Unterschiede zwischen Boxen, Kickboxen und Muay Thai

 Die Unterschiede zwischen Boxen, Kickboxen und Muay Thai

Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Savate, Vollkontakt Karate sind harte Kampfssportarten, deren erklärtes Ziel es ist den Gegner bewusstlos zu schlagen. Nichts für Weicheier. Was macht aber die Unterschiede aus und wo liegen die Stärken und Schwächen der jeweiligen Kampfsportarten?

Die Unterschiede zwischen dem Boxen und verschiedenen Stilen des Kickboxens sind auf die historische Entwicklung und damit verbunden, das Regelwerk zurückzuführen. Es gibt Unterschiede was erlaubte Techniken, Trefferzonen, Kampfdauer, den Zeitpunkt des Kampfabbruchs und die Punktwertung betrifft.

Jede Sportart entwickelt unterschiedliche Fähigkeiten.

Übersicht – Was ist in im Kickboxen, Muay Thai, Sanda und Savate erlaubt:

Stil Tritte/Kicks Ellenbogenschläge Knietechniken Clinch Würfe
Muay Thai ja + Low Kicks ja ja ja ja
Kickboxen ja nein nein nein nein
K1 ja + Low Kicks nein nein nein nein
Savate ja nein nein nein nein
Sanda ja nein nein ja ja

Im modernen Boxsport sind Tritte und Würfe nicht erlaubt, das Clinchen wird für kurze Zeit toleriert. 😉

Die Kampfmethoden im einzelnen:

Der Boxsport – die ausgereifteste Methode mit den Fäusten zu kämpfen

Im modernen Boxsport wird mit Handschuhen nach den Queensberry Regeln gekämpft. Diese schreiben Boxhandschuhe, das Anzählen bis Zehn nach einem erfolgten Niederschlag und Rundenzeiten von drei Minuten, mit einminütiger Pause vor.Trefferflächen sind der Oberkörper mit Ausnahme der Körperrückseite.

Boxen ist neben dem Ringen und dem Keulenschwingen, einer der ältesten „Sportarten“, wenn man so will, in der Geschichte der Menschheit.

Die historische Entwicklung des Boxsports

Historische ist das moderne Boxen, mit England als Mutterland, technisch sehr eng mit dem Fechten verwandt. Damit ist aber nicht das moderne Sportfechten gemeint, sondern eine weitgehend verlorene gegangene Waffenkampfmethode, die keinen sportlichen Einschränkungen unterlag.

James Figg, (1684 – 1734) ursprünglich ein arbeitslos gewordener Fechtlehrer gilt als Vorläufer des modernen Boxsports. Anfangs wurden die Kämpfe ohne Handschuhe durchgeführt und unterlagen kaum Einschränkungen. Auch treten und Kopfstöße waren erlaubt, ebenso der Einsatz der offenen Hand zum Schlagen.

Die Regeln des Boxsports entstehen

Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein immer feineres Regelwerk. Mit der Einführung der Queensberry Regeln, die das Tragen von Boxhandschuhen, Rundenzeiten von drei Minuten und das Anzählen angeschlagener Boxer bis zehn vorschreiben, schlägt die Geburtsstunde des modernen Boxsports. Abhängig vom Boxverband gibt es noch geringfügige Unterschiede im Reglement, die aber durchaus auch kampfentscheidend sein können.

Dazu zählt zum Beispiel, dass dreimalige Niederschläge in einer Runde, in einigen Verbänden automatisch zum Kampfabbruch führen.

Die Regel „Saved by the bell“, gilt in manchen Organisationen nicht.

Sie entscheidet darüber, ob ein anzuzählender Boxer noch in die Rundenpause gehen kann, oder trotzt Rundenendes noch ausgezählt werden kann.

Das moderne Boxen ist die zweifellos am höchsten entwickelteste und ausgereifteste Methode mit Fäusten zu kämpfen. Unter der Einschränkung des Regelwerkes, aber auch immer noch sehr effektiv, wenn diese nicht gelten.

Im Boxen wird mit Vollkontakt gekämpft. Die einzige mir bekannte Ausnahme stellt bislang das österreichische Bundesheer dar. Es bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht repräsentativ für die Lage des Heeres, das ja einen wesentlichen Auftrag, den Schutz der Bevölkerung und des Rechtsstaates hat, ist.

