfläche zum Gesicht des Schlägers schaut.)

Wie der Name schon sagt, kommt dieser Jab von unten, in einem Winkel von 45 Grad hoch. Der Ellbogen ist dabei eng am Körper, in einer senkrechten Ebene mit Faust und Schulter.

Getroffen wird zumeist beim 45 Grad Jab, mit vertikaler Faust.

Dieser Schlag ist verheerend, wenn er richtig trifft. Er kann massiven Schaden an der Nase des Getroffenen anrichten oder an der Halswirbelsäule, wenn er unter dem Kinn trifft und den Kopf nach hinten überstrecken. Das kann durchaus zum KO und wenn es noch blöder läuft, Schäden an der Halswirbelsäule bis zum Genickbruch führen.

Der Jab in der Defensive

Der Jab ist unheimlich vielseitig. Er kann neben seinen offensiven Einsatzmöglichkeiten, auch sehr effektiv defensiv eingesetzt werden. Ich persönlich verwende dazu gerne eine sehr schnelle, peitschenartige Variante, um mich aus brenzligen Situationen „abzuseilen“ bzw. in Verbindung mit einer möglichst kleinen Meidbewegung einen Konter vorzubereiten.

Wenn du es so weit geschafft hast, verrate ich dir ein „Geheimnis“. 😉

Du kannst mit dem Jab, harten gegnerischen Schlägen weitgehend die Wirkung nehmen, wenn du das Timing des Angriffes störst, indem du in den Angriff hinein schlägst. Dabei solltest du trotzdem tunlichst außerhalb der Distanz bleiben. Knapp außerhalb, aber draußen. Zusätzlich solltest du deinen Kopf bewegen.

On Line vs. Off Line

Einen weitere sehr empfehlenswerte Strategie ist es nicht gerade in einer Linie zurückzugehen, wie es manchmal empfohlen wird. Du solltest also nicht auf der Angriffslinie bleiben („on line“), sondern rechts oder links raus Winkeln. Wir nennen das „off line“ gehen.

Der bewirkt, dass der Angreifer sich ebenfalls neu ausrichten muss und so Zeit und Druck verliert. Außerdem ergeben sich für dich damit Kontermöglichkeiten, weil du nun leicht seitlich zu ihm stehst.

Der Tapper Jab

Der Tapper Jab wird dazu verwendet den Gegner, bzw. dessen Deckung anzutippen. Es handelt sich um eine Störaktion. Du kannst ihn mit sehr kurzen schnellen Jabs stören. Wichtig dabei ist es in Bewegung zu bleiben und ihm nicht die Möglichkeit zu geben, mit seiner Schlaghand über deinen fast ausgestreckten Arm zu schlagen. Dieser Konter ist sehr gefährlich und hat großes KO Potential.

Der Double Jab

Du kannst den Jab doppelt oder auch drei und mehrfach schlagen. Wichtig ist es dabei in Bewegung zu bleiben. Du willst nicht mit der Schlaghand deines Gegners ausgekontert werden. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn er die Möglichkeit bekommt über deine Führhand zu schlagen.

Der Jab mit der Schlaghand

Ein Jab kann auch mit der Schlaghand geschlagen werden – zumindest nach Meinung einiger Boxexperten. Es ist dann ein sehr schneller, entspannter Schlag, hinter dem weniger Kraft steht. Er wird taktisch eingesetzt. Etwa um den Gegner zu überraschen, um auch mit der hinteren Hand das Gefecht zu eröffnen.

Dazu muss der Schlag sehr schnell, ansatzlos und entspannt kommen, und das ohne „telegrafieren“. Das heißt der Körper bewegt sich dann spät und wenig, um den Kontrahenten leichter überraschen zu können. Da ja die Schlaghand, die hintere Hand in der Regel weiter entfernt vom Gegner ist, als die Führhand und so langsamer ins Ziel kommt, ist der Jab mit der hinteren Hand geschlagen, deutlich schwerer anzubringen.

Tipp:

Diese Aktion funktioniert besonders gut, wenn dein Gegner sich in Richtung deiner Schlaghand bewegt und unvorsichtig wird. Dann kannst du ihn regelrecht hineinlaufen lassen und an der passenden Stelle „abholen“.

Taktischer Einsatzmöglichkeiten des Jabs

  • Ganze Kämpfe werden mit dem Jab geführt. Zu Beginn des Kampfes dient er dazu den Gegner im wahrsten Sinn des Wortes abzutasten.
  • Der Jab dient der Distanzfindung, aber auch um Reaktionen des Gegners zu provozieren und kennen zu lernen.
  • Reagiert der Gegner aggressiv auf ihn, zieht er sich zurück, welche Methoden wendet er an, um zu kontern?
  • Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung kannst du den Jab benutzen, um Druck aufzubauen, den Gegner beschäftigt zu halten, aber auch um ihm deinen Rhythmus aufzudrängen und seinen zu stören.
  • Jemand der ständig beschäftigt wird und gezwungen wird zu reagieren, ist im Aufbau seiner Angriffe gestört und kann sich nicht entfalten.
  • Variantenreiche Schläge und hier vor allem der Jab eignen sich hervorragend dazu den Kampf zu diktieren. Du bist immer nur so gut, wie es dein Gegner zulässt. Du kannst den Jab auch benutzen, um den Gegner über deine Reichweite im Unklaren zu lassen bzw. zu verwirren.

