Hundeangriff abwehren – Selbstverteidigung gegen Hunde


Hundeangriff abwehren
Hundeangriff abwehren

Immer wieder werde ich gefragt, wie man sich gegen Hundeangriffe wehren kann. Als Hundebesitzer und Selbstverteidigungstrainer habe ich das Wichtigste hier zusammengefasst.

Einen Hundeangriff unterbindest du, indem du deine Körpersprache bewusst einsetzt und lernst, die Körpersprache des Hundes zu interpretieren. Damit wird ein Großteil möglicher Angriffe nicht stattfinden. Bei einem Angriff ist weglaufen meist keine Option. Ein Tierabwehrspray ist die beste Lösung.

Das Problem von aggressiven Hunden bedroht zu werden stellt sich nicht nur Einbrechern und Postboten. Es kann auch, wenn es unwahrscheinlich ist, jedem passieren. Schuld daran ist fast immer in der einen oder anderen Form der Mensch. Verantwortungslose Hundebesitzer, die nicht mitdenken oder ihr Tier einfach nicht unter Kontrolle haben, aber auch Menschen, die den Hund unbewusst zum Angriff provozieren.

Wie kannst du einen Hundeangriff verhindern?

Wie grundsätzlich im Bereich des Selbstschutzes und der Selbstverteidigung ist es immer die allerbeste Variante, Probleme im Vorfeld gar nicht entstehen zu lassen und Konflikte im Ansatz zu unterbinden.

Respektiere den Hund

Tiere haben ein sehr feines Gespür dafür, wie man ihnen gegenüber gesonnen ist. Deshalb gibt es Tierfreunde, die selbst gefährlichen scharfen Tieren gegenüber keine Probleme haben. Sie verhalten sich instinktiv richtig, der Hund nimmt das wahr und reagiert dementsprechend.

Beim Wachhund meiner Großeltern war das der Fall. Ich konnte schon als Kleinkind mit dem Hund spielen und er hat sich mir gegenüber immer als gutmütig und freundlich erwiesen. Er war aber auch ein scharfer Wachhund, mit einem Ruf. Der Alptraum jedes Postboten, der trotz mehrerer Vermittlungsversuche meiner Großeltern immer allergisch auf den Briefträger reagiert hat.

Revierverhalten erkennen

Eine Methode, mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Hund angegriffen zu werden ist es, ungefragt und unerlaubt sein Revier zu betreten. Das trifft nicht nur Einbrecher, sondern kann auch passieren, wenn du offiziell auf Besuch kommst. Tue dir dann den Gefallen, dich zu vergewissern, dass auch der Hund darüber informiert wurde. Lass dich vom Hausherren begrüßen und ins Haus begleiten, sodass dem Hund klar wird. Du gehörst dazu.

Schutzverhalten respektieren

Hunde haben ein sehr feines Gespür, für die Gefühlslage ihres Besitzers und anderer Menschen. Sie sind Rudeltiere und darauf angewiesen, erfolgreich mit den anderen Rudeltieren zu kommunizieren. In dem Fall gehört der Besitzer natürlich auch zum Rudel und er sollte dort das Alphatier, der Chef sein. Ist das nicht der Fall, kommt es garantiert zu Problemen.

Ängstliche Hundeführer übertragen ihre Ängste unbewusst auf ihr Tier. Der Hund spürt die Verunsicherung des Besitzers und glaubt, ihn schützen zu müssen. In einer solchen Konstellation wird der Hund Fremden gegenüber oft aggressiv werden. Aus seiner Sicht nachvollziehbar. Er ist nicht böse, sondern er schützt die Rudelmitglieder.

Für alle anderen bedeutet es Abstand halten und wenn nötig, Gespräch beenden und langsam weggehen, um den Hund nicht zum Angriff zu motivieren. Mir ist es vor Jahren passiert, nachdem ich eine Frau nach dem Weg gefragt habe, dass ihr Schäferhund, von ihr kaum noch zu halten, in den Angriffsmodus ging. Der Hund wollte sie verteidigen. Da ich keinerlei Angriffsabsichten hatte, war das zu 100 % ihre Schuld.

Fast immer ist der Mensch die Ursache, wenn es Probleme mit Hunden gibt. Gar nicht wenige Leute haben ihr Tier schlicht und einfach nicht unter Kontrolle und gehen nicht artgerecht mit ihm um.

Alarmsignale darauf musst du achten – Hundeangriff abwehren

Für mich das Alarmsignal Nummer eins. Der Besitzer hat sein Tier ganz offensichtlich nicht im Griff.

