Savate

Savate – das traditionelle französische Hand und Fußboxen

Savate ist eine alte französische Kampfkunst mit über 200-jähriger Tradition. Das moderne Savate bietet hochklassige Kämpfe und hat seine eigenen ganz besonderen Charakteristiken und Qualitäten unter den Kickboxstilen.

Savate, wortwörtlich übersetzt alter Schuh oder abgetragener Schuh ist auch unter dem Begriff Boxe Française bekannt. Es ist eine Form des Hand- und Fußboxens und war ursprünglich als Straßenkampfstil von Matrosen entwickelt worden. Heute wird Savate auch als moderner Wettkampfsport betrieben.

Ursprünglich zur Selbstverteidigung entwickelt beinhaltet Savate nicht nur waffenlose Techniken, sondern auch den Stockkampf.

Die Geschichte des Savate

Das Savate entwickelte sich besonders in der französischen Hafenstadt Marseille, als Straßenkampfstil.

Seeleute entwickelten ihren eigenen Kampfstil, indem sie zu den ihnen bekannten Techniken auch Einflüsse aus unterschiedlichsten Kampfkünsten, mit denen sie auf ihren Reisen in Kontakt kamen, aufnahmen. Der Stil wurde Chausson, was Schuh bedeutet genannt.

Eine inoffizielle Strafe in der Armee Napoleons bestand darin, dem zu bestrafenden, der von anderen festgehalten wurde, mit dem Fuß kräftig in den Allerwertesten zu treten. Diese Art der Bestrafung wurde La Savate genannt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Art des Straßenkampfes, bei der vielfach auch die Füße eingesetzt wurden – Savate – genannt.

In der Kampfkunst Savate gibt es eine Vielzahl von Tritten, die sich mit festen Schuhen ausgeführt, als besonders wirkungsvoll erweisen.

Die Schuhe erlauben es mit der Spitze zu treffen, ohne sich den Fuß zu verletzen. So kann die gesamte Energie des Tritts auf eine vergleichsweise kleine Trefferfläche übertragen werden. Abgesehen davon sind bei dieser Art zu treten Ziele leichter zu erreichen, als wenn mit dem Spann oder Schienbein gezielt wird. Tritte können also leichter um, bzw. durch die Deckung getreten werden.

Die augenscheinliche Vorliebe des Boxe Française für Tritte, hat neben dem Einsatz des Schuhes als Waffe, noch einen anderen Grund. Matrosen die bei Seegang auf ihren Schiffen, bei teilweise nassen Planken trainierten, nutzten die Takelage und Schiffsumgebung um sich beim Treten festzuhalten und sehr ungewöhnliche Tritte zu entwickeln.

Zur Zeit der Französischen Revolution (1789–1799) wurden auch Soldaten im Savate unterrichtet. Savate war noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der französischen Unterwelt weit verbreitet.

Vom Straßenkampf zum modernen Sport

Michel Casseux ein Straßenkämpfer, eröffnete 1825 die erste offizielle Schule für Savate und stellte ein erstes Regelwerk zusammen und standardisierte das System. In einer von ihm 1824 veröffentlichten Schrift machte er sein System in Frankreich landesweit bekannt. Er zog nicht nur Straßenkämpfer, sondern auch Adelige und hochgestellte Bürger an, die seine Schüler wurden.

Schmutzige Techniken der Straßenkämpfer wie Kopfstöße wurden im sportlichen Wettkampf verboten. Schläge mit der offenen Hand blieben aber erlaubt. Was aufgrund der Verletzlichkeit der menschlichen Hand logisch ist. Schläge mit der offenen Hand verringern das Verletzungsrisiko beim Schlagen dramatisch und zeigen immer noch beachtliche Wirkung.

So waren Schläge mit der offenen Hand, auch noch bei den ursprünglichen Bare Knuckle Kämpfen gang und gäbe, sogar Fingerstiche und Kopfstöße waren damals noch erlaubt. Im Zuge der Versportlichung und der Einführung von Boxhandschuhen wurde das Regelwerk zunehmend angepasst und typische gefährliche Straßenkampftechniken verboten.

Viele Kampfsportler heute sind sich gar nicht bewusst, wie effektiv und vernichtend Schläge mit der offenen Hand sein können. Vor allem die Ohrfeige oder Schelle ist ein sehr wirkungsvolles Mittel im Kampf. Die „osmanische Backpfeife“ soll Soldaten dazu gedient haben gegnerische Pferde in der Schlacht niederzuschlagen oder zumindest zum Scheuen zu bringen.

