Dirty Boxing

Boxen zur Selbstverteidigung – Dirty Boxing

Wenn wir ans Boxen denken, verbinden die allermeisten von uns damit den harten Vollkontaktsport. Ein Boxen als olympische Disziplin, in der die besten Amateure der Welt gegeneinander antreten. Das Profiboxen in dem für die Elite um Millionenbeträge geht. In dem im Unterschied zum Amateurboxen, harte Treffer höher gewertet werden als normale – saubere Treffer, ohne sichtbare Wirkung.

Boxen ist ein Sport, in dem jeder Fehler fatale Wirkung nach sich ziehen kann. Er erfordert Härte und eine hervorragende, körperliche und geistige Konstitution. Intelligenz ist hier von Vorteil. Unentbehrlich ist der Wille zum Sieg und durchzuhalten. Das sprichwörtliche Kämpferherz ist ein entscheidender Faktor, der oft über Sieg und Niederlage entscheidet.

Zu sehen wie ein Kämpfer am Rande der Niederlage weitermacht. Sich weigert zu verlieren und aufzugeben und am Ende noch das Blatt im Ring wendet macht einen Teil der Faszination dieses harten Sports aus.

You can play tennis, but you can`t play boxing!

Vielleicht denkst du auch noch ans Kickboxen und Thaiboxen. Kampfsportarten in denen geschlagen und getreten wird. Abhängig vom jeweiligen Regelwerk, sind auch Ellbogen und Knietechniken erlaubt.

In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach inwieweit Boxen zur Selbstverteidigung geeignet ist, sehen uns historische Hintergründe und unterschiedliche Boxstile an.

Unter Dirty Boxing können wir grundsätzlich zwei Dinge verstehen:

  1. Das Integrieren von Straßenkampftechniken ins Boxen, um es zum Zweck der Selbstverteidigung zu optimieren.
  2. Das nicht regelkonforme  und somit unsportliche Verhalten im Ring. Dazu wird neben offensichtlichen Fouls, mit Techniken an der Grenze des Erlaubten und versteckten von außen kaum sichtbaren Gemeinheiten gearbeitet. Dazu gehören Schläge auf die Hüfte, Einsatz des Ellbogens beim Aufwärtshaken im Infight, Schläge mit der Innenhand und wiederholte Angriffe auf die Arme, um diese zusätzlich zu ermüden. Offensichtliche Regelverstöße wären beispielsweise Kopfstöße, Tiefschläge oder Klammern. Auch das bewährte im Handschuh versteckte Hufeisen gehört dazu. Vielleicht kennst du die Filmszene mit Charlie Chaplin? 😉

Definition Boxen

Eine offizielle allgemein gültige Definition des Boxens lässt, sich wie beim Begriff Sport nicht finden. Einigen wir uns darauf, dass wir unter Boxen in der Folge, jede Art des Kämpfens verstehen die auch Fäuste zum Schlagen einsetzt.

Ein Gespräch mit einem lokalen Boxtrainer hat mir eines gezeigt. Das klassische Bild vom geistig einfach gestrickten Boxer kann auch hin und wieder zutreffen. ,-) Für den Kollegen war Boxen, das was er betreibt und wie er es von seinen Trainern gelernt hat und das offenbar ausschließlich. Der Autor dieser Zeilen und Gesprächspartner des „Experten“ sieht das naturgemäß anders.

Ein nicht unwesentlicher Teil unseres Trainings in der Escrima Training Federation widmen wir dem Pinoy Boxing. Eine Art des Boxens mit einem historisch und technisch völlig anderem Hintergrund als das westliche Boxen. Auch ist das Regelwerk unter dem wir trainieren, ein völlig anderes und der Zweck des Trainings nicht für sportliche Zwecke ausgerichtet. Es ist sozusagen eine Art – schmutziges Boxen also Dirty Boxing, weil es Dinge trainiert, die im Ring (Queensberry rules) verboten und verpönt wären. Nichtsdestotrotz waren Vertreter des Pinoy Boxens auch im Profiboxring sehr erfolgreich.

