KO knock out

Wie im Boxen durch Knock Out gewinnen?

Im Boxen und anderen Vollkontakt Kampfsportarten ist, den Gegner KO zu schlagen, die deutlichste Art zu gewinnen. Kein Bewegungsspielraum für die Punktrichter. Sieger und Verlierer stehen eindeutig fest.

Ein KO im Boxen erzielst du, indem du deinen Gegner an besonders empfindlichen Stellen hart triffst. Im Kopfbereich zählen zu den klassischen KO Punkten, die Schläfe, und das Kinn. Am Körper sind die Leber, Milz, der Solar Plexus und der Bereich der kurzen Rippen besonders empfindlich.

KO Punkte am menschlichen Körper:

  • Schläfe
  • Kinn: Die Kinnspitze und Seite des Kiefers rechts und links.
  • Leber: Auf der rechten Seite des Körpers.
  • Milz: Auf der linken Körperseite.
  • Solar Plexus: Unter dem Brustbein.

Was du noch wissen solltest, um selbst erfolgreicher zu boxen und um dich besser gegen KO Treffer zu schützen, erfährst du in diesem Beitrag.

Kannst du ein Knock Out vorbereiten?

Zwei wesentliche Faktoren um ein KO zu erzielen:

  • Schlagkraft
  • Treffgenauigkeit

Genauso wichtig wie hart zu schlagen, ist es den Schlag richtig zu platzieren.

Hier können schnelle unerwartete, aber weniger harte Schläge auch zum Knock Out führen. Vor allem dann, wenn der Gegner sie nicht kommen sieht. Er kann sich dann nicht auf den Einschlag vorbereiten und seine Muskulatur anspannen, was ihm helfen würde dem Schlag seine Wirkung zu nehmen. Er kann sich auch nicht vom Schlag wegbewegen und die Wirkung zu reduzieren. Im Englischen wird das als „Rolling with the Punches“ bezeichnet.

Manche Kämpfer haben gelernt so zu schlagen, dass ihre Schläge nicht, oder nur zu spät für ihren Gegner sichtbar werden.

Wer es abgesehen davon beherrscht, kurze wuchtige Schläge, ohne große Ausholbewegungen zu schlagen, hat hier ebenfalls Vorteile. Diese Schläge sind viel schlechter vorauszusehen. Ihr Weg ist kürzer, die Reaktionszeiten viel kleiner.

Eine weitere Möglichkeit harte Treffer zu landen ist es den Gegner auf bestimmte Aktionen zu konditionieren und dann, wenn er gelernt hat darauf „richtig“ zu reagieren, eine andere überraschende Aktion zu bringen. Roy Jones Jr. war ein Meister darin.

KO nicht erzwingen!

Wie jeder mit ein etwas Erfahrung weiß, bringt es nichts im Kampf etwas auf Biegen und Brechen erzwingen zu wollen. Das Risiko selbst entscheidende Fehler zu machen und aus gekontert zu werden, ist einfach zu groß. Das Beste ist es mit kühlem Kopf berechnend an die Aufgabe heranzugehen, ohne sich durch Emotionen leiten zu lassen.

Ein KO zu planen ist ohnehin kaum möglich. Es passiert viel mehr, wenn die Umstände passen. Manchmal auch durch den Lucky Punch. Den Schlag, der den Kampf plötzlich umdreht und ihn durch ein unerwartetes KO entscheidet.

  • Um die Schläfen und das Kinn seitlich zu treffen, arbeitest du am besten mit Haken. Der linke Haken ist einer der effektivsten Schläge mit der Führhand.
  • Die Kinnspitze erreichst du mit Aufwärtshaken.
  • Die Leber mit dem linken Haken zum Körper.

Schlagkraft der entscheidende Faktor

Es gibt sie die geborenen Schläger. Sie sind von ihrer Genetik prädestiniert hart zu schlagen. Deytona Wilder ist ein aktuelles Beispiel für einen solchen Boxer. Technisch nicht die „Creme de la Creme“ in der Riege der Weltklasseboxer, reicht es bisher immer dazu jeden Gegner umzuhauen. Dabei scheint es manchmal fast egal zu sein, wo er trifft.

Wer genetisch nicht so gesegnet ist, wie ein paar Ausnahmesportler, der kann mit Technik und Training viel wettmachen.

Schlagkraft trainieren und verbessern. Dazu habe ich einen eigenen Beitrag erstellt.

Wie verhinderst du es selbst KO zu gehen?

Körperliche Vorbereitung

Ein guter Trainingszustand kann KOs zwar nicht verhindern, aber doch die Wahrscheinlichkeit KO zu gehen deutlich reduzieren. Ein gezieltes Training der Nackenmuskulatur und der Rumpfmuskulatur, kann helfen Schläge besser zu absorbieren. Hier siehst du Mike Tyson beim Training der Nackenmuskulatur. Mache das nicht nach, ohne vorher deinen Arzt konsultiert zu haben.

Gute Kondition und Ausdauer sind unerlässliche Voraussetzungen für Wettkämpfer. Wer schneller müde wird, ist schwer im Nachteil, auch wenn er technisch der bessere Kämpfer ist. Harte Treffer sind dann kaum mehr zu vermeiden.

Die boxtechnische Ausbildung

Jeder weiß es, aber fast alle machen sich schuldig. Eine gute Deckung ist mit der beste Schutz dagegen, selbst KO zu gehen. Sie kommt immer noch zum Tragen, wenn alle andere Maßnahmen einen Treffer zu vermeiden scheitern. In der Theorie zumindest.

