Selbstverteidigungskurs Sinn oder Unsinn?

Selbstverteidigung ist und sollte, wie die Fähigkeit erste Hilfe zu leisten, ein Teil der Allgemeinbildung sein. Von beiden Fähigkeiten kann dein Überleben abhängen. Im Bereich der ersten Hilfe gibt es vom Gesetzgeber oftmals die Pflicht die Fähigkeiten aufzufrischen und in regelmäßigen Abständen Kurse zu besuchen. Das ist notwendig, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, aber auch um eine gewisse Übung zu erreichen. Das erhöht die Chancen in Notsituationen erfolgreich zu „funktionieren“. In diesem Beitrag wollen wir der Frage nachgehen, wie eine möglichst hohe Selbstverteidigungsfähigkeit erreicht werden kann. Wie der Aufwand zum Nutzen steht und was du dir realistischerweise von Selbstverteidigungskursen erwarten kannst.

Street Safety Seminare zum gleichnamigen Buch:

Das Spiel mit der Angst

Mir ist bewusst, dass es auch zum Geschäft in der Selbstverteidigungsbranche gehört, Nachfrage zu schaffen. Man schafft unterschiedliche Kursangebote. Selbstverteidigungskurse die am Ende keine Wünsche und Fantasien unbefriedigend lassen. Das kann man einerseits seriös machen, indem man ein Problembewusstsein schafft, also reale Gefahren verdeutlicht und Lösungen anbietet. Das kann man auch indem man irrationale Ängste schürt. Um das eine vom anderen unterscheiden zu können sehen wir uns deshalb ein paar amtliche Statistiken an.

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast..

Statistik des BMI 2018„So sicher wie noch nie!“

Das ist ausgesprochen erfreulich. Trotz steigender Bevölkerungszahlen und Migration von überwiegend jungen Männern aus Kriegsgebieten, steigt die Sicherheit im Lande. Offizielle Statistiken in Österreich und Deutschland ähneln sich bezüglicher der Sicherheitslage zunehmend. Tenor: „So sicher wie noch nie. So sicher wie seit 30 Jahren nicht mehr.“ Das kann man glauben, muss man aber nicht.

Hier weitere Beweise, zur Untermauerung obiger Statistik:

Das Stille Post Prinzip

Das Spiel dürfte dir aus dem Kindergarten, oder der Schule noch bekannt sein. Die Mitspieler stellen sich hintereinander auf und flüstern ihrem Vormann, das vom Nachmann erhaltene Wort (oder auch Satz) ein. Am Ende des Vorgangs wird das Input mit dem Output verglichen. Mit oftmals überraschenden Ergebnissen. Meistens ist die ursprünglich gegebene Information bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Wieso erwähne ich das an dieser Stelle? Falscher Beitrag, oder ist gar Alkohol im Spiel? Nein, zumindest diesmal nicht. Denn das Stille Post Prinzip findet auch heute noch Anwendung und ist bei manchen Selbstverteidigungsexperten sehr beliebt. Sei es beim Produzieren von Gerüchten, oder auch bei der Lehre und Weitergabe von Selbstverteidigungstechniken und Prinzipien.

Manchmal werden die Erkenntnisse von Leuten, die mit der Realität konfrontiert waren, durch nachfolgende Lehrergenerationen bis zur Unkenntlichkeit und damit völligen Sinnlosigkeit verfälscht. Als Resultat werden dann die persönlichen Theorien, über Kampf und Gewalt in Selbstverteidigungskursen den ahnungslosen Schülern vermittelt. Viel Glück damit…

Selbstverteidigungskurs

Feministische Selbstverteidigung?

Wahrscheinlich handelt sich es um einen reinen Zufall, dieses Thema an dieser Stelle zu erwähnen. Mir sind die Konzepte diese Methode der Selbstverteidigung nicht bekannt, aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Erfinderinnen nach bestem Wissen und Gewissen bemüht haben. Hoffentlich führt diese Methode auch zum gewünschten Erfolg.

Der idealtypische „Selbstverteidiger“ – ein Gedankenexperiment

Ich bin zwar aus dem Alter heraus, in dem ich mich mit Videospielen beschäftigt habe. Als Gedankenspiel finde ich den Gedanken an ein einschlägiges Selbstverteidigungsspiel aber spannend. Dazu brauchen wir einen Helden, oder eine Heldin. Der Held startet im Spiel als Schwächling und potentielles Opfer von Gewalt und Übergriffen aller Art. Im Verlauf des Spiels kann er seine Fähigkeiten upgraden. Er wird stärker erlernt neue Fähigkeiten und wird schließlich zum Schrecken aller potentieller Täter. Über welche Fähigkeiten, oder Upgrades sollte unser Idealtypus nun verfügen?