Queensberry Regeln:

  1. Das Tragen von Boxhandschuhen,
  2. Das Anzählen bis Zehn nach einem erfogten Niederschlagen.
  3. Rundenzeiten von drei Minuten.(mit einminütiger Pause)

Unterschiedliche Stile im Boxen (Boxschulen)

Die Zahl der Stilrichtungen im Boxen ist nahezu unendlich. Im Prinzip entwickelt jeder ernst zu nehmende Boxer seinen eigenen Stil, entsprechend seinen Anlagen und Fähigkeiten. Es gibt zwar so etwas wie eine Grundschule, aber selbst die unterscheidet sich teilweise erheblich von Boxschule zu Boxschule.

Nehmen wir zum Beispiel die europäische Amateurboxschule und die amerikanische Profiboxschule als beispielhafte Überbegriffe dafür. Die reine Lehre gibt es aber auch im Boxen nicht und wie auch bei Religionen, wird es sehr schnell gefährlich und limitierend wenn darauf bestanden wird, dass etwas nur so und nicht anders sein kann.

Peek a Boo

Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Boxschule sind wohl Floyd Patterson und Mike Tyson.

Beide waren Weltmeister im Schwergewicht unter ihrem Trainer Cus D`Amato. Das Catskill Gym in dem Cus unterrichtete, ist nach dem gleichnamigen Stadtteil von New York benannt, nicht wie viele glauben, nach den katzenhaften Bewegungen, die den Stil zumindest bei Tyson ausmachten.

Der Peek A Boo Stil ist ein defensiver Boxstil, der auf mittlere und nahe Distanz ausgerichtet ist. Er ist besonders geeignet für harte Schläger. Falls du dich jetzt wunderst. Ja, es ist ein defensiver Stil, was aber nicht als Davonlaufen und ab und zu kontern missinterpretiert werden sollte. Es geht darum sicher in die eigene Schlagdistanz zu kommen und nicht getroffen zu werden, um umso härter selbst treffen zu können.

Sehr gute defensive Fähigkeiten und Reflexe, sehr hohe körperliche Fitness, sowie hohe Schlagkraft sind Grundvoraussetzungen, um diese Art des Kämpfens besonders wirksam werden zu lassen. Mike Tyson hat diese Eigenschaften perfekt in sich vereint.

Philly Shell

Diese Boxschule wurde unter anderem durch Floyd Mayweather bekannt. Sie lehrt eine Art der Verteidigung, die ohne Doppeldeckung auskommt. Eine Besonderheit dieses Stiles ist die tief hängende Führhand.

James Toney einer der besten Boxer aller Zeiten nutze ebenfalls diese Methode.

unorthodoxes Boxen

Emanuel Augustus ein wenig bekannter Weltklasseboxer mit einem einzigartigen Stil, der mitunter auch an einen aus Kung Fu Filmen bekannten „drunken master“ erinnert. Die völlig unorthodoxen, kaum vorherzusehenden Bewegungen machten Augustus zu einem der am schwersten zu bekämpfenden Gegner für Floyd Mayweather. Es gibt sie also Boxer die grundschulmäßig alles falsch machen und trotzdem, oder auch deshalb erfolgreich werden. Eine gute Grundschule stellt allerdings die Voraussetzung dar, einen funktionierenden persönlichen Stil zu entwickeln.

osteuropäische Boxschule

Auch hier gibt viele Unterarten. Sie ist sehr variantenreich und technisch.

Kubanische Boxschule

In Kuba stellt das Boxen den Nationalsport dar. Kuba war und ist im Amateurboxen absolute Weltspitze. Zu den bekanntesten Vertreter zählen unter anderen Teofilo Stevenson und Felix Savon. Das kubanische Boxen hat etwas leichtes, tänzerisches an sich, was die Sportler aber nicht hindert hart zu schlagen, im Gegenteil. Stevenson hat drei mal in Folge olympisches Gold im Schwergewicht geholt.

Pinoy Boxen

Das Boxen der Filipinos, die sich selbst als Pinoys bezeichnen. Die Wurzeln des Pinoy Boxens liegen in bewaffneten Auseinandersetzungen. Hier wurden also fechterische Konzepte und Bewegungsmuster, die aus dem Waffenkampf stammen ins Waffenlose übersetzt. Das betrifft beispielsweise die Beinarbeit, Schlagschule aber auch Strategie und Taktik.

In den 30er Jahren waren die Pinoys außerordentlich erfolgreich in den Profiboxringen der USA. Da die Kämpfe sehr oft im Nahkampf ausgetragen wurden und für die Zuschauer weniger attraktiv wurden, trotz der hohen knock out Quoten wurden die Regeln im Ring modifiziert, um dem entgegenzuwirken.