Charles Lecour (1808–1894) übernahm um das Jahr 1830 Einflüsse des englischen Boxens ins Savate. Er lernte ihn London von Größen des englischen Boxsports wie Adams und Smith. Es gelang ihm das Boxe Française zum anerkannten Sport umzugestalten, der sogar Teil des Schulsports in Frankreich wurde.

Bekannte Kämpfer, die das Savate auch international erfolgreich präsentierten waren, Louis Viquenzon und Joseph Charlemeont.

In modernen Zeiten, wie unseren in denen Völkerball in Schulen als zu brutal gilt, fast undenkbar. Das wird sich aber bald wieder ändern, so meine Prophezeiung. 😉

Canne et Bâton / Canne de Combat

Der Stockkampf ist eng mit dem Savate verbunden. In Zeiten in denen es verboten war lange Klingenwaffen zu führen und sich damit zu duellieren, übernahm der Spazierstock diese Rolle. Vornehme Bürger lernten in Savate Schulen zusätzlich den Umgang mit dem Spazierstock.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Umgang mit dem Stock ins Training von Polizei und Militär eingeführt und war in Frankreich weit verbreitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Kunst des Stockfechtens fast ausgestorben, wurde aber von einigen Fanatikern wiederbelebt. Heute gibt es regelmäßig Wettkämpfe und im Jahr 2008 wurde die erste offizielle Weltmeisterschaft ausgetragen.

Im Wettkampf wird ein sehr leichter Stock mit einer Länge von 95 cm und einem Gewicht von 80 – 100 g verwendet. Die Wettkämpfe sind spektakulär anzusehen. Oft werden Sprünge in den Kampf eingebaut, was den Kampf sehr schnell und äußerst anstrengend macht. Eine Eigenheit dieser Wettkämpfe ist, dass oftmals die Waffenhand gewechselt wird.

Viele Begriffe im Savate sind dem Fechten entlehnt.

„En Guard!“

Techniken

Im Savate werden Fäuste und Beine zum Kämpfen eingesetzt. Schläge und Tritte sind erlaubt, verboten ist es zu greifen und wie in manchen Kickboxstilen üblich im Nahkampf zu clinchen. Das sportliche Reglement und die Punktewertung, die Tritte höher wertet als Schläge verleiht dem Savate eine einzigartige Stilistik, die sich sehr vom Thai Boxen und Kickboxen unterscheidet.

Im Savate siehst du sehr viel Beinarbeit und Tänzeln. Es ist eine äußerst anstrengende Art zu kämpfen. Die Kämpfer sind entsprechende durchtrainiert und verfügen über einen sehr geringen Körperfettanteil.

Tritte im Savate

Grundsätzlich gibt es im Savate folgende Tritte:

  • Gerade Tritte
  • Rundtritte
  • Seitwärtstritte
  • Tritte aus der Drehung

Diese Tritte sind aus unterschiedlichen asiatischen Kampfsportarten gut bekannt. Die Ausführung der Tritte ähnelt eher jenen, die wir vom Shotokan Karate und Taekwondo kennen. Es sind Tritte die sehr schnell, unberechenbar für den Gegner, unter Verwendung von Finten und Täuschungsmanövern eingesetzt werden. So werden Rundtritte in der Anfangsphase gerne gerade vor dem Körper hochgezogen, um einen geraden Vorwärtstritt vorzutäuschen.

Im Unterschied dazu setzten das Thaiboxen oder auch verschiedene Vollkontaktkarate Stile mehr auf Power und weniger auf Finesse. Hier werden Tritte wie der Rundtritt (Mawashi Geri) voll durchgezogen, was manchmal zu einer 360 Grad Drehung des Tretenden führen kann, wenn er durch das Ziel hindurchtritt oder es verfehlt.

Besondere Tritte die man im Savate oft und in vielen anderen Kampfsportarten fast nie sieht, sind gerade tiefe Tritte zum Schienbein und Oberschenkel des Gegners. Dazu zählen der Coup de pied bas, de frappe oder der de deséquilibre.

Eine weitere Besonderheit des Savate ist der Einsatz des Schuhes als Waffe.

Die Schuhspitze konzentriert die gesamte Trittkraft auf eine kleine Fläche und kann um die Deckung herumgeführt werden. Hier sind die Wurzeln des Savate als Straßenkampfstil deutlich zu erkennen.