Fangen wir bei den körperlichen Fähigkeiten an. Er sollte überdurchschnittlich stark, schnell, explosiv, ausdauernd sein. Fähigkeiten die üblicherweise nicht Hand in Hand gehen. Maximale Kraftleistungen, schließen sehr gute Ausdauerfähigkeiten aus. Oder habt ihr schon einen Marathonläufer erlebt, der im Kraftdreikampf erfolgreich ist?

Unser Idealtypus ist übrigens männlich, aus guten Gründen. Männer sind in der Regel muskulöser, schwere und stärker als Frauen. Punkt. Frauen müssen diesbezüglich Abstriche machen. Wer das nicht glauben möchte kann sich ja gerne Mixed Martial Arts Kämpfe zwischen biologischen Frauen und Transgender Frauen ansehen. Die in männlichen Körpern geborenen Frauen verprügeln ihre Konkurrentinnen in der Regel übelst.

Das obwohl die Testosteron Werte der Transgender Frauen unter einem gewissen Niveau liegen müssen.

Bei einer Konfrontation zwischen Mann und Frau sind die Kraftunterschiede im Schnitt noch größer. 

Außerdem verfügt unser Charakter über ausreichend Körpergewicht. Neunzig Kilo aufwärts. Das ist notwendig, um stabil zu stehen. Eine Fähigkeit, die neben anderen Faktoren auch ans Körpergewicht gebunden ist.

Welche Fähigkeiten sollte unser Held besitzen?

Mentale Fähigkeiten

  • Entschlossenheit
  • Stress Resistenz
  • Achtsamkeit
  • Härte sich und anderen gegenüber, wenn es die Situation erfordert.
  • Herr seiner Körpersprache

Soziale Kompetenz

Das bedeutet in diesem Zusammenhang sich unauffällig und angepasst in unterschiedlichen sozialen Umgebungen zu bewegen. Dazu zählt es, den richtigen Umgangston und das entsprechende Auftreten zielsicher zu finden. Hier ist auch die sogenannte interkulturelle Kompetenz gemeint, die in unseren zunehmend multikulturellen Gesellschaften immer wichtiger wird.

Erfahrungen

Der Held muss über einschlägige Erfahrungen verfügen, je mehr umso besser. Das ist unentbehrlich beim Einschätzen von Situationen und fördert entschlossener Vorgehen, falls erforderlich. Jegliches Zögern kann sich im Notfall als fatal erweisen. Idealerweise verfügt er über extreme Gewalterfahrung. Nicht, weil das schön ist, ganz im Gegenteil, sondern weil es im hilft Situationen richtig zu beurteilen und entsprechend zu handeln. Unser Charakter weiß, was passiert wenn er zögert, oder halbherzig handelt. Er hat es nicht nur intellektuell begriffen, sondern auch in der Praxis erfahren.

Kampfkraft

Er sollte mit und ohne Waffen effizient kämpfen können. Seine Fähigkeiten, wenn es die Situation erlaubt, dosiert einsetzen können aber auch die Gewalt eskalieren können wenn es erforderlich ist. Damit ist gemeint – Gewalt nur so weit einzusetzen – wie unbedingt nötig. Das ist aber etwas, dass sich nur sehr gute Leute überhaupt leisten können und das auch nicht immer. 

Des Helden Gegenspieler: Der prädestinierte Täter

Ich kann dir nur empfehlen, wenn du dich ernsthaft für Selbstverteidigung interessierst und das solltest du, dich mit realer Gewalt auseinander zu setzen. Heutzutage kann man das ohne Gefahr für Leib und Leben tun. Das gilt aber nicht unbedingt für deine Psyche, je nachdem wie du tickst.

Du musst aber nicht in reale Gewalt Situationen kommen, um dir ein zwar unvollständiges aber nichtsdestotrotz realistisches Bild machen zu können.

Im Internet sind eine Unmenge an Gewalt Videos verfügbar. Der Grund warum ich mir gelegentlich einschlägige Aufnahmen ansehe ist mich daran zu erinnern, wozu Menschen fähig sind. Abgesehen davon, kann man immer wiederkehrende Muster in Konflikten erkennen, analysieren und daraus Lehren ziehen.