Der wohl bekannteste Pinoy Boxer ist heute Manny Pacquiao. Inwieweit die alten Konzepte in seinem Stil noch verankert sind ist allerdings umstritten.

Bare Knuckle Boxing

Der westliche Boxsport ist von arbeitslos gewordenen Fechtlehrern begründet worden. Als bekanntester Vertreter gilt James Figg. Ursprünglich wurden die Kämpfe mit der bloßen Hand, ohne Boxhandschuhe also ausgetragen.

Das bare Knuckle Boxing erlebt ein Revival und es gibt Bestrebungen diesen Sport wieder salonfähig zu machen. Weg von den Hinterhöfen und „Underground Events“, in Tiefgaragen und abgelegenen Orten, abseits der Öffentlichkeit, hin zum allgemein anerkannten Sport. Abhängig von den jeweils vereinbarten Regeln kommt das Bare Knuckle Boxen mitunter dem, was man unter Dirty Boxing verstehen kann, schon sehr nahe. In Irland gilt das Bare Knuckle Boxen als eine Art Volkssport. Ein sehr harter, blutiger allerdings.

Bobby Gun hat sich auch im regulären Ring gegen Weltklasseboxer bewährt. So ist er auch mit Roy Jones Jr., einem der besten Boxer aller Zeiten im Ring gestanden.

Dirty Boxing vs. Boxsport

Unter Dirty Boxing können wir boxerischen Kampf verstehen, der nicht mit dem modernen Boxregelwerk vereinbar ist. Das kann auch durchaus sportlich trainiert werden und hat mitunter einen hohen Wert für die Selbstverteidigung.

Nun ist das sportliche Boxen ein Sport, der grundlegende Fähigkeiten, die in einer unbewaffneten Auseinandersetzung hilfreich sind, in einem hohen Maße schult. Zu nennen wären da Fähigkeiten, wie Schlagkraft, die Fähigkeit Schlägen auszuweichen und sie zu meiden, sowie eine grundlegende Härte und körperliche Fitness.

Wer glaubt möglichst viele Techniken wären hilfreich, um erfolgreich Kämpfen zu lernen wird beim Boxen eines Besseren belehrt. Je nach Zählart werden im Boxen lediglich eine handvoll Schläge unterschieden.

Dazu Schittarbeit, Meidbewegungen, Taktik und Strategie. Mehr braucht es nicht. Wer glaubt das wäre leicht zu lernen irrt.

It is simple, but not easy.

Wie so oft liegt der Hund im Detail begraben. Diese Feinheiten machen dann die Unterschiede zwischen schlecht, gut und Weltklasse aus und zwischen Sieg und Niederlage.

Die Grenzen des sportlichen Boxens

Obwohl der Boxsport hervorragend geeignet ist Grundlagen zur erfolgreichen Selbstverteidigung zu legen, deckt er manche Bereich nicht ab. Spätestens nach den Vergleichskämpfen zwischen Boxern und Ringern und den ersten UFC Kämpfen wurde das offensichtlich.

Sobald es Vertretern ringerischer Stile, gelingt in die Nahdistanz zu kommen, den Boxer zu greifen und zu Boden zu bringen, ist dieser so gut wie chancenlos.

Dem britischen Boxtrainer Fran Sands zu Folge, eignen sich 10 bis 20 Prozent der im Boxen gelernten Inhalte fürs MMA. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 80 bis 90 Prozent der Inhalte gegen Ringer nicht funktionieren.

Ringerische Angriffe und Rangeln kommen aber auf der „Straße“ häufig vor. Vor allem dann, wenn versucht wird gegen Schläge anzukommen, wird instinktiv versucht nahe an den Gegner ran zu kommen und zu klammern, um den Schlägen die Wirkung zu nehmen.

Lässt der Boxer das zu, hat er seine größten Vorteile verspielt.

Bob and Weave, also (große) Meidbewegungen bergen ebenso eine große Gefahr, wenn der Gegner Tritte und Knietechniken einsetzt. Aus diesem Grund sind diese großen Meidbewegungen in den Mixed Martial Arts kaum zu sehen.

Dirty Boxing zur Selbstverteidigung?