Zu erkennen daran, dass der Hund nicht folgt, der Besitzer das Tier körperlich nicht halten kann und als Sahnehäubchen auf der Konstellation, der Besitzer nichts davon ahnt und glaubt der Rudelführer zu sein.

Das ist eine Situation, in der mir jedes Mal richtig mulmig wird.

  • Der Mensch ist körperlich unterlegen und kann sein Tier nicht halten.
  • Er kann die Körpersprache seines Tieres nicht lesen.
  • Der Hund glaubt, er muss den Besitzer verteidigen oder hält sich für den Leitwolf.
  • Der Besitzer meint fälschlicherweise, er wäre der Rudelführer.

Ich gebe zu, dass ich in solchen Situationen mehr als einmal ganz deutlich und sehr unfreundlich geworden bin, wenn es nötig wurde den beiden zu verklickern, dass eine weitere Annäherung an mich und meinen Hund mehr als unerwünscht ist.

Den Pfefferspray hatte ich dabei verdeckt in der Tasche bereits in der Hand. Wichtig dabei ist es aber deutlich zu werden, aber nicht angriffslustig auf das Tier zu wirken. Sonst provozierst du geradezu einen Angriff.

Oft genug stößt man dabei auf völliges Unverständnis des Hundebesitzers. Das liegt aber offen gesagt an dessen Dummheit, für die ich und du den Preis nicht zahlen sollten.

Die Körpersprache eines aggressiven Hundes:

  • Der Hund stellt den Schwanz auf.
  • Sein Körper versteift.
  • Er legt die Ohren an.
  • Die Nackenhaare sträuben sich, oft ist die Wirbelsäule entlang gesträubtes Fell zu sehen.
  • Knurren und aggressives Bellen.
  • Das Objekt der Aggression wird mit dem Blick direkt fixiert.
  • Die Zähne werden gefletscht und Lefzen heben
  • Ein Runzeln der Stirnhaut beim Knurren und bellen ist deutlich zu erkennen.

Hier solltest du sehr vorsichtig werden:

  • Der Hund verteidigt sein Revier.
  • Der Hund beschützt Besitzer oder Familienmitglieder.

Dabei spielt es nur eine Rolle, was der Hund glaubt. Deine Aufgabe ist es, dieses Verhalten zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Das kann einen langsamen, geordnete Rückzug bedeuten oder aber dem Hund zu verstehen zu geben, dass du keine Bedrohung darstellst. Das musst du über deine Körpersprache machen.

Der sicherste und beste Weg ist ein geordneter Rückzug. Du entfernst dich langsam, ohne Angst zu zeigen oder durch Fluchtverhalten den Jagdtrieb des Tieres zu wecken.

Was du einem Hund gegenüber nicht tun solltest:

Angst zeigen: Hunde haben ein sehr feines Gespür dafür. Angst macht dich wie auch bei menschlichen Raubtieren zur Beute. Das ist leichter gesagt als getan. Keine Angst zu zeigen, besser noch keine Angst zu verspüren, macht dich als Angriffsziel aber wesentlich unattraktiver für den Hund. Hier hilft es an deiner Einstellung Hunden gegenüber zu arbeiten und deine Emotionen und die Körpersprache besser zu kontrollieren. Hunde sind grundsätzlich sehr soziale, freundliche Wesen. Ist das nicht der Fall, liegt es fast immer an der Situation oder an einem Menschen, der ihn misshandelt oder falsch erzogen hat.

Anstarren: Einem Hund tief und etwas länger als normal in die Augen zu sehen, kann von ihm als Herausforderung gesehen werden. Solltest du dich also in einer schon problematischen Situation befinden, vermeide direkten Augenkontakt. Du kannst das Tier aus dem Augenwinkel immer noch gut beobachten, ohne es direkt anzusehen.

Weglaufen: Der Hund ist viel schneller als du. Solltest du mehr als ein paar Meter für deine Flucht benötigen und ist der Hund bereits nahe an dir dran, wird dir das nicht gelingen. Besser ist es, dich langsam zu entfernen, dabei den Hund aber immer im Blickfeld zu haben, ohne ihn direkt anzusehen. Du vermeidest Provokationen und gibst dich nicht als Beute zu erkennen. Wenn dir ein Hund nachläuft beim Joggen oder Rad fahren beispielsweise, bleibe stehen.