Unlängst wurde mir, auf sozialen Medien eine Aufnahme eines hinterhältigen Angriffes auf eine Frau zugespielt. Auch wenn laut Statistik immer noch die Mehrheit der Angriffe auf Frauen im eigenen sozialen Umfeld stattfindet und die Täter dem Freundes, Bekannten und Familienkreis zuzurechnen sind, haben Übergriffe im öffentlichen Raum deutlich zugenommen.

Das von mir erwähnte Video, ein Mitschnitt einer Überwachungskamera, zeigt folgende Szene:

Eine junge Frau, ihren Blick aufs Smartphone gerichtet, ist gerade dabei einen jungen Mann zu passieren. Es ist dunkel, die Umgebung aber hell beleuchtet. Der Mann attackiert dann plötzlich und ohne Vorwarnung die unaufmerksame Frau. In einer Brutalität, die sich viele nicht vorstellen können. Er schlägt sie nieder, tritt mehrmals auf die am Boden liegende, völlig paralysierte ein, um sie dann an den Haaren aus dem Kamerabereich zu schleifen.

Laut Video Beschreibung, der Auftakt zu einer Vergewaltigung. Mich persönlich hat dieses Video, angesichts dieses hemmungslosen und absolut gnadenlosen Angriffs wütend gemacht. Aus dem Fall kann man folgende Lehren ziehen.

Anmerkung: Das Gewaltvideo wird hier bewusst nicht verlinkt!

Rückschlüsse aus dem oben beschriebenen Szenario

Was kann man aus dem beschriebenen Szenario für die Selbstverteidigung lernen?

  1. Vermeide potentielle Gefahrensituationen im Alltag.
  2.  Sei aufmerksam und behalte deine Umgebung im Auge.
  3.  Lerne dich zu wehren, so gut es nur irgend möglich ist.

Du kannst deine Fähigkeiten durch Training deutlich steigern, wirst aber eine Grenze erreichen die du nicht mehr durchbrechen kannst. Da hilft auch kein Selbstverteidigungskurs. Der Leichtgewichts Weltmeister im Boxen, kann auch nicht gegen einen guten Schwergewichtsboxer bestehen.

Körperlichen Unterschiede können nur bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden. Das gilt umso mehr in zahlenmäßiger Unterlegenheit, oder gegen bewaffnete Angreifer.

The Iceman:  Richard Kuklinski

Es gibt Personen, die absolut mitleidslos handeln, denen jede Empathie fehlt und aus für normale Menschen nichtigen Anlässen zu brutalster Gewalt greifen. Das trifft auf alle Arten von Konflikten zu. Tötungen und Tötungsversuche, oft schon wegen eines falschen Blickes gehören natürlich auch dazu.

Im Interview mit dem „Ice Man“, einem Auftragskiller, der nach eigenen Angaben mehrere hundert Menschen getötet hat kann man viel über solche Menschen lernen. Der Anteil der Psychopathen in der Bevölkerung liegt bei 2 bis 4%. Sie empfinden keinerlei Mitgefühl und Reue. Es gibt hochintelligente Psychopathen, die es in Führungspositionen in allen Bereichen schaffen, nicht unbedingt kriminell werden, aber emotionslos und absolut berechnend vorgehen. Sie haben keinerlei Gewissen. Die weniger schlauen Psychopathen enden oft als Gewaltverbrechen. Eine Begegnung mit ihnen kann zum Alptraum werden. Darauf kann dich kein Selbstverteidigungskurs der Welt vorbereiten.

Unser Täterprofil erstreckt sich also vom normalerweise harmlosen Durchschnittsbürger, der einen schlechten Tag hat und gutem Zureden noch zugänglich ist zu Psychopathen. Das mitleidslose Raubtier in Menschengestalt, das grundsätzlich zu allem fähig ist.

Nicht zu vergessen sind Gruppen von Tätern. Die auf Einzelpersonen losgehen und womöglich noch bewaffnet sind. Hier ist auch für hervorragend trainierte Personen, ganz schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.

Eine Türsteher Regel

„Du kannst höchstens einen Gegner mit 150% deines Körpergewichts beherrschen, ohne auf exzessive Gewalt zurückgreifen zu müssen.“ Das gilt selbstverständlich nur für sehr gut trainierte Personen – bei untrainierten – ist schon viel früher Schluss. Der Unterschied in Kraft und Masse wird einfach zu groß. Das gilt insbesondere für Frauen gegen Männer, die ja über einen genetisch bedingten Kraftvorteil verfügen.

