Muay Thai

Muay Thai Thaiboxen

Muay Thai der Nationalsport der Thailänder, hat sich in Vergleichskämpfen, als einer der härtesten und effektivsten Kampfsportarten der Welt erwiesen. Thaiboxen ist eines der Systeme, das als unverzichtbare Basis für die Mixed Martial Arts gilt und auch im Westen weit verbreitet.

Muay Thai ist der Nationalsport Thailands. Das thailändische Kickboxen nutzt Schläge, Tritte, Ellenbogen-, Knietechniken und Würfe aus dem Clinch in Vollkontaktkämpfen. Es wird als Wettkampfsport zur Selbstverteidigung und zur Ausbildung des thailändischen Militärs und der Polizei genutzt.

Mehr zu den geschichtlichen Hintergründen, Muay Thai als Vollkontaktsport und Selbstverteidigungstraining erfährst du in diesem Beitrag.

Geschichte

Die geschichtlichen Ursprünge des Muay Thai („freies Boxen“), wie das Thai Boxen im Thailand genannt wird, sind unter Historikern umstritten. Nachdem im 14. Jahrhundert, die Burmesen die Hauptstadt der Thais, Ayudhaya in damaligen Siam eroberten, gingen viele geschichtlichen Aufzeichnungen verloren.

Im Jahr 1560 nach der Gefangennahme durch Burmesen soll der König von Siam Naresuen sich seine Freiheit, gegen den burmesischen Champion erkämpft haben. Dies gilt als die Geburtsstunde des Muay Thai als Nationalsport in Thailand.

Viele der Lehrer waren anfangs burmesische Mönche. Sie nutzten ihr Kampfsystem das Thaing auch in der Erziehung und Charakterformung ihrer Schüler.

Thaiboxen wird auch als die Kunst der 8 „Körperteile“ (“The Art of Eight Limbs” )bezeichnet. Fäuste, Knie, Füße und Ellenbogen werden traditionell zum Schlagen und Treten eingesetzt.

Das Muay Thai ist historisch eng mit den Waffenkünsten der Thais, dem Krabi Krabong verbunden. Waffen waren in kriegerischen Auseinandersetzungen nicht wegzudenken und immer die erste Wahl im Kampf.

Das moderne Thaiboxen, im Ring (1921) und mit Boxhandschuhen (1929) ist auf westliche Einflüsse zurückzuführen. Vor Einführung der Boxhandschuhe wurde Handbandagen aus Baumwolle gekämpft. Diese Bandagen dienten nicht dem Schutz des Gegners, sondern der eigenen Hände um wie im westlichen Boxen härter zuschlagen zu können.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte das Muay Thai noch größere Popularität.

In Thailand beginnen die Kinder oft schon im Alter von 6 Jahren und absolvieren ihren ersten Wettkampf im Alter von nur 8 Jahren.

Der Sport ist für viele ein Weg aus der Armut und zur sozialen Anerkennung.

Durch die unzähligen Kämpfe, oft 300 und mehr die Kämpfer im Laufe ihrer Karriere absolvieren, sind viele mit 25 Jahren schon in einem Alter wo sie wieder aufhören an Wettkämpfen teilzunehmen. Der extrem harte Sport fordert einen hohen körperlichen Tribut.

Wetten spielen in Thailand eine große Rolle. Kämpfe werden im Fernsehen live übertragen und sind in der Öffentlichkeit, in Bars und Lokalen, überall präsent.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Muay_Thai

Wai Kroo/Ram Muay

Der Wai Kroo ist ein traditioneller Tanz, der Thaiboxer der vor dem Wettkampf ausgeführt wird. Der Tanz ist individuell und wird von Schule zu Schule, abhängig von Lehrer und Schüler, individuell ausgeführt. Er dient er Respekterweisung dem Lehrer, Gegner und den Geistern gegenüber.

In Thailand werden die Kämpfe und das Wai Kroo von traditioneller thailändischer Musik begleitet. In meinen Ohren macht sie das ganze Spektakel noch um einen Tick brutaler. Aber das ist Geschmackssache. ,-)

Große Stadien in Thailand

Den Titel des Champions eines dieser großen und weltbekannten Stadien zu tragen, gilt als große Ehre und erfordert eine herausragende sportliche Leistung.