Ignoriere ihn und bewege dich langsam. Er wird, in den meisten Fällen das Interesse an die verlieren. Ich habe dann schon oft genug erlebt, dass der Hund, wenn er eine grundsätzlich freundliche Haltung bemerkt, mit dem Schwanz wedelt und die Begegnung sehr herzlich verlaufen kann.

Schwäche zeigen: Hektische, fahrige Bewegungen vermeiden. Strahle Ruhe aus, so gute es geht. Mache dich groß und bleibe locker. Der Hund merkt sofort, ob du angespannt oder entspannt bist und wird entsprechend reagieren.

Fremde Hunde ungefragt streicheln: Es gibt auch unter Tierfreunden Menschen, die dumme Dinge tun und so einen Angriff provozieren. Grundsätzlich solltest du niemals, ohne zu fragen, einen fremden Hund streicheln. Vor allem, wenn du von oben mit der Hand in Richtung Kopf greifst, kann das vom Hund als Angriff interpretiert werden.

Kleinkinder und Hund unbeaufsichtigt spielen lassen: Das Risiko eines Unfalls ist einfach zu groß. Das Kind kann dem Hund unabsichtlich weh tun und der verteidigt sich dann möglicherweise mit einer unsanften Zurechtweisung. Das solltest du in keinem Fall riskieren.

Martin Rütter ist im deutschsprachigen Raum ein allgemein anerkannter Hundetrainer. Das Buch erklärt detailliert das Aggressionsverhalten und die Körpersprache des Hundes. Hier kannst du sowohl als Hundebesitzer, als auch als jemand, der mit aggressiven Hunden zu tun hat, Erklärungen und Lösungsansätze finden. Wer sich mit den Inhalten auseinandersetzt, wird das Risiko jemals von einem Hund angegriffen zu werden, deutlich reduzieren können.

Ein Hund greift an – was tun?

Jetzt ist guter Rat teuer. Unabhängig von seiner Größe kann ein Hund dich ernsthaft verletzen. Auch kleine Hunde können Sehnen, Nerven und Blutgefäße ernsthaft schädigen. Was (große) Hunde anstellen können, abgesehen von Blutvergiftungen und dem Übertragen von Krankheiten, möchte ich aus folgendem Grund nicht beschreiben. Es hilft dir nicht wirklich weiter.

Mein Wissen um die Bisskraft mancher Hunderassen, macht mich bei Begegnungen mit ihnen nicht gerade ruhiger und entspannter. Das kann wiederum im Fall des Falles zu einer unnötigen Eskalation beitragen. Es genügt zu wissen, dass es richtig gefährlich werden kann und du alles tun solltest eine solche Eskalation zu vermeiden.

Tierabwehrspray gegen Hundeangriffe

Die beste Variante ist es meiner Meinung nach, einen Tierabwehrspray einzusetzen.

Du musst den Spray allerdings griff- und einsatzbereit haben, sonst kommst du garantiert nicht mehr schnell genug dazu. Man neigt in solchen Situationen dazu, überhaupt zu vergessen, dass man einen Spray eingesteckt hat. Deshalb ist es wichtig, schon im Vorfeld Gefahren zu erkennen.

Wenn ich einen großen frei laufenden Hund entdecke, nehme ich den Spray mitunter schon in die Hand. Nicht unbedingt, weil ich um mich Angst habe, sondern weil ich Konflikte mit meinem Hund befürchte. Der ist zwar nicht gerade feige, aber gegen einen deutlich größeren Hund chancenlos.

Welche Art von Pfefferspray du führen darfst und worauf du bei der Wahl achten solltest. Erfährst du hier.

Wenn du keine Lust hast dich mit dem Thema Tierabwehrspray näher auseinanderzusetzen, aber ein gutes, funktionelles und wirksames Gerät suchst, sieh dir den Guardian Angel näher an. 

Das Gerät ist aus folgenden Gründen empfehlenswert:

  • Es ist als Tierabwehrspray konzipiert und auch in der BRD als solcher zugelassen.
  • Du darfst das Gerät in der Öffentlichkeit führen. Für andere Arten von Pfeffersprays, die nicht als Tierabwehrspray gekennzeichnet sind, benötigst du in Deutschland einen kleinen Waffenschein.
  • Du kannst das Gerät in Notwehr gegen jeden Angreifer einsetzen.
  • Das Gerät ist so konzipiert, dass du es auch unter hoher nervlicher Anspannung richtig betätigen kannst. Dies gilt bei weitem nicht für alle Abwehrgeräte. Wenn du erst herausfinden musst, wie du das Gerät halten musst, um zu sprühen und wie der Sicherheitsverschluss zu betätigen ist, kann es schon zu spät sein!
  • Die Reichweite des Guardian Angel ist mit 4 bis 5 Metern sehr hoch. Du kannst es intuitiv und mit ausreichender Genauigkeit betätigen.
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Welche Waffen kannst du gegen Hunde einsetzen?