Fausttechniken

Die Fausttechniken entsprechen dem des  modernen Boxsports.

Boxen ist ein denkbar einfacher aber nicht gerade leichter Sport. Grundsätzlich können wir zwischen geraden Schlägen und Haken unterscheiden. Die Haken können in Aufwärts- und Seithaken unterschieden werden und knapper oder weiter geschlagen werden. Ein Schwinger ist die Variante eines weiten Hakens, der viel Ausholbewegung benötigt, relativ leicht zu antizipieren ist, aber dafür sehr viel Wucht entfaltet.

Wie in allen Kampfsportarten in denen auch getreten wird, werden auch im Savate Meidbewegungen mit dem Oberkörper sehr sparsam, verglichen mit dem Boxsport ausgeführt. Wer meidet und dabei tief geht erhöht das Risiko von gegnerischen Tritten erwischt zu werden. Kommen Knietechniken, die im Savate ja verboten sind, zusätzlich ins Spiel wird es noch gefährlicher.

Ich habe über die Grundlagen des Boxens mehrere sehr detaillierte Beiträge verfasst, in denen ich auch auf die unterschiedlichen Schläge und ihre Varianten eingehe. Du findest dort auch weiterführende Artikel zum Jab, dem Einsatz der Schlaghand und des linken Hakens und der Bedeutung des Overhand Punches. Hier findest du geballte Informationen mit jeder Menge Videos kompakt zusammengefasst.

Boxen Grundlagen – Alles was du wissen musst!

Abwehr von Schlägen und Tritten im Savate

  • Parade bloquee: Das Blocken von Angriffen im Ansatz. Stoppt Schläge und Tritte.
  • Parade chassee: Kleine Defensivbewegungen die dazu dienen Angriffe abzulenken.
  • Parade en protection: Abwehren, indem die Trefferzone geschützt wird. Die am wenigsten eleganteste Art sich zu schützen, mit vielen Nachteilen behaftet, wie die Doppeldeckung. Ein unmittelbarer Treffer wird verhindert, das eigene Gleichgewicht, wird durch die Trefferwirkung aber gestört und ein rasches Kontern erschwert.

Ausweichbewegungen

  1. esquive total: Der gesamte Körper weicht aus. Hier spielt die Beinarbeit eine entscheidende Rolle.
  2. esquive partiel: Der angegriffene Körperteil wird aus der Trefferzone gebracht, während der restliche Körper an der selben Stelle verbleibt.
  3. esquive sur place: Eine Variante von 3. Der Körperschwerpunkt bleibt dabei unverändert.
  4. esquive rotative: Eine Ausweichbewegung durch Verwinden des Körpers. Sie kann auch aktiv als Konter in Verbindung mit Schlägen und Tritten genutzt werden.
  5. esquive en haute: Das Bein wird weggezogen. Das ist sinnvoll bei tiefen Tritten, sowie versuchten Fußfegern.
  6. décalage: Ein Ausfallschritt, der neue Winkel zum Gegner ermöglicht und andere Angrifflinien öffnet.
  7. débordement: Beide Beine bewegen sich, um den Gegner zu stellen.

Trefferflächen

  • Die Trefferfläche der Schläge ist ident mit der im westlichen Boxsport. Schläge auf den Hinterkopf, Hals, das Genick den Rücken und unter die Gürtellinie sind verboten. Schläge mit der Innenhand ebenso.
  • Als Ziel für die Tritte gilt fast der gesamte Körper als Trefferfläche. Nicht erlaubt ist es den Halsbereich (Nacken, Kehlkopf) die Nieren, den Genitalbereich und die Gelenke direkt zu attackieren.

Graduierungen

Vergleichbar mit den Gürtelgraden in den unterschiedlichen asiatischen Kampfkünsten, gibt es im Savate farbige Aufnäher, die über den Ausbildungsstand des Kämpfers Auskunft geben.

  1. Blau und Grün:  Ist die Farbe der Anfänger, verleichbar mit dem weißen und gelben Gurt im Karate.
  2. Rot und Weiß: Die Farben der fortgeschrittenen  Schüler
  3. Gelb: die Farbe der Meister. Sie entspricht dem schwarzen Gürtel bzw. den Dan Graduierungen in den asiatischen Kampfkünsten.
  4. Silber

Quelle: Wikipedia

Ausrüstung

Der Savate Anzug – die erste Mutprobe

Für viele nicht Franzosen durchaus befremdlich am Savate ist der Tenue-Integral-Anzug. Er ähnelt stark dem Anzug im Ringsport, mit langen Hosen. Verschwörungstheoretiker behaupten, der Überwindung in einem solchen Anzug öffentlich zu kämpfen stärke den Kampfgeist ungemein. Andere böswillige Stimmen verbreiten die Ansicht, dass sich die Franzosen so Thaiboxer und Vollkontaktkaratekas vom Leibe halten.