Welche Möglichkeiten gibt es also die Lücken zu schließen die das sportliche Boxen aufweist? Wie oben beschrieben, stellen ringerische Angriffe für Boxer große Probleme dar. Mit Tritten umzugehen kann der Boxer auf gutem Niveau schnell lernen, wenn er sich dem widmet.

Er verfügt über gute Beinarbeit und Distanzgefühl und wird sich relativ schnell auf Tritte einstellen können. Als Referenz nehmen wir aber keine Weltklasse Kick- und Thaiboxer, sondern Durchschnittsbürger, die mehr oder weniger geschickt treten.

Das Thema Waffen beleuchten wir an dieser Stelle nicht.

Klar ist:

Wer nicht selbst regelmäßig mit Waffen trainiert, hat im Ernstfall gegen sie kaum eine Chance.

Dirty Boxing welche Stile gibt es?

Es gibt einige Stile die sich auf Dirty Boxing oder Street Boxing spezialisiert haben, mit dem Ziel besonders tauglich für die Selbstverteidigung zu sein. Dabei gibt es so einiges zu beachten.

Die Schwächen des Boxsportes müssen weitestgehend kompensiert werden. Hier gilt es vor allem mit ringerischen Angriffen besser klar zu kommen. Wir reden hier von Fähigkeiten, die helfen eine ungeregelte Schlägerei und Rauferei zu überstehen.

Wir reden nicht davon einen gut trainierten Ringer am Takedown zu hindern. Das ist nur äußerst schwer machbar, wenn überhaupt. Es gibt genug Leute die der Meinung sind es wäre gar nicht möglich. Letztendlich wird es immer von der Situation und den Fähigkeiten der Kontrahenten abhängen.

Was „Sportler“ aber nicht übersehen sollten ist, dass es Leute gibt die nicht sportlich denken und die jedes Mittel einsetzen werden das ihnen zur Verfügung steht, um diese Angriffe zu überstehen und zu gewinnen. Das beinhaltet auch den Einsatz von Waffen. Ein ernsthafter Wurfversuch stellt einen Angriff aufs Leben dar. Niemand ist verpflichtet in einer Notwehrsituation nach sportlichen Gesichtspunkten zu handeln.

Ein Beispiel zur Gefährlichkeit von Ringern:  Dieser oder ein ähnlicher Wurf auf hartem Untergrund ausgeführt, führt zu schwersten Verletzungen, wenn nicht gleich zum Genickbruch.

Westliches Bare Knuckle Boxing

Ein Sport für Gentlemen der ursprünglich von Fechtlehrern gelehrt wurde. Das Klischee des Gentlemen Sports wird in vielen Sherlock Holmes Filmen bedient. Mittlerweile ist Bare Knuckle Boxen ein Sport, an dem auch viele Boxer, die aus dem Boxsport stammen teilnehmen. Das was wir heute an Bare Knuckle Boxen sehen, dürfte technisch nicht mehr allzuviel mit dem historischen Vorgänger zu tun haben. Zu den Besonderheiten dieser Art zu kämpfen zählen.

Panantukan

Wie in dem Video erklärt: Vorsicht bei der Art zu trainieren. So verlockend es sein kann Drills abzuspulen, so groß ist auch die Gefahr sich darin zu verlieren. Drills eignen sich für den Anfang, um Bewegungen zu wiederholen.

Finales Ziel muss aber sein, diese Techniken im Sparring anwenden zu können. Vorausgesetzt man möchte das. Wie groß die Gruppe derjenigen im Vergleich zu denen die nur spielen wollen ist, ist schwer zu sagen.

Manche Abläufe sind möglicherweise zu verspielt und kompliziert, um dann noch umsetzbar zu sein. Deshalb hinterfrage immer was du da übst.

Panantukan wurde von Dan Inosanto, einem der Trainingspartnern von Bruce Lee in den USA bekannt gemacht.

Cadena de Mano

Die Ursprünge des Cadena de Mano, entstammen Messertechniken. Das führt zu einer völlig anderen Herangehensweise an den Kampf, als das westliche Boxen. So wird „Messer“ gedacht, auch wenn real keines vorhanden ist. Das führt zu speziellen Techniken und Strategien, die sich als überraschend wirksam und höchst unangenehm erweisen.