Ehrlich gesagt – die Frage muss gestellt und beantwortet werden, sie tut mir, aber als Besitzer eines 10-jährigen Terriers, selbst schon weh.

Aus zwei Gründen: Ich bin ausgesprochen tierlieb und der Grund ist für dich wichtiger:

Ich bezweifle ernsthaft, dass der spontane Waffenkampf gegen Kollege Hund, von großen Erfolgschancen gekrönt sein dürfte.

Lass mich dir erklären warum:

Wenn du nicht als Einbrecher oder Räuber tätig sein solltest und in der Situation nicht im Vorfeld schon mit einem Hundeangriff rechnen solltest, oder die Problemsituation sich nicht rechtzeitig ankündigt, wirst du mit deinen Abwehrmaßnahmen, sehr wahrscheinlich, zu spät dran sein. Abgesehen davon, halte ich den Hunden dann beide Daumen!

Die beste Prävention, das kann man gar nicht oft genug betonen, ist Achtsamkeit im Vorfeld.

Aus Situationen, in denen mein Hund angegriffen wurde, weiß ich. Ein Angriff kann so schnell erfolgen, dass du keine Zeit hast zu deiner Waffe zu greifen. Die Chancen stehen gut, dass du völlig vergisst, dass du eine Waffe, einen Pfefferspray oder Gott weiß was mit dir führst. In solch einer Situation, eine Waffe zu ziehen, die du mit einem geübten Griff einsatzbereit in Händen halten solltest, bedarf sehr viel Übung und entsprechender Kaltblütigkeit.

Ein Hundeangriff fällt eine andere Kategorie, als ein menschlicher Angriff, auch für unsere Psyche!

Pfefferspray: Meines Erachtens die beste Option. Wenn du den Pfefferspray rechtzeitig einsatzbereit in Händen hältst, wirst du auch kaum Hemmungen haben ihn einzusetzen. Ein Tierabwehrspray verspricht hohe Erfolgschancen bei der Abwehr und verletzt das Tier nicht ernsthaft. Etwas, was „Messerhelden“ oft übersehen. Hast du wirklich die Härte, ein Messer gegen ein lebendes Wesen einzusetzen?

Messer: In allerhöchster Not eine Option. Aber nur dann! Grundsätzlich rate ich dir zum Tierabwehrspray. Das Messer kannst du in Mitteleuropa zu Hause lassen. Du wirst nicht von einem Wolfsrudel oder Rudel von blutrünstigen Straßenhunden gejagt werden.

Elektroschocker: Du musst so nahe an das Tier heran! Wenn der Hund sich nicht an die festgebissen hat, wirst du ihn nicht erwischen. Wahrscheinlicher ist, dass er dich in die Hand oder den Arm beißt. Weiters ist fraglich, ob du ein größeres, unter Adrenalin stehendes Tier damit abschrecken kannst. Ich denke nicht, zumindest nicht mit zugelassenen, legalen Elektroschockern.

Stock und Regenschirm: Zur Not kannst du auch einen Stock oder Regenschirm einsetzen. Das sind Alltagsgegenstände, die du mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dabei haben wirst. Nutze die Gegenstände, um das Tier auf Distanz zu halten oder gib ihm was zu beißen. Ein kaputter Schirm ist allemal besser als ein Hundebiss.

Hundeangriffe auf Kinder 

Hundeangriffe auf Menschen kommen, wie wir leider allzu oft in den Zeitungen lesen können, immer wieder vor. Statistisch gesehen sind Kinder dabei die Hauptopfer.

„Zweidrittel der Opfer sind der Charité-Studie zufolge Heranwachsende. 25 Prozent aller Opfer sind jünger als sechs Jahre, 34 Prozent zwischen sechs und 17 Jahren alt.“ Quelle

Aufgrund ihrer geringen Größe und ihrem entwicklungsbedingt zartem Körperbau, kommt es bei Kindern häufig zu Verletzungen im Bereich des Kopfs. Die weitaus am häufigsten betroffenen Körperteile stellen mit etwa 80 % Arme und Beine dar.

Was sind die Ursachen von Hundeangriffen auf Kinder?