Was macht das Thai Boxen aus?

Das Muay Thai ist eine extrem harte, dafür ist es berühmt-berüchtigt, Vollkontaktsportart. Im Unterschied zu vielen anderen asiatischen Kampfsystemen wird es im Vollkontakt betrieben. Durch diese Wettkämpfe und das darauf angepasste Training haben im Thaiboxen nur funktionelle, real anwendbare Techniken überlebt. Es gibt hier keinen Platz für Theoretiker und deren Ideen von Kampf.

Die Thais sind Praktiker können gut einstecken und noch besser austeilen. Ihr Kampfgeist ist nicht zu brechen und sie lassen sich auch härteste Treffer, sofern sie nicht K. o. gehen kaum anmerken.

In ersten Vergleichskämpfen mit Kampfkünstlern aus aller Welt, Mitte des 20. Jahrhunderts haben die Thais fast alle durch K. o. gewonnen. In Rekordzeit.

Tritte als vernichtende Waffe im Muay Thai

Der Rundtritt, ist im Muay Thai der „König der Tritte“. Er wird zu den Beinen als sogenannter Low Kick, dem Körper und dem Kopf getreten und dabei durchgezogen. Im Unterschied zu anderen Interpretationen des Roundhouse Kicks, wird er voll durchgezogen. Der Boxer dreht sich kontrolliert um 360 Grad im Kreis, falls er verfehlt oder noch schlimmer, das getroffene Ziel nicht genug Widerstand bietet. Er versucht also im wahrsten Sinn des Wortes durchs Ziel durchzutreten.

Der Rundtritt wird also nicht wie im Karate, Taekwondo und fast allen asiatischen Kampfkünsten (Ausnahme Kyokushinkai Karate) geschnappt und wieder zurückgezogen. Im Muay Thai wird der Rundtritt  ausschließlich mit dem Schienbein getreten. Wer schon einmal mit dem Rist auf einen Ellenbogen getreten hat, braucht keine Erklärungen mehr warum das so ist. 😉

Der gerade Tritt im Muay Thai, Teep genannt ist eher ein Push Kick als ein kurzer geschnappter Tritt. Er wird dazu verwendet den Kontrahenten aus der Schlag- und Trittdistanz zu befördern.

Ellenbogen und Knie-hart und schmerzhaft

Ellenbogen und Knietechniken machen einen weiteren Teil der effektiven Techniken der Thais aus. Ellenbogen und Knie sind hart und robuster als die menschliche Faust, die nicht fürs Schlagen geschaffen ist. Mit den Ellenbogen und Knietechniken lassen sich in mittlerer und naher Distanz effektive harte Schläge austeilen.

In vielen modernen Regelwerken im europäischen oder amerikanischen Thaiboxen sind Ellenbogentechniken wegen ihrer Gefährlichkeit verboten. Der scharfkantige Ellenbogen sorgt oft für sehr blutige Riss-Quetschwunden. Angriffe auf besonders sensible Stellen wie den Nacken und die Wirbelsäule sind im sportlichen Regelwerk, aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen, verboten.

Der Clinch im Muay Thai

Der „Thai Clinch“, im Muay Thai fassen sich die Kämpfer gegenseitig am Nacken und kämpfen auf engem Raum, Kopf an Kopf, ist eine weitere Besonderheit der Kampfsportart. Im Clinch kommen Knietechniken, Würfe und Beinfeger zur Anwendung. Wer einmal gesehen hat, wie leicht Thais weniger erfahrene Gegner zu Boden bringen, staunt nicht schlecht.

Wo kann man Muay Thai trainieren?

Heutzutage ist das Thai Boxen in Europa und den USA weit verbreitet. Es gilt als eines der effektivsten Standkampfsysteme und wird vielfach von Kämpfern in den Mixed Martial Arts trainiert und als Grundlage benutzt. Die Chance in der Nähe zu deinem Wohnort einen Thaiboxclub zu finden ist also relativ groß, wenn du im städtischen Bereich wohnst.

In Thailand gibt es eigene Camps in denen du neben einheimischen Sportlern trainieren kannst. Viele westliche Sportler pflegen so ihre Urlaube oder Trainingslager und Wettkampfvorbereitungen zu verbringen.