Bedrohungsszenarien – ein weites Spektrum

Ich habe hier ein paar Szenarien zusammengestellt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Das um ein Gefühl dafür zu geben, wie unterschiedlich diese Situationen sein können. Es geht von unangenehmen Belästigungen bis hin zum kaltblütigen Mordversuch. Von Situationen, die du mit Aufmerksamkeit im Vorfeld und Vermeidungstaktiken lösen kannst, zu Konflikten, die verbal entschärft werden können. Bis zu Handgreiflichkeiten, die nur mit notwehrrechtlich gedeckter Gewalt beantwortet werden können. Einige Beispiele:

  • Ritualkampf unter Männern.
  • Vergewaltigungsversuche möglicherweise in Gruppen.
  • Überzahl gegen Unterzahl.
  • Waffen im Spiel. Verdeckt oder offen.
  • Angriffe aus dem Hinterhalt.
  • Waffen
  • Täter auf der Suche nach Opfern.
  • Raubüberfall
  • Hinterhältige Angriffe aus dem „Nichts“

All diese Situationen erfordern der Situation angemessene Handlungen. Es kann sich als fatal erweisen hier über- oder unter – zu reagieren.

Weiter im Gedankenspiel: Computerspiel Simulation: Täter/Opfer

In unserem Computerspiel können wir nun den Helden gegen den Bösewicht antreten lassen. Je gefährlicher der oder die Bösen werden, umso fähiger muss der Held sein. Ansonsten erreicht er nicht den nächsten Level im Spiel. Im richtigen Leben kann das gleichbedeutend mit dem Tod sein. Bei meinem realistisch gestalteten Spiel wird unser Held irgendwann scheitern. Er wird Situationen ausgesetzt sein, die er nicht bewältigen kann. Alles andere wäre unrealistisch.

Ein untrainierter schwächlicher Held, der weder die körperlichen und mentalen Fähigkeiten mitbringt, wird schon an geringen Hürden scheitern. Er wird sich ungeschickt verhalten, als Opfer zu erkennen sein und nicht über die körperlichen Mittel verfügen um sich erfolgreich zu wehren. Mit zunehmendem Training wird er mehr Herausforderungen gewachsen sein. Irgendwann wird er richtig gut. Schafft es in den meisten Fällen, Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, zu deeskalieren, zu flüchten, oder die Situationen körperlich zu kontrollieren.

Er wird aber immer wieder an seine Grenzen stoßen. In Situationen kommen, die er nicht mehr lösen kann.

Das kann an Fehlern im Vorfeld liegen, oder schlicht und einfach am Pech. Vielleicht hat er den Fehler gemacht zur falschen Zeit, am falschen Ort gewesen zu sein. Möglicherweise hat er nicht nachgedacht, oder die Lage falsch beurteilt. Er kann auch alles richtig gemacht haben und Pech haben. Das ist nie auszuschließen. In jedem Fall kann er seine persönliche Sicherheit stark verbessern und Risiken auf ein Minimum reduzieren.

Die einfachste und beste Strategie ist es sich im Vorfeld so zu verhalten, dass die Wahrscheinlichkeit Probleme zu bekommen auf ein Minimum reduziert wird. Das ist etwas, das jede Person, unabhängig von Geschlecht, Alter und Konstitution tun kann und tun sollte.

Empfehlungen zur Verbesserung deiner persönlichen Sicherheit:

ERSTE EMPFEHLUNG

Setzte dich nicht unnötigen Risiken aus und überdenke dein Alltagsverhalten.

ZWEITE EMPFEHLUNG

Lege dir Handlungsweisen zurecht, die du automatisch abrufen kannst, wenn du in bedrohliche Situationen kommst. Ziel muss sein sich dem anbahnenden Unheil zu entziehen, ohne zusätzliche Aufmerksamkeit zu erregen. Du willst dem oder den potentiellen Tätern, die dich ins Visier nehmen, entschlüpfen.

DRITTE EMPFEHLUNG

Solltest du zum Ansprechpartner für die falsche Person geworden sein, dann lerne zielgerichtet zu interagieren und kommunizieren. Möglicherweise kannst du so deeskalieren. Im Unterschied zu den vorhergehenden Empfehlungen bist du jetzt in einer äußerst schwierigen Situation. Jetzt Schwäche zu zeigen, oder Fehler zu machen kann fatal enden. Diese Situationen kannst du nur sehr bedingt trainieren. Potentielle Täter haben oft einen sehr feinen Instinkt für deine Schwächen. Besser du verfügst über das nötige Werkzeug, um dich zur Not behaupten zu können. Vielleicht geht es dann noch glimpflich aus.