Die Ursachen von Hundeangriffen auf Kinder beruhen in fast allen Fällen auf Missverständnissen zwischen Mensch und Tier und Unachtsamkeit des Menschen. Erwachsene sind im Familienverband dafür zuständig, das Zusammenlaben von Mensch und Tier für beide Parteien zu regeln. Die Spielregeln des Zusammenlebens, müssen dem Hund, aber auch dem Kind vermittelt werden.

Wir haben uns oben in diesem Beitrag, schon allgemein dem Thema – Wie kannst du einen Hundeangriff verhindern? – gewidmet. Die oben beschriebenen Hinweise und Informationen setze ich hier voraus.

Grundsätzlich ist der Hund zu respektieren und bei fremden, unbekannten Hunden besondere Vorsicht geboten. Zum Beispiel, einen fremden Hund, ungefragt zu streicheln, ist, weder für Erwachsene, noch für Kinder ratsam.

Neben allgemeinen Verhaltensgrundsätzen müssen wir uns nicht nur das Verhalten des Tieres, sondern auch das des Kindes ansehen.

Wie sieht der Hund ein Kind?

Der Hund erkennt, dass es sich beim Kind, um einen noch unfertigen, nicht erwachsenen Menschen handelt.

Reiht der Hund das Kind, auch innerhalb eines Familienverbandes als Welpen ein, so bringt das mit sich, dass er es, aus seiner Sicht vollkommen richtig, disziplinieren wird, wenn es sich „falsch“ verhält.

Falsches Verhalten des Kindes aus Sicht des Hundes wären:

  • Spielzeug wegnehmen
  • Umarmen – das kann für den Hund als bedrohlich empfunden werden und zum Schnappen führen. Hier kann auch eine aus Sicht des Hundes harmlose Intervention zu Verletzungen beim Kind führen.
  • Grob anfassen, was unbeabsichtigt aufgrund der noch schlecht ausgeprägten Motorik vorkommen kann.
  • Beim Schlafen stören!
  • Beim Fressen stören!
  • Den Raum des Tieres beengen, oder ihm seinen angestammten Platz streitig machen.

Konflikte zwischen Kind und Hund im Ansatz vermeiden

Der Hund muss lernen, dass nicht er für die Kindeserziehung zuständig ist. Das bedeutet aber auch, dass der Hundebesitzer die Interessen und „Rechte“ seines Tieres schützt und das Kind dahingehend erzogen wird.

Keinesfalls sollte ein Kind die Hundeerziehung übernehmen und das Tier bei Fehlverhalten sanktionieren. Das ist den Erwachsenen vorbehalten. Allerdings kann das Kind durch positives Verstärken unter Aufsicht der Erwachsenen auch mal ein Leckerli ausgeben.

Warnsignale!

Angriffe finden nicht grundlos statt und Warnsignale, die einen erhöhten Stress beim Tier signalisieren, sind in der Regel im Vorfeld zu erkennen.

  • Hund knurrt und zieht die Lefzen hoch.
  • Der Hund beginnt das Kind mit dem Blick zu fixieren.
  • Der Hund versteift sich.
  • Der Hund gähnt. In diesem Fall eine Übersprungshandlung um Stress abzubauen und kein Zeichen von Müdigkeit.

In einem solchen Fall sind Hund und Tier sofort zu trennen. Es ist Aufgabe des Erwachsenen als Rudelführer, die Verhältnisse für beide Parteien fair und nachvollziehbar zu klären.

Tipps:

  • Niemals Kind und Hund unbeaufsichtigt spielen lassen.
  • Bei Problemen sofort intervenieren und dabei Mensch und Tier gegenüber fair bleiben.
  • Auf die Körpersprache des Tieres achten. Warnsignale frühzeitig erkennen und dementsprechend handeln.

Ein fremder Hund greift meinen Hund an

Mein Hund ist angeleint der andere frei

Grundsätzlich gilt, viele Hunde verhalten sich an der Leine aggressiver.

Das dürfte daran liegen, dass ihnen bewusst ist, dass sie nicht über ihre volle Bewegungsfreiheit verfügen. Sie sind also nicht in der Lage wegzulaufen und schlimmer noch, den Angriffen eines anderen frei beweglichen Hundes ausgeliefert, wenn ihr Besitzer beschließt sie an der Leine zurückzuziehen.

Der andere Hund spürt das und nutzt diesen Moment wiederum, um selbst anzugreifen. Ist ein Hund angeleint und der andere frei, so kann diese Konstellation alleine schon zu einem Angriff führen.