Al Bundy bringt es so auf den Punkt:

Es ist falsch Franzose zu sein! Al Bundy

Das ist natürlich falsch.

Es ist nicht falsch Franzose zu sein, einen Tenue-Integral-Anzug öffentlich zu tragen allein, zeugt aber schon von herausragender Tapferkeit. 😉

Boxhandschuhe – Bandagen

Boxhandschuhe schützen in allererster Linie die Hände des Schlagenden.

In Verbindung mit Bandagen sind die Fäuste gut geschützt und die Wahrscheinlichkeit Handverletzungen zu erleiden deutlich reduziert, aber nicht ausgeschlossen.

Die Größe der Boxhandschuhe und damit die Stärke der Polsterung wird in Unzen gemessen. Die vorgeschriebene Größe hängt von den jeweiligen Gewichtsklassen und Kampfkategorien ab. Profis verwenden in der Regel kleinere Handschuhe als die Amateure.

Grundsätzliche Informationen zum Aufbau, der Polsterung, Größenwahl und Qualitätskriterien bei Boxhandschuhen findest du im  Boxhandschuh Guide.

Mundschutz – Zahnschutz

Nicht nur für virale Franzosen ist ein lückenloses Gebiss in allen Belangen von Vorteil und somit unabdingbares Accessoire für Kampfsportler. Ein guter Mundschutz kostet ein paar Euro und schützt nicht nur deine Zähne, sondern den gesamten Mund und Rachenbereich.

Welche Qualitätskriterien du beachten solltest und welche Modelle für dich geeignet sind, erfährst du im Mundschutz Guide.

Tiefschutz

Für jeden Kampfsportler obligatorisch. Mir ist ein Fall bekannt, in dem das Opfer einen Hoden verloren hat. Ein Tiefschutz gehört einfach dazu, auch wenn er wie Zahn und Mundschutz nicht besonders angenehm zu tragen ist.

Wettkämpfe

Im Savate gibt es unterschiedliche Disziplinen, ähnlich dem klassischen Kickboxen, das ja in Leicht-, Voll- und Semikontakt eingeteilt wird.

Assault:

Dieses Reglement entspricht dem des Leichtkontakt-Kickboxens. Der Kampf wird nach Treffern weitergeführt und nicht wie im sogenannten Point Fighting abgebrochen und neu gestartet. Harter Kontakt ist allerdings verboten und Wirkungstreffer werden nicht höher bewertet, sondern führen zu Verwarnungen und Punkteabzügen. Die Kämpfe werden nach Punkten entschieden, wobei Hand und Fußtreffer unterschiedlich bewertet werden.

Gekämpft wird im Ring oder auf einer räumlich begrenzten Kampffläche.

Precombat:

Hier geht es schon deutlich härter zu. Es wird allerdings mit erweiterter Schutzausrüstung gekämpft. Neben dem obligaten Zahn und Tiefschutz kommen hier noch Kopf- und Schienbeinschützer zum Einsatz. Gekämpft wird aber im Vollkontaktmodus und den Gegner K.o. zu schlagen oder zu treten ist das erklärte Ziel im Kampf.

Gekämpft wird im Boxring.

Combat:

Die Vollkontaktvariante für die Profis. Hier wird nur mehr essenzielle Schutzausrüstung verwendet. Auf „Schnickschnack“ wie Kopf- und Schienbeinschützer wird verzichtet.

Punktewertung

Die Regeln bestimmen in jedem Kampfsport das Kampfgeschehen. Das ist der Hauptgrund warum Kampfsport und regellose Kämpfe sich so sehr unterscheiden. Möglicherweise ist diese Einsicht für dich ohnehin offensichtlich, falls nicht hilft es dir den „technischen“ Unterschied zwischen Sport und Ernstfall besser zu verstehen.

Die Punktevergabe im Savate bestimmt den Kampfstil. Wer sich nicht ausschließlich darauf verlassen will seine Kämpfe durch Knock Out zu gewinnen, muss seinen Schwerpunkt auf hohe Tritte legen.