Ich habe den Eindruck, dass dieser Phase zu viel Hoffnung geschenkt wird.

VIERTE EMPFEHLUNG

Materielle Schäden kann man ersetzen, körperliche oft nicht. Es lohnt sich nicht sein Leben, wegen materieller Werte leichtfertig zu riskieren.

FÜNFTE EMPFEHLUNG

Wenn du keine Wahl mehr hast wird alles in die Waagschale was du hast. Keine Halbherzigkeiten!

BUCHEMPFEHLUNG

Der Autor hat als Sicherheitsexperte, unheimlich viel Erfahrung und Wissen. In dem Buch werden für jeden umsetzbare Anleitungen, zur Verbesserung der persönlichen Sicherheit gegeben.

Du solltest dir nun folgende Fragen stellen:

  • Welche Fähigkeiten benötigst du für welche Szenarien?
  • Wo ist die Grenze des Machbaren für dich? Achtung keine falschen Vorstellungen.
  • Bist du körperlich und mental in der Lage einen Menschen niederzuschlagen und dich so effektiv zu wehren?
  • Notfalls zu Hilfsmitteln zu greifen und diese einzusetzen?
  • Worauf gründen sich deine diesbezüglichen Einschätzungen?
  • Auf Erfahrungen, oder Mutmaßungen?
  • Aus den Zusicherungen von Selbstverteidigungsexperten, am unteren Ende des oben erwähnten „stille Post“ Spieles?

Was kann ein guter Selbstverteidigungskurs bringen?

  • Die Entwicklung eines Gefahrenbewusstseins.
  • Einen Einblick in Selbstverteidigungsmöglichkeiten. Welche Möglichkeiten gibt es sich körperlich zu verteidigen? Welche Angriffe sind typisch, wie erkennt man sie im Ansatz?
  • Eine realistische Einschätzung der eigenen Selbstverteidigungsfähigkeiten. Durch Übungen mit unterschiedlichen Partnern kannst du ein Gefühl dafür bekommen, was du im Notfall leisten kannst.
  • Sicherheitshinweise und Tipps für deinen Alltag.

Was kann ein Selbstverteidigungskurs nicht ausreichend vermitteln?

  • Kämpferische Fähigkeiten. Dafür ist regelmäßiges, langjähriges Training erforderlich.
  • Eine Hand voll „Selbstverteidigungstricks“ reicht nicht aus und vermitteln im schlimmsten Fall, falsche Sicherheit. Wenn du deine Wehrhaftigkeit mit ein paar einfachen Tricks steigern könntest, könnte das ein körperlich überlegener Gegner ebenso…
  • Der mentale Aspekt von Hochstresssituationen kann angesprochen aber nicht trainiert werden. In regelmäßigem Training kann man sich dem über die Zeit annähern, aber natürlich nur in einem gewissen Rahmen.
  • Du musst wissen, wie lange du in diesen Situationen handlungsfähig bleibst. Wo der körperliche und psychische Knackpunkt liegt. Wenn du das nicht ungefähr abschätzen kannst, wirst du immer falsche Vorstellungen von Notwehrsituationen haben.
  • Falsches Selbstbewusstsein, kann dich in Teufels Küche bringen! Ich wurde schon mehrfach Zeuge davon. Gerade Frauen, die einen oder mehrere Selbstverteidigungskurse besucht haben, sind betroffen und glaubten sie wären wehrhaft. Fataler Fehler.

Abschließende Betrachtungen:

Achtsamkeit und überlegtes Verhalten im Alltag können, ohne viel Aufwand deine Risiken entscheidend reduzieren helfen. Das sollte den entscheidenden Teil der persönlichen Selbstverteidigung ausmachen. Kommt es zu Auseinandersetzungen, reicht ein Selbstverteidigungskurs alleine kaum aus. Regelmäßiges Training über einen längeren Zeitraum ist hier wesentlich sinnvoller.

Du solltest zu einer realistischen Einschätzung deiner Fähigkeiten und möglicher Gefahren kommen und besonnen handeln. Selbstbewusstsein kann dir helfen kritische Situationen zu überstehen. Falsches Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung kann dich ins Grab bringen.

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Street Safety Seminare in Graz:

Was Frauen über Selbstverteidigung wissen sollten.