Im Escrima haben wir vom Fechten abgeleitet ein paar nette Methoden dafür. Grundsätzlich demonstrierst du dem anderen Boxer, dass du ihn aus einer bestimmten Distanz nicht erreichen kannst. Um dann überraschend zu treffen.

5 Konter gegen den Jab

Beispiele gelten für Boxer in derselben Auslage!

  1. Mit der hinteren Hand parieren und mit dem tiefen Jab kontern. Dabei beugst du dich in den Knien und der Hüfte und gehst tief. So erreichst du, dass dein Kopf weit weg von der gegnerischen Schlaghand ist, wenn du in die Distanz gehst.
  2.  Die gleiche Aktion, nun konterst du aber mit einem Haken zum Kopf, oder einem (2a.) Up Jab.
  3.  Du parierst den Jab mit deiner Schlaghand und schlägst ihn ein wenig nach unten. Damit machst du gerade soviel Platz, dass du mit deiner Schlaghand, über die gegnerische Führhand schlagen kannst. Wichtig – mache nicht den Fehler den Jab mit einem starken Impuls nach unten zu drücken. Das löst mit großer Wahrscheinlichkeit einen Haken bei der gegnerischen Führhand aus. Dieser Schlag die Overhand Right bei Linksauslegern ist ein klassischer KO Schlag.
  4.  Du setzt deinen hinteren Fuß ca. 10 -20 cm zurück. Dadurch verlagert sich dein Kopf wenig nach rechts hinten. Mit der Aktion bringst du deinen Kopf gleichzeitig weiter weg vom Gegner und aus der Schlaglinie. Der gegnerische Jab verfehlt dich im Idealfall nur um wenige Zentimeter. Aus dieser Position bewegst du dich in die Ausgangsposition zurück und konterst mit deiner Schlaghand. Die Aktion ist sehr schnell, weil du die Vorspannung in deinen Muskeln und Sehnen nutzt, um sofort anzugreifen. (Reaktivkraft)

Kraftübertragung beim Jab

Da der Jab fast immer mit der Führhand geschlagen wird ist es schwieriger mit ihm Kraft zu übertragen, als mit der Schlaghand. Du musst versuchen das mit Geschwindigkeit und dem damit verbunden Überraschungseffekt auszugleichen.

Der Schlag der nicht, oder zu spät wahrgenommen wird, richtet am meisten Schaden an.

Weiters solltest du versuchen dein Körpergewicht hinter den Schlag zu bringen. Das kannst du machen, indem du einen Schritt auf den Gegner machst, (Full Step, Half Step) oder dein Körpergewicht ganz plötzlich absenkst. Du fängst also dein Körpergewicht nicht mit den Beinen ab, sondern mit der Faust im Gesicht des Gegners.

Boxen ist ein brutaler Sport.

Verteidigung gegen den Jab

Im Idealfall regelst du das über die Beinarbeit und Meidbewegungen. Funktioniert das nicht musst du ihn parieren oder blocken. Das sollte die Reihenfolge sein, die du benutzt, wenn es die Situation erlaubt.

Parieren und blocken sind deshalb suboptimal, weil sie über den erfolgten Kontakt dein Gleichgewicht gefährden können. Das kann deinem Gegner einen Zeitvorteil verschaffen.

Das Timing des Jabs

Grundsätzlich kannst du deine Schläge auf drei unterschiedliche Arten timen.

  1. Vor der Zeit: Du schlägst bevor dein Gegner schlägt.
  2. In der Zeit: Du schlägst gleichzeitig in den Angriff hinein. Das kann das Timing des Angriffs zerstören und den Gegner verunsichern, wenn du es immer wieder im Kampfverlauf tust.
  3. Nach der Zeit: Du schlägst den Jab, nachdem sein Angriff erfolgt ist.

Es lohnt sich mit dem Timing zu spielen und die Reaktionen des Gegners und der Trainingspartner auszutesten.

Es gilt:

Je variantenreicher du agierst, umso schwierig bist zu abzuschätzen und umso unangenehmer wird es für den anderen Boxer.

Häufige Fehler beim Jab

  • Fehlerhafter Eigenschutz: Achte darauf dich auch während des Jabs bestmöglich zu schützen. Dazu nimmst du dein Kinn runter und deckst Kinn und Schläfe mit deiner Schulter.
  • Berechenbarkeit: Wenn du immer gleiche Aktionen, im selben Rhythmus bringst, wirst du berechenbar. Das macht dich sehr anfällig für Konter.
  • Du bewegst sich zu wenig: Halte deinen Kopf in Bewegung und nutze deine Beinarbeit. Du willst kein leicht zu treffendes, statisches Ziel darstellen.

Fazit der Jab

Der Jab ist der wichtigste Schlag im Boxsport. Über ihn werden Kämpfe geführt und entschieden, deshalb wird die vordere Hand des Boxers auch Führhand genannt. Sie führt den  Kampf!  Die taktischen Einsatzmöglichkeiten des Jabs sind nahezu unendlich. Hast du einmal den Basic Jab – die Grundtechnik also erlernt – solltest du beginnen andere Varianten in dein Training einzubauen. Je vielseitiger du bist, umso schwieriger bist du für deinen Gegner einzuschätzen.

Nutze in deinem Training aus Sicherheitsgründen immer entsprechende Ausrüstung .

Informationen zum Thema und worauf du bei der Wahl von Mundschutz und  Boxhandschuhen achten solltest, kannst du hier nachlesen:

Viel Spaß beim Training!