Techniken des Boxens

Schläge

Der Boxsport, ist denkbar einfach. Es gibt nur ein handvoll Techniken. Je nach Zählart bewegen wir uns zwischen 4 und 15 Schlägen. Es gibt gerade Schläge und Haken. Haken können in Seithaken und Aufwärtshaken unterschieden werden. Weiters gibt es die sogenannten Corkscrew Schläge und overhand punches.

Die Overhand Schläge werden über den angreifenden Schlag des Gegners geführt. Der Cross der einen geraden Schlag mit der hinteren Hand unter besonderen Umständen bezeichnet, ist ein…….

Fachleute unterscheiden alleine beim Jab, der fast ausschließlich mit der Führhand geschlagen wird, 10 und mehr Varianten.

Verbotene Schläge im Boxen

Getroffen werden darf im Boxsport nur mit der Faust. Der Faustrücken zählt nicht dazu, was Faustrückenschläge wie sie im Kick- und Thaiboxen Verwendung findet, illegal macht. Ebenso sind Innenhandschläge und Schläge mit der offenen Hand verboten. Im Profiboxen werden die Regeln weniger streng ausgelegt.

Clinch

Der Clinch spielt im Boxsport eine wichtige Rolle. Dauert er zu lange und führt zur Inaktivität bzw. hindert die Boxer am Boxen, wird er vom Ringrichter aufgelöst. Der Clinch spielt taktisch eine wichtige Rolle, angeschlagene Boxer retten sich in den Clinch und größere Boxer clinchen kleinere, die ihnen in der Nahdistanz gefährlich werden.

Meidbewegungen

Meidbewegungen werden im Boxsport häufiger und deutlicher ausgeführt, als in den Kampfsportarten in denen Tritte zum Einsatz kommen. So effektiv Ausweichbewegungen mit dem Oberkörper im Boxen sind, ist ihr Einsatz im Kickboxen hochriskant. Die Gefahr in Tritte oder Knietechniken zu laufen ist sehr hoch.

Der Stand

Der Stand des Boxers hängt von der jeweiligen Schule und dem individuellen Stil des Kämpfers ab. Es gibt hier Richtwerte und eine Boxgrundschule, die aber nicht jeder erfolgreiche Boxer befolgt. Grundsätzlich ist der Stand im Boxen eher länger und schmäler als im Kick- und Thaiboxen. Auch die Ausrichtung zum Gegner ist eine andere. Zu erklären sind die Unterschiede damit, dass unterschiedliche Techniken eingesetzt und abgewehrt werden müssen.

So hilft ein kürzerer und etwas breiterer Stand dabei selbst effektiver treten zu können und Tritte (Low Kicks) leichter abblocken zu können. Das ist einer der Gründe warum Thai Boxer viel offener und frontaler stehen, als die meisten Boxer.

Ausnahmen bestätigen aber immer die Regel!

Die Trefferfläche im Boxen

Grundsätzlich darf nur die Körpervorderseite, von der Gürtellinie aufwärts getroffen werden. Damit verbieten sich Tiefschläge, Schläge auf die Nieren, den Hinterkopf und den Nacken, die eine hohes Verletzungspotential in sich bergen. Der Kopf und der Oberkörper sind legitime Ziele im Boxen.

Besonders empfindsame Stellen sind der Solar Plexus, die Leber, die Milz und die kurzen Rippen.

Sie sind weitgehend ungeschützt durch Knochen und Muskeln und müssen über geschickte Deckung verteidigt werden. Ziele am Kopf sind, soll ein K.O. erzielt werden, die Schläfe und das Kinn.

Kickboxen – als Überbegriff fürs Schlagen und Treten

Kickboxen ist der Überbegriff, für Sportarten in denen geschlagen und getreten wird und mit Handschuhen sportliche Wettkämpfe ausgetragen werden. Dazu zählen das K1, Muay Thai, Savate, Sanda und das westliche Kickboxen, einer Synthese aus Karate und Boxen. Es gibt den Leicht-, Voll- und Semikontakt.

Unterschiede Leicht – Semi – Vollkontakt

Im Semikontakt wir nach Punktewertungen abgebrochen und der Kampf neu gestartet. Im Leichtkontaktkickboxen wird ohne Unterbrechung nach erfolgten Treffern für die Dauer der Runde gekämpft. Wie der Name schon sagt, ist große Härte nicht erwünscht, harte Wirkungstreffer sind verboten und werden bestraft.