Sollte sich eine nicht mehr zu kontrollierende Situation ergeben, hat der eigene angeleinte Hund die besten Chancen, wenn er losgelassen wird. Er kann sich dann besser bewegen und die Hunde haben eher die Möglichkeit ihren Konflikt über Körpersprache oder Flucht zu regeln.

Dieser Tipp ist natürlich situationsangemessen und mit Augenmaß, unter Einsatz des gesunden Menschenverstandes zu sehen. Die eigene Dogge in einem Kindergarten, von der Leine zu lassen, weil sie von einem Dackel belästigt wird, kann eine dumme Idee sein. 😉

Beide Hunde sind angeleint

Grundsätzlich steigt das Risiko von Problemen, wenn die Hunde einander zu nahe kommen. Auch zwei Hunde, die einander kennen, können in großen Stress geraten, wenn sich die Leinen verwickeln und sie sich nicht mehr voneinander lösen können. Sollte die Situation eskalieren, wird es zu einem Problem, sie voneinander zu lösen. Du musst dann die Nerven aufbringen, reinzugreifen und den gordischen Knoten zu lösen.

Sicherer ist es in einer solchen Situation beide von der Leine zu lassen. Das ist aber wiederum oft nicht erlaubt oder aus anderen Gründen nicht möglich.

Sind die Hunde einander nicht freundlich gesinnt. In keinem Fall zusammen lassen!

Beide Hunde sind frei

Sind beide Hunde frei, haben sie alle Möglichkeiten über Körpersprache und Dominanz und Beschwichtigungsverhalten einen Konflikt, wie von der Natur vorgesehen zu lösen. Diese Lösungen verlaufen in der Regel unblutig. Wäre es anders, gäbe es diverse Rassen nicht mehr.

Die eigene Spezies tötet Artgenossen in der Regel nicht. Konflikte werden meist „zivilisiert“ ohne unnötiges Blutvergießen geregelt.

Trotzdem kommt es unter Hunden immer wieder zu schweren und auch tödlich verlaufenden Verletzungen. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Was kannst du tun, um eine solche Eskalation zu verhindern?

  • Vorausschauend handeln: Es beginnt schon damit, potenziell gefährliche Situationen nicht entstehen zu lassen und ihnen im Ansatz aus dem Weg zu gehen.
  • Keinesfalls den eigenen Hund hochnehmen, um ihn zu schützen. Das hat zur Folge, dass ihr beide wehrlos seid. Der eigene Hund versteht das sehr gut und bekommt noch mehr Stress, was wiederum zu einer Eskalation beitragen kann.
  • Wenn es die Situation erlaubt, den eigenen Hund von der Leine lassen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu verteidigen, davonzulaufen, bzw. die Situation mit seinem Artgenossen diplomatisch zu lösen. Ich weiß, das ist schwer, aber oft die beste Lösung.

Hundeangriff – Was tun, wenn du gebissen wurdest?

Suche unbedingt einen Arzt auf:

Selbst, wenn die Verletzung noch so klein sein sollte. Eine Infektion, Blutvergiftung oder schlimmer noch, eine Ansteckung mit einer tödlichen Krankheit, wie der Tollwut, müssen unbedingt vermieden werden.  Als Sofortmaßnahme sollte die Wunde mit lauwarmen Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert werden.

Hundebisse sind meldepflichtig. Der Arzt ist verpflichtet, die Bissverletzung zu melden. Das kann zu strafrechtlichen Ermittlungen wegen (fahrlässiger) Körperverletzung führen.

Hole dir den Namen und die Anschrift des Hundebesitzers:

So lässt sich der Gesundheitszustand des Hundes überprüfen und du ersparst dir, wenn der Hund vorschriftsmäßig gegen Tollwut geimpft wurde, selbst diese Impfung. Eventuell kannst du Schadenersatzforderungen geltend machen.

Die  Tollwutimpfung ist äußerst schmerzhaft, wird in den Bauch verabreicht und besteht aus drei Teilimpfungen. Das solltest du dir, wenn möglich, ersparen. Im Normalfall bestehen im deutschsprachigen Raum gute Chancen, dass das Tier geimpft wurde. Im Ausland ist dies oft nicht der Fall, dann bleibt dir die Impfung als geringeres Übel nicht erspart.

Und nicht vergessen. Hunde sind nicht grundsätzlich böse! Angriffe entstehen fast immer aus Missverständnissen oder weil ein Mensch was in der Erziehung oder bei der Führung verbockt hat.

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