Einige Konzepte im Dirty Boxing

Destructions: Hier ist das Ziel ankommende Schläge mit Ellenbogen, aber auch dem harten massiven Teil des Schädelknochens abzuwehren und die gegnerische Faust zu brechen. Die ungeschützte Hand ist sehr anfällig für Verletzungen. Deshalb müssen Schläge sehr zielgenau und dosiert eingesetzt werden, um sich nicht selbst zu verletzen.

Gunting:

Fingerstiche: Fingerstiche sind ein Klassiker in diversen Kampfkünsten. Sie sind nur im äußersten Notfall, moralisch und juristisch vertretbar und können zu schwersten Verletzungen führen.

Nervendruckpunkte: Diese können angegriffen werden, um sich aus Griffen und Umklammerungen zu befreien. Das bedarf aber sehr viel Übung und Praxis, sonst wird es mit Sicherheit nicht funktionieren.

Es funktioniert, daran habe ich keinerlei Zweifel, aber es sind Fähigkeiten, die du trainieren musst und die erst wirksam werden, wenn sie zusätzlich zu schon vorhandenen kämpferischen Fähigkeiten eingesetzt werden.

Angriffe auf das Gleichgewicht der Gegners: Dies kann auf unterschiedlichste Arten geschehen. Ringer machen es grundsätzlich. Es lässt sich aber auch ins Schlagen integrieren. Die FMA nutzen dazu unter anderem sogenannte Slides.

Vorsicht vor Fehleinschätzungen

Wir sollten nicht den Denkfehler begehen, zu glauben „unsportliche Techniken“ wären ein entscheidender Vorteil in einer Auseinandersetzung. Diesem Fehlschluss unterliegt ja schon so mancher Kampfkünster, der meint mit seinen tödlichen Techniken sofort einen Kampf entscheiden zu können.

Diese Ansichten sind naiv und halten einer realistischen Betrachtung nicht stand. So sind zum Beispiel (Handkanten) Schläge auf Hals und Kehlkopf bei einem vorbereiteten Gegner kaum anzubringen und werden häufig in ihrer Wirkung maßlos überschätzt.

Es stimmt, dass diese Schläge potentiell tödlich sein können. Allerdings mit der nötigen Wucht zielgenau zu treffen, bei jemandem der sich gut schützt und selbst angreift ist höchst unwahrscheinlich. Oft lassen diese Angriffe den Ausführenden selbst ungeschützt. Er ist dann prädestiniert für schwere Kontertreffer.

Wie solltest du also trainieren?

Das bedeutet ein möglichst hohes Niveau von sportlichen Fähigkeiten, gekoppelt mit Dirty Boxing machen die Sachen richtig effizient in Notwehrsituationen. Schmutzige Tricks allein reichen seltenst aus einen entscheidenden Vorteil zu generieren, wenn die nötige kämpferische Routine fehlt.

So schön also auch Destructions und Gunting in der Theorie sein mögen, so schwer ist es auch diese Konzepte dann auch gezielt anzuwenden.

Fazit – Dirty Boxing

Der Boxsport bildet hervorragende Grundlagen zur waffenlosen Selbstverteidigung aus. Wie jeder Sport unterliegt er aber gewissen Regeln, die in Notsituationen nicht  gelten. Vor allem gute ringerische Angriffe stellen für Boxer häufig große Probleme dar. Dessen muss er sich bewusst werden und entsprechend trainieren.

Du kannst also selbst ringerische Grundlagen erlernen, oder auch andere Konzepte verwenden.

Grundsätzlich gilt immer:

Never box a boxer, never wrestle a wrestler.

Stile die sich aufs Dirty Boxing spezialisiert haben, können hier Ideen und Konzepte liefern. Vorsicht allerdings vor allzu verspielten Trainingsmethoden. Diese neigen oft dazu unrealistische Techniken und Konzepte zu trainieren.

Ein weitere wesentlicher Aspekt ist das Schlagen ohne Handschuhe. Handschuhe dienen in erster Linie dazu die Faust zu schützen. Ohne Handschuhe besteht ein beträchtliches Risiko von Handverletzungen beim Schlagen.

Deshalb sind Schläge mit der offenen Hand, bzw. sehr gezielte und dosierte Schläge ein wichtiger Faktor im Dirty Boxing.

Was jeder Kampfkünstler und zum Zweck der Selbstverteidigung Trainierende betreiben muss ist zielgerichtetes Sparring. Ohne diese Training wirst du dir kaum anwendbare Fähigkeiten aneignen können.