Wenn also Ausweich- und Meidbewegungen versagt haben, die eigenen Schutzreflexe nicht ausreichen, muss die Deckung oben sein. Deshalb ist es so unheimlich wichtig ständig darauf zu achten, denn man wird sehr schnell nachlässig und schlampig. Was wiederum fatal enden kann und es oft genug auch tut.

Also Hände oben und nach dem Schlagen wieder auf direktem Weg zurückziehen!

Was passiert bei einem KO Schlag?

Hier müssen wir zwischen Körpertreffern und Kopftreffern unterscheiden.

Kopftreffer sind erstmal weniger schmerzhaft. Wenn die Lichter ausgehen spürst du nichts, bis du wieder zu Bewusstsein kommst.

Wie entsteht das KO beim Kopftreffer? Bei einem harten Kopftreffer wird das in der Gehirnflüssigkeit (Liquor) gelagerte Hirn, gegen die Schädelwand beschleunigt. Das führt zu einer Art Kurzschluss im Gehirn, das dann vorübergehend abschaltet, was zur Bewusstlosigkeit führt.

Die Nachwirkungen können sich jedoch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Gehirnerschütterungen sind fast immer gegeben und leider sind auch Gehirnschäden, durch Kopftreffer möglich und nicht unwahrscheinlich. Muhammad Ali und Freddie Roach, beide an Parkinson erkrankt sind bekannte Beispiele dafür.

Körpertreffer sind äußerst schmerzhaft, führen zur Kampfunfähigkeit, aber selten zur Bewusstlosigkeit. Der Getroffene bekommt die Auswirkungen des KO Schlages also bei vollem Bewusstsein mit. Besonders schmerzhaft ist der Leberhaken. Die Leber liegt auf der rechten Körperseite.

Aber auch Treffer auf den Solarplexus sind alles andere als angenehm und nehmen dem Getroffenen bis zu mehreren Minuten die Luft. Der Solarplexus liegt direkt unter dem Brustbein, zwischen den Rippenbögen. Körpertreffer auf legitime Ziele im Boxsport können durchaus innere Verletzungen hervorrufen.

ab ca. 2:55

Von Rippenbrüchen bis hin zum Leberriss.

Deine Treffer werden noch effektiver, wenn du es schaffst den Gegner „unvorbereitet“ zu erwischen. Mische Tempo, Rhythmus, hohe- und tiefe Angriffe um das Ziel zu erreichen. Schaffst du es deinen Kontrahenten zu treffen, wenn er einatmet erhöht sich die Schlagwirkung deutlich.

Schläge auf die Nieren und Tiefschläge sind im Boxsport verboten, können aber in Notwehrsituationen äußerst effektiv sein.

Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Folgeschäden

Sicherheitsmaßnahmen im Wettkampf

Die Sicherheitsmaßnahmen im Amateurboxen sind relativ gut. So gibt es neben dem obligatorischen Ringarzt und Ringrichter, eine Reihe von Maßnahmen, die die Sportler schützen sollen. So etwa eine befristete Wettkampfsperre nach erlittenem KO und obligatorische Untersuchungen, sowie unterschiedliche Klassen für Wettkämpfer. Im Amateurboxsport gibt es weiters ein Alterslimit für die aktiven Sportler und Wirkungstreffer werden nicht höher bewertet. Im Unterschied zum Profiboxen.

Sicherheitsmaßnahmen im Training

Die erste Sicherheitsmaßnahme im Training sollte sein, es mit Hirn und Vernunft zu gestalten. Nicht alle Trainer und Sportler haben sich hier mit Ruhm bekleckert.

Nach dem Motto: „Nur die Harten kommen in den Garten!“ –  zu trainieren, ist schlicht und einfach dämlich. Natürlich sind die Vollkontaktsportarten sehr fordernd für Psyche und Körper. Das liegt in der Natur der Sache. Gerade deshalb muss die Trainingsintensität vernünftig gesteuert werden. Aufgaben – und spielerisches Leichtkontaktsparring, gehören genauso dazu, wie das ab und an stattfindende Wettkampfsparring.

Mundschutz, Tiefschutz, Kopfschutz und Boxhandschuhe entsprechender Größe, um das Training sicher zu gestalten sind obligatorisch. Man muss im Training seine Schlagkraft nicht unbedingt an den Köpfen seiner Sparringspartner trainieren, sondern kann dazu Geräte wie den Sandsack, oder die Pratzen verwenden.

Zumindest ist das meine Meinung und vielleicht bin ich ja ein Weichei. Was immer noch besser ist, als eine Hohlbirne. 😉

Fazit

In dem Beitrag haben wir uns angesehen, wie man Wirkungstreffer erzielen kann und den Wettkampfgegner im Idealfall KO schlagen kann. Wohin man dabei schlagen muss und wie man es vorbereitet. Wir haben die bestehenden gesundheitlichen Risiken analysiert und einige technische Aspekte des Boxens betrachtet.

Neben einem guten Trainingszustand, ist eine gute technische Grundausbildung notwendig, um sich erfolgreich behaupten zu können. Zu früh in den Ring zu steigen oder mit einem viel erfahrenen Gegner, bedeutet unnötige gesundheitliche Risiken einzugehen.

Die Sicherheitsstandards gerade im Amateurboxsport sind sehr hoch. Leider bleibt immer ein gewisses gesundheitliches Restrisiko bestehen, obwohl Boxen im Vergleich zu vielen Sportarten relativ sicher ist. Schaut auf euch und eure Trainingspartner. Die Gesundheit muss immer vorgehen.