Im Vollkontaktkickboxen ist es das erklärte Ziel den Kontrahenten K.O zu schlagen. Der Kampf wird bei Niederschlägen unterbrochen und der Sportler wird bis Zehn angezählt.

Diese Arten des Kampfes mit mehr oder weniger Kontakt, nach unterschiedlichen Regeln gibt es im westlichen Kickboxen, dem französischen Savate, aber auch dem russischen Sambo, das einen Sonderfall darstellt. Sambo ist vereinfacht gesagt eine russische Variante der Mixed Martial Arts.

Das klassischen westliche Kickboxen

Diese Sportart ist aus einer Synthese aus dem Karate und dem westlichen Boxsport hervorgegangen. Kämpfer wie Bill Wallace, Chuck Norris….., die meist aus dem Karate oder verwandten Kampfkünsten kamen und fanden Wege vom sogenannten Pointfighting zum realistischeren Vollkontakt überzugehen.

So entwickelte sich im Laufe der Zeit das Kickboxen. Tritte aus dem Karate und anderen asiatischen Kampfkünsten wurden mit Handtechniken kombiniert. Das westliche Boxen hatte auf die Art und Weise wie geschlagen wird einen sehr großen Einfluss. Boxen nun mal äußerst effektiv und den asiatischen Kampfkünsten, was den Einsatz der Fäuste angeht, nun mal haushoch überlegen .

Die Backfist, ein Faustrückenschlag der dem Karate entstammt, kam weiterhin im Kickboxen zum Einsatz. Im Boxsport sind Schläge mit dem Handrücken weiterhin verboten.

Kickboxen Techniken

Tritte

Die Tritte, die das Kickboxen ja vom Boxen unterscheidet, werden im klassischen Kickboxen eher geschnappt, wie in fast allen Karatestilrichtungen. (Ausnahme ist das Kyokushin  Vollkontakt Karate von Oyama.) Das bedeutet, sie werden ausgeführt und wieder auf dem gleichen Weg in die Ausgangsstellung gebracht.

Diese Tritte sind schnell und exakt aber weniger wuchtig als voll durchgezogene Tritte, wie wir sie aus dem Muay Thai kennen. Das Kickboxen der Thais hat aber auch einen völlig anderen eigenständigen historischen Hintergrund.

Im Kickboxen, wird mit dem Fußballen, dem Rist, der Ferse und Fußaußenkante getreten.

Das Schienbein wird im klassischen Kickboxen, im Unterschied zum Thaiboxen, nicht zum Treten verwendet. Mit dem Regelwerk des K1 wird ein Mittelweg gegangen. Low Kicks sind erlaubt, der Thai Clinch, Ellenbogen und Knietechniken allerdings nicht.

Im Kickboxen finden folgende Tritte Verwendung:

  • Gerade Tritte
  • Seitwärtstritte
  • Rundtritte
  • Gedrehte Tritte
  • Gesprungene Tritte

Handtechniken

Die Handtechniken im Kickboxen entsprechen mit wenigen Ausnahmen, wie der Backfist, jenen des westlichen Boxens. Geschlagen wird sonst ausschließlich mit der Faust.

  • Backfist
  • Aufwärtshaken
  • Seithaken
  • Overhand
  • Cross
  • Gerade
  • Jabs – in allen Variationen

Der Stand im Kickboxen

Der Stand im klassischen Kickboxen ist sehr oft schmal und lange ausgerichtet. Das liegt daran, dass viele Sportler ursprünglich aus dem Karate und Taekwondo kamen und gerne Seitwärtstritte nutzten. Boxern kommt ein langer schmaler Stand ebenfalls oft entgegen.

Sehen wir uns moderne Kickboxer an die häufig ja auch unter dem K1 Regelwerk antreten, das auch Low Kicks erlaubt, erleben wir eine Angleichung an den Stand der Thai Boxer. Der Stand wird generell wieder kürzer und breiter.