  • Fußtechniken: Treffer am Kopf bringen  4 Punkte ein.
  • Rumpftreffer mit den Beinen immerhin noch 2 Punkte.
  • Beintreffer zählen nur einen Punkt.
  • Fausttreffer zählen ebenfalls nur einen Punkt.

Wer also Chancen haben will nach Punkten zu gewinnen, muss sehr viel und hoch treten. Mit Boxtechniken alleine, ohne den Gegner bewusstlos zu schlagen ist ein Kampf im Savate nicht zu gewinnen.

Ist Savate zur Selbstverteidigung geeignet?

Ursprünglich als Straßenkampfsystem konzipiert bietet das Savate mit effektiven Schlägen und Tritten eine gute Basis sich der eigenen Haut zu erwehren. Ergänzend zu Faustschlägen bieten sich Schläge mit der offenen Hand an. So kannst du das Verletzungsrisiko an der ungeschützten Hand reduzieren. Tritte in der Selbstverteidigung sind vorsichtig und sparsam einzusetzen, da sie das eigene Gleichgewicht und die Mobilität während der Ausführung stark reduzieren.

Titte zur Selbstverteidigung?

Savate als Sport beinhaltet weder das Clinchen, noch Ringen und Take Downs.

Der Umgang mit solchen Angriffen muss unbedingt zusätzlich geübt werden, gerade Boxer und Kickboxer sind sehr anfällig für ringerische Angriffe, wenn sie sich nicht daran gewöhnt haben.

In der Selbstverteidigung kannst du leider auch mit bewaffneten Angreifern konfrontiert werden. Diesem Aspekt habe ich mich ausführlich in dem Beitrag – Selbstverteidigung warum mit Waffen trainieren? – gewidmet. Hier erfährst du was, du warum beachten musst und welche Gefahren drohen.

Unterschiede zum Kickboxen/Muay Thai

Einer der wesentlichsten Unterschiede ist, dass das Reglement im Savate eine hohe Trittquote erfordert. Die Punktewertung favorisiert jene Kämpfer die oft und hoch treten. Im Kick- und Thai Boxen ist das nicht der Fall. Auch wenn es in den meisten Kickboxorganisationen eine Mindestquote an Beintechniken gibt die, wenn sie nicht erfüllt werden, zu Punkteabzügen führen, können diese Kämpfe meist mit guten Boxtechniken entschieden werden.

Im Savate darf nur mit dem Schuh getroffen werden. Während im Vollkontakt Kickboxen und dem Muay Thai hauptsächlich das Schienbein bei den Rundtritten zum Einsatz kommt.

Das Reglement im Savate erfordert eine ausgesprochen flinke Beinarbeit, viele Tritte und ein tänzelndes Bewegen auf dem Fußballen. Im Vergleich dazu stehen Thaiboxer und Kickboxer eher stabil und tänzeln deutlich weniger. Sie setzen eher auf Wirkungstreffen und einen stabilen Stand, auch um Low Kicks, die vernichtenden  Rundtritte auf die Beine besser abwehren zu können.

Während im Kickboxen Tritte zumeist in Kombinationen mit Faustschlägen ausgeführt werden und durch Schläge vorbereitet werden, werden Tritte im Savate häufig als „eigenständige“ Angriffe ausgeführt.

Von der Kleidung her ist der Integral-Anzug im Savate unverkennbar. Du wirst ihn in keiner anderen Variante des Kickboxens wiederfinden. 😉

Fazit Savate

Savate ist heute eine moderne stilistisch eigenständige Variante des Kickboxens. Als einem Straßenkampfstil, der ursprünglich zum regellosen Kämpfen designt wurde, hat sich ein moderner ernstzunehmender Sport entwickelt.

Das Savate entwickelt, durch die Vielzahl von Tritten, die mit dem Schuh ausgeführt werden, eine hervorragende Beinarbeit und Tritte die sehr effektiv auch zur Selbstverteidigung einzusetzen sind. Der Schuh wird hier regelrecht zur Waffe. Die Energie der Tritte konzentriert sich auf eine kleine Fläche. Die Tritte selbst sind nur schwer abzuwehren.

Wer die Möglichkeit hat sich Savate in einer Schule oder Verein anzusehen sollte das tun. Hier gibt es sicherlich einiges zu lernen. Ein Blick über den sprichwörtlichen Gartenzaun schadet bestimmt nicht.

Viel Spaß bei eurem Training!