In Europa zählt Holland zu den Hochburgen des Sports. Neben dem Radfahren lieben die Flachländer, Berge haben sie ja keine um überschüssige Energien abzubauen, Kampfsportarten ganz besonders. Den Holländern ist es gelungen eine eigene europäische Version des Muay Thai zu prägen. Sie setzen ganz gezielt Techniken des westlichen Boxens in Kombination mit dem Thaiboxen ein und sind und waren damit sehr erfolgreich.

Zu den bekanntesten holländischen Thaiboxern, zählen neben Ramon Dekkers, Rob Kaman, Peter Aerts, Remy Bonjasky und der im MMA sehr erfolgreiche Bas Rutten. Bas hat unterschiedlichste Stile trainiert, war aber auch Trainingspartner von Ramon Dekkers und ist stark vom Thaiboxen beeinflusst.

Bas falls du das liest und nicht einverstanden sein solltest, bitte schreib einen Kommentar. 😉

Verletzungsgefahr im MT

Die Verletzungsgefahr im Thai Boxen ist wie bei jedem Vollkontaktsport nicht unerheblich. Hier hilft nur entsprechendes Training und die nötige, gewissenhafte Vorbereitung auf Wettkämpfe. Alles andere ist unverantwortlich.

Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen bleiben, wie bei jedem Leistungssport, natürlich neben den Materialschlachten im Ring nicht aus. Langfristig ist der Sport auf hohem Niveau, als Wettkämpfer sicherlich nicht gesund. Viele Thailänder zählen im Alter von 25 Jahren deshalb schon zum alten Eisen.

Muay Thai ist ein sehr harter Wettkampfsport, der einen enormen Trainingsaufwand und sehr gute körperliche Fitness voraussetzt, wenn du an Wettkämpfen teilnehmen möchtest. Für ältere Sportler ist das Thai Boxen sicher nicht mehr die erste Wahl, um lange gesund und fit zu bleiben.

Es ist aber durchaus möglich, dass es entsprechende Trainingsgruppen unter vernünftigen Trainern gibt, die auch für ältere Sportler sinnvolles Training anbieten. Im Zweifelsfall also immer vor Ort nachfragen!

Muay Boran – Muay Thai zur Selbstverteidigung

Das Muay Boran können wir als nicht sportliche Vorgängervariante des modernen Thaiboxens betrachten. Der Sport wurde im Unterschied zur alten, auf Selbstverteidigung und unbewaffneten Nahkampf ausgerichteten Variante, durch Regeln limitiert. Das um die Gesundheitsrisiken zu reduzieren und die Kämpfe für die Zuschauer spektakulärer zu machen.

Tony Jaa hat in dem Film Ong Bak dem Muay Boran zu einer größeren Bekanntheit verschafft.

Das Muay Boran nutzt im Unterschied zum Sport auch gezielte Angriffe auf die Gelenke des Gegners. Der Kampf endet auch nicht, wenn der Kontrahent zu Boden gegangen ist, sondern dann, wenn er kampfunfähig gemacht wurde.

Die Deckung ist im Muay Boran enger und schützt das Gesicht besser vor geradlinigen Angriffen zum Kopf. Die Deckung im Muay Thai ist eher darauf ausgerichtet runde Angriffe abzuwehren, lässt dafür aber in der Mitte eine gewisse Deckungslücke offen.

Burmesisches Boxen – Lethwei

Dieser Vollkontaktsport wird im Unterschied zum Muay Thai ohne Boxhandschuhe ausgefochten. Kopfstöße sind zudem auch erlaubt. Das burmesische Boxen gilt als der härteste Vollkontaktsport der Welt. Wer sich also im Thaiboxen unterfordert fühlt und langweilt, hat hier neben Kriegseinsätzen, eine weitere Möglichkeit an seine körperlichen und mentalen Grenzen zu gehen.

Technisch und stilistisch ist das Lethwei dem Muay Thai sehr ähnlich. Und es nehmen auch immer wieder Thaiboxer an Lethwei Kämpfen teil und umgekehrt.