Muay Thai – Thaiboxen

Das Thaiboxen ist historisch nicht mit dem Kickboxen verwandt, sondern hat einen völlig anderen Ursprung. Da aber wie im Kickboxen auch, mit Händen und Füßen im Vollkontakt gekämpft wird, war es nur logisch, dass es zu Vergleichskämpfen kommen würde. Die Kämpfe gingen zu Anfang für die Vertreter des westlichen Kickboxens in der Regel übel aus. Vor allem die ungewohnten Low Kicks, machten den Kickboxern schwer zu schaffen.

Abgesehen davon gelten die Thailänder, Muay Thai ist der Nationalsport in Thailand, völlig zu Recht als extrem harte Kämpfer, die nicht nur austeilen, sondern auch extrem gut einstecken können.

Mittlerweile haben sich das Thai- und Kickboxen einander angenähert. Die Thais übernahmen westliche Boxtechniken und die Kickboxer lernten mit den Tritten der Thais besser umzugehen und nutzen diese nun oft selbst. Unter dem Regelwerk des K1 sind Ellenbogenschläge und Knietechniken, sowie der Thai Clinch verboten, Low Kicks aber sehr wohl erlaubt.

In Europa haben die Holländer ein sehr hohes Niveau im Kick- und Thaiboxen erreicht. Sie begannen das westliche Boxen und das Muay Thai geschickt miteinander zu kombinieren und verwenden die Kicks weniger als Einzeltechniken, sondern zum vor- und Nachbereiten von Faustschlägen. Damit haben sie wie Ramon Dekkers, sogar den Thais in ihrer Heimat große Schwierigkeiten bereitet.

Tritte im Muay Thai

Die Tritte im Muay Thai sind rein auf Effektivität und Durchschlagskraft ausgerichtet. Sie werden nicht geschnappt und am gleichen Weg zurückgezogen, sondern durch das Ziel hindurchgetreten. Das lässt sich vor allem bei den Rundtritten gut erkennen.

Trifft der Tritt nicht oder schlägt er durch, vollführt der Kämpfer eine volle 360 Grad Drehung.

Die Wirkung ist dementsprechend, wenn auch der Tritt dadurch etwas unkontrollierter wird und bessere Chancen zum Kontern bietet.

Es werden alle Tritte, die es im Kickboxen gibt verwendet. In der Praxis überwiegen aber Rundtritte in allen Höhen, auch auf die Beine, als Low Kicks und der gerade Tritt nach vorne. Seitwärtstritte spielen im Thai Boxen eine untergeordnete Rolle. Der kurze breite Stand macht sie weniger leicht ausführbar.

Eine Besonderheit des Thaiboxen ist der Einsatz von Knietechniken zu Körper und Kopf des Gegners.

Der Stand im Muay Thai

Der Stand ist etwas frontaler, kürzer und breiter als im Kickboxen und im Boxen. Das liegt daran, dass Rundtritte, Knie und Ellbogentechniken, sowie der Clinch häufig eingesetzt werden. Ein enger schmaler Stand wäre dem hinderlich und macht es schwerer Low Kicks abzuwehren.

Muay Thai vs. Kickboxen

Im Thaiboxen sind zusätzlich zu den Faustschlägen noch Ellenbogen und Knietechniken erlaubt. Das führt dazu, dass die Deckung der Thai Boxer traditionell weiter auseinandergezogen ist, um Ellenbogentechniken besser ausführen und abwehren zu können. Nun wird aufgrund der hohen Verletzungsgefahr bei Ellbogentreffern, diese öffnen meist stark blutende Schnittwunden im Gesicht des Getroffen, außerhalb Thailands oft auf diese Ellenbogenschläge verzichtet.

Knietechniken sind weitere sehr effektive Techniken aus dem Thaiboxen, die im Kickboxen nicht erlaubt sind. Besonders effektiv sind diese Angriffe mit den Knien aus dem Clinch. Der Thai Clinch hat hier ein besonders hohes Niveau erreicht. Aus ihm werden auch Würfe und Beinfeger ausgeführt.

Der Clinch ist im westlichen Kickboxen, ins besonders unter den K1 Regeln nicht erlaubt. Die Kämpfer werden wie bei Boxen sofort getrennt.

Im Thaiboxen werden die Tritte, das betrifft vor allem den König der Tritte, den Rundtritt oder Roundhouse Kick, voll durchgezogen.