Krabi Krabong

Krabi Krabong, so heißt es wirklich, ist der Überbegriff für den thailändischen Waffenkampf. Es bedeutet übersetzt „Kurz- und Langwaffe“. Es werden Schwerter, Säbel, Lanzen, Stöcke und Schilder eingesetzt. Es beinhaltet immer noch alte Schlachtfeldtechniken. So zum Beispiel das geradlinige Vorrücken in einer geschlossenen Gruppe von Kriegern. Krabi Krabong wird sehr oft mit dem Muay Thai gemeinsam unterrichtet und trainiert.

Historisch gesehen sind der Waffenkampf und der waffenlose Kampf ja nur zwei Seiten derselben Medaille. Beide können einander ergänzen und zum besseren Verständnis der Kampfkunst beitragen.

Thai Boxen im Westen

Nach dem großen Erfolg der Thai Boxer in Vergleichskämpfen mit Kampfsportlern und Kampfkünstlern aller Art, begannen sich zunehmend westliche Sportler für den thailändischen Nationalsport zu interessieren. Vor allem die Holländer entwickelten eine große Affinität zum Muay Thai. Sie begannen erfolgreich westliches Boxen mit den Techniken des Thaiboxens zu kombiniere.

Einer der ersten Holländer, der in Thailand extrem erfolgreich war und unzählige Champions besiegte war, der leider viel zu früh verstorbene, Ramon Dekkers.

Heute ist auch das westliche Kickboxen stark vom Thaiboxen geprägt. Die ersten Kickboxer kamen aus dem traditionellen Karate und begannen sich im Vollkontakt zu erproben. Zu ihnen gehörten Bill „Superfoot“ Wallace, Chuck Norris, Benny „the Jet“ Urquidez und viele andere. Low Kicks, Tritte auf die Beine des Gegners waren damals nicht gebräuchlich.

Mittlerweile sind sie auch im Kickboxen alltäglich, auch wenn sie unter so manchem Regelwerk im Kickboxen nicht erlaubt sind.

Benny the Jet in Aktion.

Das Regelwerk des K1 

Soll eine Plattform für Kampfsportler und Kampfkünstler bieten, die sich unter einem Regelwerk, im Vollkontakt miteinander messen wollen. Neben dem Thaiboxen, spielen im K1 das Vollkontaktkarate (Andy Hug), das französische Savate (Ernesto Hoost), Sanda und das „klassische“ Kickboxen wichtige Rollen.

Auch professionelle Boxer haben sich immer wieder im K1 versucht. Für sie waren und sind aber, vor allem die ungewohnten knallharten Low Kicks, ein Problem.

Das K1 wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Der Buchstabe K, steht für Kampfkünste wie Karate und Kickboxen, die Zahl 1 ist eine Anspielung auf die Formel 1 im Autorennsport.

Im K1 sind Ellenbogenschläge nicht erlaubt, Kniestöße nur wenn sie mit beiden Kämpfern extra vereinbart wurden. Das Clinchen und daraus entstehenden Techniken, wie Knie und Würfe oder Beinfeger ist im K1 ebenfalls nicht erlaubt.

Low Kicks tiefe Tritte, vor allem auf die Oberschenkel des Gegners, die oft vorübergehend lähmende Wirkung auf die Beine haben stellen einen wichtigen Teil, des technischen Repertoire im K1 dar. Bekannte wieder einmal holländische Kämpfer, die im K1 sehr erfolgreich waren sind Ernesto Hoost, Remy Bonjaski und der Lumberjack (Holzfäller) Peter Aerts.

Den Spitznahmen Holzfäller trägt Aerts, wegen seiner vernichtenden, den Gegner fällenden Low Kicks.

Fazit Muay Thai

Das Thaiboxen ist eine äußerst effektive Form des unbewaffneten Nahkampfes. Als Wettkampfsport ist es extrem hart und fordernd. Das mit dem Sport eng verwandte Muay Boran bietet für die Selbstverteidigung weitere Optionen an. Die Waffenkunst der Thais das Krabi Krabong ist mit dem Muay Thai eng verbunden und stellt eine optimale Ergänzung zum waffenlosen Sport dar.

Ob Thaiboxen für jede Altersgruppe gut geeignet ist, bezweifle ich. Die Verletzungsgefahr im Vollkontakt ist ja durchaus beträchtlich. Es wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit auch Angebote für Breitensportler geben. Um das herauszufinden kannst du ja einen Probetrainingstermin in einer Schule in der Nähe ausmachen.

Viel Spaß beim Training!