Das bedeutet es wird versucht durch das Ziel durchzutreten und nicht nur auf die Oberfläche zu treffen. Der Rundkick wird im Muay Thai in unterschiedlichen Höhen getreten. Nicht nur zu Kopf oder Körper, sondern auch die Beine des Gegners werden so angegriffen. Getroffen wird dabei mit dem Schienbein, nicht dem verletzungsanfälligen Spann.

Low Kicks – vernichtende Tritte mit dem Schienbein

Diese Tritte unterhalb der Gürtellinie werden Low Kicks genannt. Low Kicks sind im klassischen Kickboxen verboten. Es sind aber äußerst effektive und oft kampfentscheidende Techniken, da sie das Bein des Getroffenen zeitweilig lähmen können. Das gilt besonders für Leute, die nicht daran gewöhnt sind und Kämpfer, die öfter an derselben Stelle getroffen werden.

Meidbewegungen Boxen, Muay Thai und Kickboxen

Meidbewegungen, das Pendeln mit dem Oberkörper, um gegnerischen Angriffen zu entgehen und um selbst besser angreifen zu können, gehören zu den Schlüsselelementen des Boxens. Was sich im Boxen bewährt hat, kann aber nicht immer einfach so ins Kickboxen, stellvertretend für alle Kampfsportarten, die Tritte nutzen, übertragen werden.

Große Meidbewegungen und tiefes Abtauchen mit dem Oberkörper sind beim Kickboxen wesentlich riskanter und werden dementsprechend sparsam eingesetzt. Die Gefahr in Tritte oder Kniestöße zu laufen ist zu groß. Deshalb sind die Box-typischen Abtauchbewegungen nur äußerst selten in Kick-, Thaibox- aber auch Mixed Martial Arts (MMA) Kämpfen zu sehen. Lediglich ein nach hinten in die Hohlkreuzlage auspendeln ist häufig zu sehen. So können durchgezogene Rundtritte passieren ohne zu treffen.

Unterschiede in der Punktevergabe 

Je nach Reglement gibt es hier einschneidende Unterschiede, die den jeweiligen Kampfstil prägen.

Im klassischen Kickboxen, wie auch im französischen Savate, einem Kickboxstil, der sich auf Matrosen und Straßenkämpfer aus Marseille zurückführen lässt, gibt es eine vorgeschriebene Trittquote. Werden nicht genug Tritte ausgeführt kommt es zu Punkteabzügen und Disqualifikationen.

In allen Stilen, auch dem Muay Thai werden Tritte und Tritte zum Kopf höher gewertet. Diese Regelungen stellen sicher, dass Kämpfer die nur Boxen, eigentlich nicht nach Punkten gewinnen können und ein K.O ihres Gegners anstreben müssen.

Savate und Sanda

Savate ist in Frankreich eine sehr populäre Variante des Kickboxens und fast schon Nationalsport. Im Savate werden Tritte sehr stark gewertet und betont. Es ist der einzige Kickboxstil, in dem mit Schuhen gekämpft wird. Diese werden aus Tradition getragen und werden gezielt zum Treten eingesetzt. Erlauben Schuhe doch sehr effektive Tritte mit den Fußspitzen.

Sanda ist die chinesische Variante des Kickboxens. Im Sanda finden sich viele Einflüsse aus den chinesischen Kampfkünsten wieder. Im Sanda gibt es den Clinch und Würfe die praktiziert werden, aber keinen Bodenkampf, keine Knie und Ellenbogenschläge.

Fazit

Auch, wenn Boxen und die unterschiedlichen Kickboxstile einander auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, gibt es doch oft auch erhebliche Unterschiede. Die historische Entwicklung, die Techniken, Trefferflächen und Art der Punktevergabe, macht jeden dieser Stile einzigartig. Es werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und jeder Stil bildet so besondere Fähigkeiten, aber auch manchmal durchaus Schwächen aus.

In einer globalisierten Welt gibt es auch im Kampfsport einen Austausch, wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. Dabei lernt jeder von jedem und viele Kampfsportarten werden dabei einander immer ähnlicher. Es ist so wie schon Bruce Lee sagte:

„Nimm an, was nützlich ist. Lass weg, was unnütz ist. Und füge das hinzu, was dein eigenes ist.“ Bruce Lee

Der Blick über den eigenen Tellerrand schadet nicht!

Viel Spaß beim Training!